Chancen & Stolperfallen während Corona

Inhalt.
  1. Intro von Robindro Ullah.
  2. Die Top 4 Insights
  3. Insight 1: Recruiting via Direktansprache ist gerade jetzt bei berufserfahrenen Akademiker_innen erfolgversprechend
  4. Insight 2: Das Potenzial für die passive Rekrutierung nicht akademischer Fachkräften ist nur leicht rückläufig
  5. Insight 3: Führungskräfte in die moderne Arbeitswelt mitnehmen und so die Mitarbeiterbindung stärken
  6. Insight 4: Das ist die Chance, Ihre Unternehmenskultur weiter zu entwickeln
  7. Fazit
  8. Eckdaten zur Studie

Intro

Die Corona Krise wirbelt derzeit die ganze Welt durcheinander – und lässt sie doch still stehen. Die Effekte für Gesellschaft und Individuum sind einschneidend. Ein Großteil der heute in Deutschland arbeitenden Bevölkerung hat eine solche Ausnahmesituation noch nie erlebt. Das zieht Konsequenzen nach sich. Wertvorstellungen verändern sich. Prioritäten werden anders gesetzt. Arbeit wird anders wahrgenommen. Die Perspektive auf Unternehmen, Führungskräfte und Kolleg_innen verändert sich grundlegend. Wer jetzt noch glaubt, er oder sie könne in diesem Paradebeispiel einer VUCA-Welt zum alltäglichen HR Management übergehen, hat weit gefehlt. Entscheidungen können heute nicht mehr nur auf Basis von Erfahrungen getroffen werden. Sie müssen beinahe tagesaktuell analysiert werden. Dieses White Paper zeigt kurz und prägnant 4 HRHandlungsfelder auf, die sich unmittelbar aus aktuellen Daten der größten Corona-Arbeitsmarktstudie ergeben.

Robindro Ullah, Geschäftsführer der Trendence Institut GmbH


Die Top 4 Insights

Insight 1: Recruiting via Direktansprache ist gerade jetzt bei berufserfahrenen Akademiker_innen erfolgversprechend

Insight 2: Das Potenzial für die passive Rekrutierung nicht akademischer Fachkräften ist nur leicht rückläufig

Insight 3: Führungskräfte in die moderne Arbeitswelt mitnehmen und so die Mitarbeiterbindung stärken

Insight 4: Das ist die Chance, Ihre Unternehmenskultur weiter zu entwickeln


Insight 1: Recruiting via Direktansprache ist gerade jetzt bei berufserfahrenen Akademiker_innen erfolgversprechend.

Wenige Wochen vor der Corona Krise wurden im Rahmen der regelmäßig erfolgenden Trendence Studien bereits einmal die Wechselbereitschaft erhoben, sodass ein direkter Vergleichswert vorhanden ist. Insgesamt ist das Bild wie erwartet, die Anzahl der Suchenden geht zurück. Im Fall der Akademiker_ innen ist allerdings äußerst interessant, dass die Gruppe der latent Suchenden stabil bleibt. Sowohl vor der Krise, als auch danach, suchen 40% der berufserfahrenen Akademiker_innen latent eine neue Position. Aus Sicht der Rekrutierung ist dies exakt das Potenzial für die Direktansprache. Die tatsächlich aktiv Suchenden gehen allerdings deutlich zurück. Von 20 % vor der Krise veränderte sich der Wert auf 7,7 % während der Krise.

Tipp: Sollten Sie bereits Erfahrung in der Direktansprache haben, haben Sie nun gute Chancen Ihre Response Raten zu steigern. Sollten Sie sich bislang noch auf passive Kanäle verlassen, wäre ein kurzfristiger Aufbau entsprechenden Know Hows empfehlenswert. Ggf. können Sie aber auch mit einem Dienstleister (Sourcing as a Service) aus diesem Segment die Phase des Know How Aufbaus überbrücken.

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Insight 2: Das Potenzial für die passive Rekrutierung nicht akademischer Fachkräften ist nur leicht rückläufig.

Bei den nicht akademischen Befragten zeichnet sich ein leicht anderes Bild ab. Hier besteht der größte Schwund bei den latent Suchenden. Vor der Krise sind noch 46,0 % latent suchend. Zu Beginn der Corona-Krise reduziert sich diese Zahl auf 31,3 %. Eine These: Die Zufriedenheit der Mitarbeitenden in der Krise steigt! Vor allem systemrelevante Berufe erhalten während der Krise viel positiven Zuspruch. Wertschätzung war mit Blick auf die Treiber von Unzufriedenheit, die zu Job-Wechsel-Absichten führen, unter den Top Gründen vor der Krise prominent platziert. Hier zeigt sich jetzt ebenfalls ein recht hoher Anteil an Personen, die sich zumindest ab und zu nach einem neuen Job umschauen. Dieser Punkt sollte auch jetzt nicht unbeachtet bleiben.

Tipp: Arbeiten Sie detailliert mit ihren Zahlen. In der aktuellen Lage besteht ein Rückgang von Job Postings am Markt. Die verbleibenden, aktiv Suchenden verteilen sich daher auf wenige offene Positionen. Zudem drängen nun aus der Gastronomie viele Mitarbeitende auf den Arbeitsmarkt. Wir sehen daher bei den aktiv Suchenden insgesamt einen leichten Rückgang. Sofern Sie noch Stellenanzeigen online haben, sollten Sie jedoch keine Abnahme der Anzahl an Bewerber_innen verzeichnen. Die Passung könnte nun anfangen zu leiden. Bedenken Sie: Sollten Sie Quereinsteigern nicht offen gegenüberstehen, ist eine gezieltere Schaltung auf Basis von Daten eine Lösung. Als Entscheidungshilfe für weitere Job-Inserate dient eine detaillierte Analyse. Gleichen Sie die am Markt vorhandenen Anzeigen mit Ihren Anzeigen sowie dem grundsätzlichen Potenzial des Markts ab.

Insight 3: Führungskräfte in die moderne Arbeitswelt mitnehmen und so die Mitarbeiterbindung stärken.

Es ist aktuell entscheidend, wie Führungskräfte mit der Corona-Krise umgehen. Vor allem gegen den aktuell hohen Grad an Verunsicherung sollten Führungskräfte angehen. Aber wie sieht es bei ihnen selbst aus? 22,5 % haben zu Beginn der Krise die Sorge, die Kontrolle als Führungskraft zu verlieren. Hierbei zeigen die Zahlen jedoch, Führungskräfte, die selbst Home Office-Erfahrung haben, sorgen sich weniger vor einem Kontrollverlust. Wie so häufig ist das eigene Erleben entscheidend für den souveränen Umgang mit den Situationen und den Medien.

Tipp: Richten Sie Plattformen ein – vor allem für Ihre Führungskräfte! So können sich diese regelmäßig über die aktuelle Lage austauschen. Dabei sind natürlich KPIs wichtig, auch über die bereits eingeforderten hinaus. Nutzen sie die Chance und schaffen sie im HR Management einen digitalen Raum für einen Best Practice Austausch zwischen Ihren Führungskräften. So geben Sie zusätzlich Input und beschleunigen den Gewöhnungsprozess an die Remote Work.

Insight 4: Das ist die Chance, Ihre Unternehmenskultur weiter zu entwickeln.

Die Corona Krise hat nachhaltige Auswirkungen auf die Unternehmenskultur. Viele Individuen werden sich nach der Krise neu finden müssen. Unternehmen werden ähnliche Effekte spüren. Viele Einschnitte haben das tagtägliche Leben im Unternehmen verändert. 57,6 % der Mitarbeitenden fehlt der persönliche Austausch mit den Kollegen. Das verbreitete Phänomen der Präsenzkultur wird nach der Corona-Krise ebenfalls neu bewertet. Mit Blick auf die aktuelle Gefühlslage gehen bereits 54,2 % der Befragten von einem Bedeutungsverlust der Präsenzkultur in Unternehmen durch Corona aus. Hier kann HR gerade auch in Zeiten der Krise Vorbereitungen treffen und positive Effekte der aktuellen Situation für die Zeit danach nutzen.

Tipp: Eröffnen Sie virtuelle Räume, die den ganzen Tag über zugänglich sind. Jede(r) kann sich jederzeit von überall einloggen und Kollegen aus der Firma treffen. Sogar die wenig verbliebenen Mitarbeiter_innen, die trotz Krise ins Büro gehen müssen, könnten mittels eines Online-Terminals von der echten in die »virtuelle« Kaffee-Küche geholt werden.

Fazit.

Diese ausgewählten Informationen unseres HR Corona Monitors zeigen, welche Bedeutung Daten bekommen können. Unsere 4 Tipps fußen auf einer sehr umfangreichen Datenbasis. Wir empfehlen Unternehmen tiefer in die Daten einzutauchen. So lassen sich die eigenen individuelle Situationen und Begebenheiten besser spiegeln. Wir sehen trotz großer Zuversicht einer ungewissen Zukunft entgegen. In der Vergangenheit wurde gerne über VUCA gesprochen und das Unternehmen sich stärker darauf vorbereiten müssen. Heute haben wir für jede(n) einzelne(n) spürbar eine globale VUCA-Situation. Entscheidungen nur auf Basis von Erfahrungen und Bauchgefühl zu treffen, kann Unternehmen gerade in einer nie da gewesenen Situation schnell in die falsche Richtung leiten. Die aktuelle Krise verlangt Ruhe – und datenbasierte Entscheidungen! Melden Sie sich gerne bei uns, wenn Sie tiefer eintauchen und ihre Datenschätze bergen wollen.

Eckdaten zur Studie

Befragte: 1.055

Geschlecht: 52 % männlich, 48 % weiblich

Alter: 85 % der Befragten sind zwischen 26–55 Jahren

Status: 99 % der Befragten sind berufstätig, 90% in Festanstellung

Umfrage: im Rahmen unseres Panels

Über die Trendence Institut GmbH:

Die Trendence Institut GmbH ist ein unabhängiges Beratungs- und Marktforschungsunternehmen und steht seit 20 Jahren für data-driven Employer Branding. Trendence kennt die Karrierepläne und Wunscharbeitgeber von jungen Bewerber_innen und hilft Arbeitgebern dabei, die Bedürfnisse der Zielgruppe zu verstehen. So unterstützt das Trendence Institut Arbeitgeber mit seinen Daten und Insights bei anstehenden strategischen und operativen Entscheidungen im Bereich Employer Branding, Personalmarketing und Recruiting.

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