Das fordern Fachkräfte.

Inhalt.
  1. Intro von Robindro Ullah.
  2. Die 5 Top-Ergebnisse.
  3. These 1: Unzufriedenheit im Job hat viele Gründe.
  4. These 2: Nichts ist wichtiger als Geld.
  5. These 3: Ohne Eigenverantwortung sinkt die Motivation.
  6. These 4: Chancengleichheit wichtiger als internationales Umfeld.
  7. Profil der Befragten.
  8. Durchführung der Studie.

Hallo.

In Zeiten von allgegenwärtigem Fachkräftemangel und demographischem Wandel stellt sich für Unternehmen zunehmend die Frage, wie sie ihre Angestellten langfristig halten können. Längst geht es nicht mehr nur darum, Mitarbeitende für das Unternehmen zu gewinnen, sondern diese auch an das Unternehmen zu binden. Dazu müssen Unternehmen Bedingungen schaffen, die ihre Mitarbeitenden zufriedenstellen und motivieren. Aber worauf legen Fachkräfte besonderen Wert? Ist es das Gehalt, eine sinnstiftende Tätigkeit oder eine ausgewogene Work-Life-Balance?

Für das „Trendence Fachkräftebarometer 2018“ wurden insgesamt 9.300 nicht-akademische Fachkräfte mit Berufsausbildung gefragt, was Arbeitgeber leisten müssten, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Die Teilnehmenden aus 50 verschiedenen Berufsgruppen verfügten im Schnitt über eine zehnjährige Berufserfahrung.

Dieser Trend-Report fasst die Ergebnisse zusammen und zeigt, was Fachkräfte von Unternehmen konkret fordern und was sie in ihrem Job zufriedenstellt. Außerdem schauen wir darauf, wie sich die Anforderungen im Verlauf des Berufslebens auch ändern können und welche Unterschiede es in diesem Zusammenhang zwischen akademischen Professionals und Fachkräften gibt .

Robindro Ullah
HR-Strategist der Absolventa GmbH & Geschäftsführer der Trendence Institut GmbH


Die 5 Top-Ergebnisse.

45 Prozent offen für einen neuen Job.

45 Prozent der befragten Fachkräfte sind zwar nicht aktiv auf Suche, aber dennoch offen für einen neuen Job. Weitere 38 Prozent schauen ab und zu nach attraktiven Jobangeboten oder sind aktiv auf Jobsuche. Lediglich knapp 17 Prozent wollen ihrem aktuellen Arbeitgeber treu bleiben.

Zufriedenheit regional unterschiedlich ausgeprägt.

Es gibt Regionen, in denen offenbar eine höhere Zufriedenheit mit dem Arbeitgeber herrscht als anderswo. Während in Thüringen 72,5 Prozent der Befragten sagen, dass sie mit dem aktuellen Arbeitgeber zufrieden sind, sind es in Rheinland-Pfalz fast 83 Prozent. Im Schnitt liegt die Zufriedenheit deutschlandweit bei rund 79 Prozent.

Die Höhe des Gehalts entscheidet über Zufriedenheit im Job.

Unfaire Bezahlung ist der häufigste Grund für Unzufriedenheit im Job. Fast die Hälfte der Befragten sagt, dass ihr Gehalt zu niedrig sei. Einen dementsprechend hohen Stellenwert hat die Bezahlung für Fachkräfte. Ein marktgerechtes Gehalt und die pünktliche Gehaltszahlung sind mit Abstand die wichtigsten Punkte, die für Zufriedenheit im Job sorgen.

Ausgewogene Work-Life-Balance für Frauen wichtiger.

Nach dem Gehalt spielt vor allem für die weiblichen Fachkräfte die Vereinbarung des Privat- und Berufslebens eine entscheidende Rolle. Für knapp über die Hälfte der Frauen ist es sehr wichtig, dass sich ihre Arbeitszeiten gut mit ihrem Privatleben vereinbaren lassen. Ebenso deutlich mehr Frauen als Männer wünschen sich zudem Aufgaben, die ihren Fähigkeiten entsprechen (47,5 vs. 38,8 Prozent).

Arbeitgeberwahl: Sichere Anstellung und faire Behandlung an erster Stelle.

Wenn es darum geht sich für einen neuen Job zu entscheiden, achten die Fachkräfte vor allem darauf, dass der Arbeitgeber eine sichere Anstellung bietet und seine Mitarbeitenden fair behandelt. Ob ein Arbeitgeber erfolgreich und innovativ ist oder interessante Produkte bzw. Dienstleistungen anbietet, spielt eine untergeordnete Rolle. Gänzlich unwichtig ist den befragten Fachkräften ein internationales Umfeld. Nur rund 6 Prozent würden sich aus diesem Grund für einen Arbeitgeber entscheiden.


These 1: Unzufriedenheit im Job hat viele Gründe.

Wer einen Jobwechsel erwägt, ist mit seinem aktuellen Arbeitgeber nicht besonders zufrieden. Zwar sind die wenigsten befragten Fachkräfte aktiv auf Jobsuche, aber ein überwiegender Teil ist offen für einen neuen Job. Nur rund 20 Prozent der Frauen und 15 Prozent der Männer wollen ihrem Arbeitgeber treu bleiben.

Sind Sie offen für einen neuen Job?

Sind Sie offen für einen neuen Job? Gesamt Männer Frauen
Ja, ich suche aktiv 9,5 % 8,8 % 11,1 %
Ja, ich schaue ab und zu 28,5 % 29,5 % 26,3 %
Ja, bin offen, aber nicht aktiv auf der Suche 45,4 % 46,4 % 43,0 %
Nein 16,6 % 15,3 % 19,7 %

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Aber warum ist das so? Welche Gründe gibt es für Unzufriedenheit im Job? An erster Stelle steht ganz klar das Gehalt. Fast die Hälfte der Befragten sagt, ihr Gehalt sei zu niedrig. Dahinter folgt eine unfaire Behandlung, die für Frust am Arbeitsplatz sorgt und auch die Meinung, dass die Führungskräfte sich zu wenig bis gar nicht um ihre Mitarbeitenden kümmern. In diesen Punkten sind sich die Geschlechter recht einig. Etwas anders sieht es beim Thema Work-Life-Balance aus: Während rund ein Fünftel der weiblichen Fachkräfte diesen Punkt bei ihrem aktuellen Arbeitgeber bemängelt, sagen nur 16,7 Prozent der Männer, dass sie neben der Arbeit nicht genügend Zeit für ihr Privatleben haben. Ein weiterer Grund für Unzufriedenheit sind für rund 15 Prozent fehlende Aufstiegsmöglichkeiten – wobei dies Männer eher als Frauen frustriert. Weibliche Fachkräfte legen hingegen mehr Wert auf das Miteinander unter den Kolleg_innen.

Weitere Punkte in der Top 10 der Gründe für Unzufriedenheit im Job sind:

  • Unattraktive Arbeitsaufgaben
  • Fehlende Überstundenvergütung
  • Fehlende Weiterbildungsmöglichkeiten

Womit genau sind Sie unzufrieden?

Womit genau sind Sie unzufrieden? Gesamt Männer Frauen
Mein Gehalt ist zu niedrig 47,3 % 47,8 % 46,3 %
Ich fühle mich nicht fair behandelt 23,3 % 23,2 % 23,4 %
Die Führungskräfte kümmern sich nicht um die Mitarbeitenden 21,9 % 22,3 % 21,1 %
Ich habe neben der Arbeit nicht genügend Zeit für mein Privatleben 17,9 % 16,7 % 20,2 %
Keine/kaum Aufstiegsmöglichkeiten 14,7 % 15,6 % 12,8 %
Ich kann mich persönlich nicht weiterentwickeln 12,9 % 12,5 % 13,6 %
Das Umfeld ist nicht kollegial 9,6 % 8,6 % 11,6 %
Die Arbeitsaufgaben sind nicht attraktiv 7,0 % 7,2 % 6,5 %
Keine Überstundenvergütung oder -ausgleich 6,4 % 5,7 % 7,7 %
Keine Möglichkeiten der Weiterbildung 6,2 % 6,6 % 5,3 %

Nicht überall in Deutschland ist die Zufriedenheit mit dem aktuellen Arbeitgeber gleich ausgeprägt. Im Schnitt liegt sie zwar bei rund 79 Prozent (nur 31,1 Prozent geben an, sehr zufrieden zu sein), es gibt jedoch Regionen, in denen Arbeitnehmende im Job mehr Erfüllung finden als anderswo. Während in Thüringen 72,5 Prozent der Befragten sagen, dass sie mit dem aktuellen Arbeitgeber zufrieden sind, sind es in Rheinland-Pfalz fast 83 Prozent. Es gibt auch Unterschiede, was den Anteil der Fachkräfte betrifft, die sich aktiv auf Jobsuche befinden. Während in Sachsen-Anhalt nur 6,4 Prozent den Job wechseln wollen, ist der Anteil der Wechselwilligen im Saarland mit 18,5 Prozent fast dreimal so hoch. Am unzufriedensten sind die befragten Fachkräfte in Thüringen, Saarland und Brandenburg.

Zufriedenheit und Wechselabsicht

Regionen Zufriedenheit Wechselabsicht
Baden-Württemberg 78,9 % 9,7 %
Bayern 78,9 % 9,8 %
Berlin 80,8 % 6,5 %
Brandenburg 75,7 % 12,1 %
Bremen 80,4 % 7,0 %
Hamburg 80,0 % 10,5 %
Hessen 79,9 % 8,5 %
Mecklenburg-Vorpommern 82,5 % 11,1 %
Niedersachsen 77,4 % 9,9 %
Nordrhein-Westfalen 77,9 % 9,5 %
Rheinland-Pfalz 82,9 % 7,9 %
Saarland 72,7 % 18,5 %
Sachsen 77,3 % 8,1 %
Sachsen-Anhalt 78,9 % 6,4 %
Schleswig-Holstein 79,8 % 10,0 %
Thüringen 72,5 % 12,0 %

These 2: Nichts ist wichtiger als Geld.

Wenn es um die Frage geht, was die Fachkräfte in ihrem Job zufriedenstellt, ist die Antwort recht eindeutig: An erster Stelle steht das Gehalt. Dieses sollte vor allem zur vereinbarten Zeit gezahlt werden, denn die pünktliche Gehaltszahlung ist für 72 Prozent der Befragten ein zentraler Punkt. Gleich dahinter folgt die marktgerechte Bezahlung.

47 Prozent der Fachkräfte wünschen sich darüber hinaus Arbeitszeiten, die sich mit ihrem Privatleben gut vereinbaren lassen. Damit einhergeht auch die frühzeitige Ankündigung der Arbeitszeiten, die für ein Drittel der befragten Fachkräfte ein sehr wichtiger Punkt auf der Zufriedenheitsskala ist. Vor allem für Frauen ist eine gute Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben entscheidend, da sie immer noch häufiger familiäre Aufgaben übernehmen.

Neben dem Gehalt und den Arbeitszeiten sind auch die beruflichen Tätigkeiten wichtige Faktoren, um sich im Unternehmen wohl zu fühlen. Der Wunsch nach sinnvollen Aufgaben ist für fast die Hälfte der Fachkräfte sehr wichtig. 41,5 Prozent schätzen vor allem Aufgaben, die ihren Fähigkeiten entsprechen, wobei es auch hier deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt und Frauen dies mehr als Männer fordern. Weitere 31,6 Prozent der Befragten wünschen sich einen abwechslungsreichen Job.

Auch das Thema Überstunden spielt eine entscheidende Rolle bei der Frage, wie zufrieden Fachkräfte mit ihrem Arbeitgeber sind. Zwar stellt die Mehrarbeit an sich kein großes Problem dar – nur vier Prozent der Befragten wollen gar keine Überstunden machen –, sie sollte allerdings entsprechend vergütet werden. Das fordern rund 37 Prozent der Fachkräfte.

Was ist Ihrer Meinung nach wichtig, damit Sie mit den Arbeitsbedingungen bei Ihrem Arbeitgeber zufrieden sind?

Was ist Ihrer Meinung nach wichtig, damit Sie mit den Arbeitsbedingungen bei Ihrem Arbeitgeber zufrieden sind? Gesamt Männer Frauen
Pünktliche Gehaltszahlung 72,1 % 71,3 % 73,9 %
Marktgerechtes Gehalt 64,5 % 63,7 % 66,1 %
Sinnvolle Aufgaben 47,1 % 46,3 % 48,7 %
Arbeitszeiten, die sich mit meinem Privatleben gut vereinbaren lassen 47,0 % 44,0 % 53,5 %
Aufgaben, die meinen Fähigkeiten entsprechen 41,5 % 38,8 % 47,5 %
Vergütete Überstunden 36,6 % 36,2 % 37,4 %
Abwechslungsreiche Aufgaben 31,6 % 31,9 % 31,0 %
Frühzeitige Ankündigung der Arbeitszeiten 30,3 % 27,8 % 35,7 %
Keine Überstunden 4,3 % 4,4 % 4,1 %

These 3: Ohne Eigenverantwortung sinkt die Motivation.

Mit dem Alter und der Berufserfahrung ändern sich auch die Anforderungen, die Fachkräfte an ihren Arbeitgeber stellen. Während die jüngere Generation vor allem Wert darauf legt, dass Überstunden bezahlt oder mit Freizeit ausgeglichen werden, sinkt der Prozentwert mit den Jahren kontinuierlich (von 58 auf 43 Prozent).

Der Arbeitgeber bietet Überstundenvergütung oder -ausgleich an

Wenn Sie einen Arbeitgeber auswählen, was ist Ihnen besonders wichtig? Der Arbeitgeber bietet Überstundenvergütung oder -ausgleich an
bis 24 Jahre 58%
25 bis 29 Jahre 55%
30 bis 34 Jahre 50%
35 bis 39 Jahre 45%
40 bis 44 Jahre 47%
45 bis 49 Jahre 41%
50 Jahre oder älter 43%

Eine ähnliche Entwicklung gibt es beim Thema Karriereaussichten. Für die Hälfte der befragten Berufseinsteiger_innen sind sie ein wichtiges Kriterium bei der Arbeitgeberwahl. Doch schon bei den 25- bis 29-jährigen sinkt der Wert auf 39 Prozent und der Trend setzt sich weiter fort. Gute Aufstiegsmöglichkeiten sind schließlich nur für 22 Prozent der 45- bis 49-jährigen von Bedeutung.

Der Arbeitgeber bietet gute Aufstiegsmöglichkeiten

Wenn Sie einen Arbeitgeber auswählen, was ist Ihnen besonders wichtig? Der Arbeitgeber bietet gute Aufstiegsmöglichkeiten
bis 24 Jahre 50%
25 bis 29 Jahre 39%
30 bis 34 Jahre 37%
35 bis 39 Jahre 36%
40 bis 44 Jahre 31%
45 bis 49 Jahre 22%
50 Jahre oder älter 33%

Je länger Fachkräfte im Berufsleben stehen, desto mehr fordern sie die Möglichkeit, eigenverantwortlich zu arbeiten. Sie wünschen sich mehr Flexibilität und Freiheit beim Arbeiten, um ohne langwierige Abspracheprozesse ihre Ideen einzubringen. Während 39 Prozent der Berufseinsteiger_innen bis 24 Jahre diesen Punkt als wichtig bewerten, steigt der Wert bei 50-jährigen auf 64 Prozent.

Die Mitarbeitenden können eigenverantwortlich arbeiten

Wenn Sie einen Arbeitgeber auswählen, was ist Ihnen besonders wichtig? Die Mitarbeitenden können eigenverantwortlich arbeiten
bis 24 Jahre 39%
25 bis 29 Jahre 46%
30 bis 34 Jahre 50%
35 bis 39 Jahre 50%
40 bis 44 Jahre 54%
45 bis 49 Jahre 58%
50 Jahre oder älter 64%

Für Fachkräfte mit Berufserfahrung ist es außerdem bedeutsam, dass ihr Arbeitgeber erfolgreich ist und soziale sowie ökologische Verantwortung übernimmt. Insbesondere beim letzten Punkt steigt die Bedeutung im Verlauf der Berufslebens an. Nur 15 Prozent der jüngeren Fachkräfte würden sich aus diesem Grund für einen Arbeitgeber entscheiden, bei den Mittvierziger_innen sind es bereits 32 Prozent.

Der Arbeitgeber ist erfolgreich

Wenn Sie einen Arbeitgeber auswählen, was ist Ihnen besonders wichtig? Der Arbeitgeber ist erfolgreich
bis 24 Jahre 23%
25 bis 29 Jahre 25%
30 bis 34 Jahre 29%
35 bis 39 Jahre 32%
40 bis 44 Jahre 30%
45 bis 49 Jahre 32%
50 Jahre oder älter 40%

Der Arbeitgeber handelt sozial und ökologisch verantwortungsvoll

Wenn Sie einen Arbeitgeber auswählen, was ist Ihnen besonders wichtig? Der Arbeitgeber handelt sozial und ökologisch verantwortungsvoll
bis 24 Jahre 15%
25 bis 29 Jahre 14%
30 bis 34 Jahre 18%
35 bis 39 Jahre 19%
40 bis 44 Jahre 24%
45 bis 49 Jahre 32%
50 Jahre oder älter 37%

These 4: Chancengleichheit wichtiger als internationales Umfeld.

Was ist den nicht-akademischen Fachkräften im Vergleich zu Akademiker_innen bei der Jobwahl wichtig? Wählen sie Arbeitgeber anders aus? Schaut man sich beide Gruppe an, so gibt es neben vielen Parallelen auch einige bemerkenswerte Unterschiede, die bei der Wahl eines Arbeitgebers eine Rolle spielen.

Fachkräfte wollen vor allem, dass ihr Job sicher ist. Bei der Arbeitgeberwahl achten deshalb fast 73 Prozent darauf, dass der Arbeitgeber eine sichere Anstellung bietet. Zum Vergleich: Bei den Akademiker_innen sind es nur rund 40 Prozent. Für sie stehen stattdessen attraktive Arbeitsaufgaben und die persönliche Entwicklung im Vordergrund. Für Fachkräfte sind diese beiden Punkte weit weniger wichtig. Was beide Gruppen jedoch gemeinsam haben, ist der Wunsch, dass die Mitarbeiter_innen fair behandelt und wertgeschätzt werden.

Weitere wichtige Faktoren, die sowohl für nicht-akademischen Fachkräfte als auch für Akademiker_innen bei der Jobwahl entscheidend sind:

  • Kollegialität
  • Gute Work-Life-Balance
  • Guter Führungsstil
  • Hohes Maß an Eigenverantwortung
  • Weiterbildungsmöglichkeiten

Beim Thema Chancengleichheit zeigt sich erneut eine Diskrepanz: Während 45 Prozent der Fachkräfte diesen Punkt als sehr wichtig erachten und darauf achten, ob im Unternehmen alle die gleichen Chancen haben, sind es bei den akademischen Professionals nur rund 26 Prozent. Eine ähnliche Differenz zeigt sich bei den Aufstiegsmöglichkeiten: Gute Karriereperspektiven sind für nicht-akademische Fachkräfte weit weniger wichtig als für Akademiker_innen. Ein ganz deutlicher Unterschied zeigt sich beim internationalen Umfeld im Unternehmen. Dieses spielt mit nur rund 6 Prozent eine untergeordnete Rolle für Fachkräfte, ist aber für fast ein Viertel der Befragten mit akademischen Hintergrund ein relevantes Kriterium bei der Arbeitgeberwahl.

Wenn Sie einen Arbeitgeber auswählen, was ist Ihnen besonders wichtig?

Wenn Sie einen Arbeitgeber auswählen, was ist Ihnen besonders wichtig? Akademische Professionals Fachkräfte
Attraktive Arbeitsaufgaben 67,5 % 44,2 %
Attraktive Produkte/Dienstleistungen 24,8 % 24,7 %
Attraktiver Standort 38,0 % 42,6 %
Corporate Social Responsibility (CSR) 11,2 % 19,4 %
Diversity/Chancengleichheit 25,7 % 45,1 %
Gute Karriereperspektiven 50,7 % 38,5 %
Gute Work-Life-Balance 52,0 % 55,8 %
Guter Führungsstil 56,4 % 47,6 %
Hohes Gehalt 36,90% 40,50%
Hohes Maß an Eigenverantwortung 40,2 % 48,9 %
Innovationskraft 28,2 % 20,3 %
Internationales Umfeld 24,4 % 5,8 %
Kollegialität 60,7 % 58,9 %
Persönliche Entwicklung 62,6 % 54,0 %
Sicherheit der Anstellung 39,6 % 72,9 %
Unternehmenserfolg 26,8 % 28,7 %
Möglichkeiten der Weiterbildung 47,7 % 42,8 %
Wertschätzung der Mitarbeitenden 62,5 % 72,0 %

Profil der Befragten.

Befragt wurden 9.300 nicht-akademische Fachkräfte mit Berufsausbildung. Die Teilnehmenden aus 50 verschiedenen Berufsgruppen verfügen im Schnitt über eine zehnjährige Berufserfahrung und sind rund 33 Jahre alt. Mit 75 Prozent sind in der Studie deutlich mehr Männer als Frauen vertreten. Nur etwas mehr als ein Drittel hat Kinder.

Berufserfahrung

Berufserfahrung Gesamt
1 Jahr oder weniger 10,9 %
2 bis 3 Jahre 14,3 %
4 bis 5 Jahre 15,0 %
6 bis 7 Jahre 10,4 %
8 bis 9 Jahre 8,1 %
10 bis 14 Jahre 18,3 %
15 bis 19 Jahre 9,5 %
20 Jahre oder mehr 13,6 %

Alter

Alter Gesamt
19 Jahre oder jünger 2,7 %
20 bis 24 Jahre 13,8 %
25 bis 29 Jahre 24,5 %
30 bis 34 Jahre 23,5 %
35 bis 39 Jahre 14,2 %
40 bis 44 Jahre 8,8 %
45 bis 49 Jahre 6,3 %
50 Jahre oder älter 6,4 %

Die meisten Befragten sind unbefristet (86,4 Prozent) und in Vollzeit (92,5 Prozent) angestellt. Die befragten Männer arbeiten am häufigsten in der IT- und Telekommunikationsbranche, der Automobilindustrie oder im Handel. Bei den Frauen sind die meisten im Gesundheitswesen, im Dienstleistungssektor und im Handel angestellt.

Durchführung der Studie.

In Deutschlands erster und größter Fachkräftestudie hat Trendence zwischen Juni und August 2018 insgesamt 9.300 nicht-akademische Fachkräfte mit Berufsausbildung befragt.

Über die Trendence Institut GmbH.

Die Trendence Institut GmbH ist ein unabhängiges Beratungs- und Marktforschungsunternehmen und steht seit 20 Jahren für data-driven Employer Branding. Trendence kennt die Karrierepläne und Wunscharbeitgeber von jungen Bewerber_innen und hilft Arbeitgebern dabei, die Bedürfnisse der Zielgruppe zu verstehen. So unterstützt das Trendence Institut Arbeitgeber mit seinen Daten und Insights bei anstehenden strategischen und operativen Entscheidungen im Bereich Employer Branding, Personalmarketing und Recruiting.

Große Aufmerksamkeit erfahren die Barometerstudien und Arbeitgeber-Rankings: Jedes Jahr ermittelt Trendence in den Barometerstudien mit mehr als 90.000 Schüler_innen, Studierenden und Young Professionals die Rankings der 100 attraktivsten Arbeitgeber Deutschlands. Die daraus resultierenden Siegel helfen Arbeitgebern dabei, mit ihrer Ranking-Position ins Blickfeld der Bewerber_innen zu rücken und geben Berufseinsteigenden Orientierung bei der Jobwahl. Daneben führt das Institut auch Auftragsstudien durch. Abhängig von der Zieldefinition wählt Trendence dann die entsprechende Studienmethode: von quantitativen Online-Befragungen über Fokusgruppen bis hin zu Tiefeninterviews.

Komplettiert wird das Angebot durch die Auszeichnungen für faire Arbeitgeber für Fachkräfte sowie karrierefördernde Trainee- und Ausbildungsprogramme. Die Zertifizierung beruht auf einem Audit, das die Programme hinsichtlich definierter Qualitätskriterien prüft. Diese werden zusammen mit Vertreter_innen aus der Wissenschaft entwickelt – zum Beispiel mit Prof. Dr. Ingo Weller vom Institut für Personalwirtschaft der Ludwig-Maximilians-Universität München oder Prof. Dr. Anja Seng, Professorin für BWL mit Schwerpunkt Personalmanagement, an der Hochschule für Ökonomie & Management (FOM).

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