Brain-Drain-Risiko: Arbeitgeber in Medien, Beratungen und Finanzindustrie am stärksten betroffen

Deutschlands größte Young-Professional-Studie veröffentlicht + Unzufriedenheit im Job erhöht Wunsch nach Jobwechsel um das Siebenfache + BMW ist Wunscharbeitgeber + Gender Pay Gap in Konsumgüterindustrie am höchsten

Berlin, 10. Oktober 2016. Neun von zehn Young Professionals sind offen für einen neuen Job. Jeder fünfte sucht sogar aktiv nach einem neuen Arbeitgeber. Allzu schwierig dürfte ihre Suche nicht werden, denn zwei Drittel aller Young Professionals haben in den vergangenen zwölf Monaten Jobangebote von anderen Unternehmen erhalten, unabhängig davon, ob sie eine neue Perspektive suchen oder nicht. Im Schnitt erhalten sie 3,6 Jobangebote, vor zwei Jahren waren es nur 2,6 Angebote. Das Risiko, dass Mitarbeiter ihren Arbeitgeber verlassen, ist aktuell in den Branchen Medien und Werbung, Consulting und Wirtschaftsprüfung sowie Banken und Versicherungen am höchsten. Das ist das Ergebnis des trendence Young Professional Barometers 2016. trendence befragt in Deutschlands größter Young-Professional-Studie jedes Jahr rund 10.000 junge Berufstätige aller Branchen mit bis zu zehn Jahren Berufserfahrung zu ihren Karriereplänen und Wunscharbeitgebern.

Unzufriedenheit im Job erhöht Wunsch nach Jobwechsel um das Siebenfache

Ein wesentlicher Treiber der Wechselwilligkeit ist die Unzufriedenheit der Mitarbeiter mit ihrem Arbeitgeber. Young Professionals, die aktuell sehr unzufrieden sind, begeben sich fast siebenmal häufiger aktiv auf die Suche nach einem neuen Job als sehr zufriedene Mitarbeiter. "Unternehmen, die ihre Mitarbeiter langfristig halten wollen, müssen die Unzufriedenheit im Unternehmen bekämpfen und dafür vor allem in die Führungskompetenz ihrer Führungskräfte investieren", erklärt trendence-Geschäftsführer Holger Koch. Denn unzufrieden sind Young Professionals in erster Linie mit dem Führungsstil ihrer Vorgesetzten, erst mit deutlichem Abstand folgen ein nicht ansprechendes Gehalt und mangelnde Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern. Besonders in der Branche Transport, Logistik und Tourismus ist die Unzufriedenheit mit dem Chef groß: Über die Hälfte der Mitarbeiter kritisiert den Führungsstil im Unternehmen.

BMW ist Wunscharbeitgeber Nummer eins der Young Professionals

Am zufriedensten sind die Mitarbeiter der Automobilindustrie. Gleichzeitig ist die Automobilindustrie die beliebteste Branche der Young Professionals bei der Suche nach einem neuen Job, gefolgt von der Branche Forschung, Pharma und Gesundheit. BMW führt das Ranking der beliebtesten Arbeitgeber vor der Bosch Gruppe, AUDI, Google und Daimler/Mercedes-Benz an. Als bestplatziertes Forschungsunternehmen landet die Fraunhofer-Gesellschaft auf Rang 7. Vor allem Frauen wollen in der Branche arbeiten, während Männer die Automobilindustrie vorziehen. 

Gender Pay Gap in Konsumgüterindustrie am größten

Die Gender Pay Gap ist Realität. Männer erhalten im Schnitt 59.400 Euro brutto Jahresgehalt. Frauen bekommen mit 47.900 Euro 19,4 Prozent weniger Gehalt. In der Konsumgüterbranche ist die Differenz am größten: Hier beträgt die Lücke 32,4 Prozent. Auch in den Branchen Medien und Werbung, Transport, Logistik und Tourismus, Banken und Versicherungen, Handel sowie Telekommunikation und IT bekommen Frauen mindestens 20 Prozent weniger Geld als Männer. Am ausgeglichensten ist das Verhältnis in den Branchen Ingenieurdienstleistungen und Bau, Recht sowie im Öffentlichen Sektor. Die Gender Pay Gap liegt bereits beim Berufseinstieg bei über elf Prozent. Nach fünf bis zehn Jahren Berufserfahrung verdoppelt sie sich auf 24,2 Prozent. 

Über die Studie

  • Deutschlands größte Young-Professional-Studie mit rund 10.000 Befragten
  • Studienteilnehmer: Young Professionals (Akademiker) mit bis zu zehn Jahren Berufserfahrung
  • wird seit 2009 jährlich als Barometerstudie durchgeführt
  • Erhebungszeitraum: Mai bis August 2016

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  • 100 Top-Arbeitgeber Deutschlands und Top-Arbeitgeber aus 15 Branchen
  • (un)beliebte Branchen
  • Zufriedenheit
  • Brain-Drain-Index, Wechselabsicht und Jobangebote
  • Young Professionals und Selbstständigkeit
  • Gehalt und Wochenarbeitszeit, Gender Pay Gap und Frauenförderung
  • Erwartungen an Arbeitgeber und Wünsche an den Chef
  • folgende Branchen im Vergleich: 

    • Automobilindustrie
    • Banken und Versicherungen
    • Consulting und Wirtschaftsprüfung
    • Elektrotechnik und Elektronik
    • Forschung, Pharma und Gesundheit
    • Handel
    • Ingenieurdienstleistungen und Bau
    • Konsumgüter
    • Maschinenbau
    • Medien und Werbung
    • Öffentlicher Sektor
    • Recht
    • Telekommunikation und IT
    • Transport, Logistik und Tourismus
    • Versorgung und Umwelt

  • auf Anfrage: Auswertungen spezieller Bewerbergruppen (z.B. Region, Männer/Frauen, Fachgruppen)

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