Das fordern Studierende.

Inhalt.
  1. Intro von Robindro Ullah.
  2. Die 3 Top-Ergebnisse.
  3. These 1: Studierende wollen bleiben, wo sie sind, und sind unflexibel.
  4. These 2: Alle Studierenden sind bereit, gleich viel zu leisten.
  5. These 3: Frauen und Männer fordern das gleiche Gehalt.
  6. These 4: Beruflicher Erfolg ist nur durch Geld definiert.
  7. These 5: Ein faires Gehalt ist wichtiger als ein hohes Gehalt.
  8. These 6: Status und Prestige sind nicht mehr entscheidend.
  9. These 7: Diversity und Chancengleichheit interessiert nur Frauen.
  10. These 8: Mobbing wird nicht akzeptiert.
  11. These 9: Ein niedriges Gehalt macht unzufrieden.
  12. These 10: Überstunden gehören dazu und werden hingenommen.
  13. These 11: One fits all – Studierende sind eine klar definierte Zielgruppe.
  14. Profil der Befragten.
  15. Durchführung der Studie.

Hallo.

Was erwarten Studierende eigentlich von einem Arbeitgeber? Welches Gehalt finden sie angemessen? Durch welche Medien kann man Studierende als Berufseinsteiger_innen überhaupt ansprechen? Das und vieles mehr sind die Fragen, die der Trend-Report beantwortet.

Und es wird spannend: Tatsächlich kann man nämlich nicht alle Studierenden über einen Kamm scheren. Die Antworten auf diese Fragen unterscheiden sich teilweise sehr, je nachdem, ob man weibliche oder männliche Berufseinsteiger_innen fragt und abhängig davon, aus welcher Fächergruppe sie kommen. Ein Beispiel: Absolventen aus dem Fachbereich Wirtschaftswissenschaften verlangen das niedrigste Gehalt, Ingenieure das meiste – und Ingenieurinnen ziehen nach.

Außerdem kann man gerade in Bezug auf die Erwartungshaltung von Studierenden eindeutige Trends erkennen: Erwartet werden ein faires Gehalt, Wertschätzung und attraktive Aufgaben. Am unwichtigsten waren den Befragten Status und Prestige – und zwar bei Absolventen und Absolventinnen über alle Fächergruppen hinweg.

In Bezug auf die Ansprache der Zielgruppe findet die Studie viele Antworten und große Unterschiede. Ein Beispiel: XING ist das wichtigste soziale Medium im HR-Bereich in Deutschland – aber nicht für beide Geschlechter und nicht für alle Fachbereiche.

Wir freuen uns, die wichtigsten Ergebnisse unserer Studie „Absolventenbarometer 2019“ vorzustellen und hoffen, dass der Trend-Report hilfreiche, interessante und inspirierende Informationen bietet.

Robrindo Ullah
HR-Strategist der Absolventa GmbH & Geschäftsführer der Trendence Institut GmbH


Die 3 Top-Ergebnisse.

Es dreht sich doch alles ums Gehalt.

Ein Gehalt muss für die Befragten der Studie nicht sehr hoch sein; nur knapp 13 Prozent definieren beruflichen Erfolg so. Es darf aber auch nicht zu niedrig sein, denn dies ist für 41 bis 47 Prozent ein No-Go. Stattdessen wird erwartet, dass ein Gehalt einfach fair ist – in diesem Punkt herrscht Eindeutigkeit. Fast 98 Prozent der Befragten sieht das so. Und auch Frauen fordern ein faires Gehalt ein, sodass die Gender-Pay-Gap geringer wird. Dafür sind die Studierenden auch bereit, durchschnittlich 42 Wochenstunden zu arbeiten.

Studierende sind in der Standortfrage flexibler, als man denkt.

Viele Arbeitgeber befürchten, dass Berufseinsteiger_innen nicht flexibel sind, wenn es darum geht, nach dem Studium einen Ortswechsel zu vollziehen und dass Studierende einen perfekten Standort erwarten. Doch das ist so nicht richtig. Zwischen elf und 13 Prozent geben sogar an, für ihren ersten Job „überall“ hinziehen zu wollen. Nicht einmal sechs Prozent sind nach dem Studium schon festgelegt und wissen, wo es sie nach dem Studienabschluss hinzieht. Die Auswertungen zeigen außerdem, dass für fast 26 Prozent ein attraktiver Standort unwichtig ist.

Das Mindset der Studierenden ändert sich.

Es zeigt sich, dass sich die Einstellungen der Studierenden ändern. Die Tatsache, dass Mobbing von 60 Prozent der Befragten ein eindeutiger Grund ist, ein attraktives Arbeitsangebot abzulehnen, zeigt, wie stark Werte für die Studierenden auch bei ihrer Arbeitgeberwahl wirksam sind. Das zeigt sich daran, dass Diversity und Chancengleichheit nach einem langen Rückgang wieder minimal wichtiger werden (auch wenn das vorerst vor allem für Frauen gilt). Für 75 Prozent der Befragten ist dies 2019 ein wichtiger Punkt bei der Arbeitgeberwahl.


These 1: Studierende sind unflexibel.

Die meisten Studierenden aus den untersuchten Fächergruppen studieren in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg. Es ergeben sich aber weitere Sammelpunkte, wenn man die Fächer einzeln betrachtet. So ist Hessen für Wirtschaftswissenschaftler_innen ebenfalls ein interessanter Standpunkt. Niedersachsen hingegen wird von Ingenieur_innen immerhin auf Platz vier gewählt, Berlin rutscht für Informatiker_innen und Naturwissenschaftler_innen nur knapp aus den Top 5. Damit liegen die alten Bundesländer, sowie die großen Flächenländer vor den Stadtstaaten und den neuen Bundesländern. Eine weitere interessante Beobachtung ist zudem, dass Bayern besonders bei Frauen gut abschneidet – in allen Fächergruppen.

In welchem Bundesland studierst du/hast du studiert (Angabe in Prozent)?

Wirtschaftswissenschaften

Wirtschaftswissenschaften Gesamt Männer Frauen
Baden-Württemberg 11,8 % 11,4 % 12,0 %
Bayern 18,3 % 17,1 % 19,0 %
Berlin 5,4 % 5,2 % 5,4 %
Brandenburg 0,9 % 0,9 % 0,9 %
Bremen 1,7 % 1,9 % 1,6 %
Hamburg 2,3 % 2,1 % 2,5 %
Hessen 9,7 % 10,8 % 8,9 %
Meckl.-Vorpommern 1,6 % 1,8 % 1,4 %
Niedersachsen 7,3 % 7,2 % 7,3 %
Nordrhein-Westfalen 26,0 % 26,7 % 25,5 %
Rheinland-Pfalz 6,9 % 7,3 % 6,6 %
Saarland 0,8 % 0,8 % 0,9 %
Sachsen 3,0 % 2,9 % 3,2 %
Sachsen-Anhalt 1,2 % 1,0 % 1,4 %
Schleswig-Holstein 2,2 % 2,0 % 2,4 %
Thüringen 0,8 % 0,8 % 0,9 %

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Ingenieurwissenschaften

Ingenieurwissenschaften Gesamt Männer Frauen
Baden-Württemberg 13,5 % 13,5 % 13,6 %
Bayern 15,9 % 15,6 % 17,1 %
Berlin 7,3 % 6,9 % 8,2 %
Brandenburg 0,7 % 0,6 % 0,8 %
Bremen 0,9 % 0,9 % 1,0 %
Hamburg 3,5 % 3,6 % 3,0 %
Hessen 8,9 % 8,5 % 10,2 %
Meckl.-Vorpommern 0,7 % 0,7 % 0,5 %
Niedersachsen 9,3 % 9,3 % 9,1 %
Nordrhein-Westfalen 25,2 % 26,0 % 22,8 %
Rheinland-Pfalz 3,1 % 3,3 % 2,4 %
Saarland 0,6% 0,6 % 0,7 %
Sachsen 6,1 % 6,3 % 5,7 %
Sachsen-Anhalt 1,3 % 1,2 % 1,8 %
Schleswig-Holstein 1,2 % 1,2 % 1,3 %
Thüringen 1,8 % 1,7 % 1,8 %

Informatik

Informatik Gesamt Männer Frauen
Baden-Württemberg 12,6 % 12,0 % 14,4 %
Bayern 16,5 % 15,7 % 19,0 %
Berlin 6,2 % 5,8 % 7,6 %
Brandenburg 1,7 % 1,9 % 1,3 %
Bremen 0,8 % 0,9 % 0,5 %
Hamburg 3,4 % 3,0 % 4,2 %
Hessen 11,3 % 12,3 % 8,6 %
Meckl.-Vorpommern 1,0 % 1,1 % 0,7 %
Niedersachsen 6,6 % 6,7 % 6,4 %
Nordrhein-Westfalen 27,0 % 27,8 % 25,2 %
Rheinland-Pfalz 3,6 % 3,7 % 3,3 %
Saarland 1,9 % 2,0 % 1,6 %
Sachsen 3,7 % 3,6 % 3,9 %
Sachsen-Anhalt 0,6 % 0,7 % 0,6 %
Schleswig-Holstein 2,0 % 1,9 % 2,1 %
Thüringen 0,9 % 1,1 % 0,6 %

Naturwissenschaften

Naturwissenschaften Gesamt Männer Frauen
Baden-Württemberg 13,5 % 13,8 % 13,4 %
Bayern 13,8 % 15,7 % 12,4 %
Berlin 8,0 % 7,8 % 8,2 %
Brandenburg 1,1 % 0,7 % 1,5 %
Bremen 0,4 % 0,4 % 0,4 %
Hamburg 3,0 % 3,8 % 2,3 %
Hessen 9,0 % 8,4 % 9,4 %
Meckl.-Vorpommern 1,5 % 1,1 % 1,8 %
Niedersachsen 8,1 % 8,3 % 7,9 %
Nordrhein-Westfalen 27,8 % 26,6 % 28,8 %
Rheinland-Pfalz 3,3 % 3,1 % 3,6 %
Saarland 0,3 % 0,3 % 0,2 %
Sachsen 3,3 % 3,6 % 3,1 %
Sachsen-Anhalt 2,0 % 1,8 % 2,1 %
Schleswig-Holstein 3,2 % 2,9 % 3,5 %
Thüringen 1,6 % 1,5 % 1,7 %

Auf der anderen Seite ist die Mobilität der Studierenden relativ hoch. So sagen fast 13 Prozent aus dem IT-Bereich, dass die vorgegebene Aussage in der Studie „Ich ziehe für meinen ersten Job überall hin.“ auf sie zutrifft. Knapp zwölf Prozent der Wirtschaftswissenschaftler_innen und Ingenieur_innen können sich ebenfalls vorstellen, „überall hin“ zu ziehen und auch elf Prozent der Naturwissenschaftler_innen zeigen diese extrem hohe Flexibilität. Dem anderen Extrem „Ich weiß schon genau, wo ich nach dem Studium arbeiten/leben möchte“ stimmte ein weit geringerer Teil der Befragten zu. Nur etwas mehr als vier Prozent der Naturwissenschaftler_innen und um die fünf Prozent der Befragten aus den Fächergruppen Wirtschaftswissenschaften, Informatik und Ingenieurwissenschaften stimmten dieser These zu.

Wie mobil bist Du? Bitte gib auf einer zehnstufigen Skala an, wie mobil Du bist (Angabe in Prozent):

Mobilität WiWi Ing IT NaWi
1 - Festgelegt. 5,4 % 5,2 % 5,8 % 4,3 %
2 7,8 % 7,8 % 7,3 % 7,1 %
3 13,1 % 13,5 % 12,6 % 13,1 %
4 10,4 % 10,8 % 9,9 % 10,3 %
5 10,0 % 10,3 % 11,6 % 11,2 %
6 8,5 % 8,1 % 9,9 % 9,0 %
7 13,9 % 14,2 % 13,2 % 13,0 %
8 13,3 % 12,7 % 12,3 % 14,4 %
9 6,1 % 5,5 % 4,7 % 6,7 %
10 - Flexibel. 11,6 % 11,8 % 12,8 % 10,9 %

These 2: Alle Studierenden leisten gleich viel.

Die Leistungsbereitschaft, die Studierende der Fächergruppen Wirtschaftswissenschaft, Naturwissenschaft, Informatik und Ingenieurwissenschaft haben, ist insgesamt betrachtet, recht hoch. Die Wirtschaftswissenschaftler_innen sind dabei Spitzenreiter. Sie sind bereit, durchschnittlich 43,4 Stunden in der Woche zu arbeiten. Die Männer stechen hier besonders hervor: Sie sind sogar bereit, 46 Stunden in der Woche zu arbeiten. Informatiker_innen möchten hingegen deutlich weniger lang arbeiten. Sie geben durchschnittlich zwei Stunden weniger in der Woche an. Gerade weibliche Studierende aus dem IT-Bereich entscheiden ganz klar zugunsten einer ausgeglichenen Work-Life-Balance. Sie möchten durchschnittlich nicht mehr als 39,8 Stunden arbeiten und bringen damit die geringste Leistungsbereitschaft auf. Sie sind jedoch nicht allein, auch ihre Kommilitoninnen aus den anderen Fächergruppen möchten deutlich weniger arbeiten als ihre Kommilitonen.

Wie viele Stunden bist Du bereit, pro Woche zu arbeiten?

Erwartete Wochenarbeitszeit Gesamt Männer Frauen
Wirtschaftswiss. 43,4 46,1 41,5
Ingenieurwissenschaften 41,8 42,2 40,7
Informatik 41,0 41,5 39,8
Naturwissenschaften 42,3 43,9 41,1

Bedeutet das, dass Frauen faul sind? Natürlich nicht. Gerade im Fall der Informatikerinnen kann man eine interessante Prioritätensetzung beobachten: Sie engagieren sich beispielsweise im außeruniversitären oder sozialen Bereich und überholen hier ihre Kommilitonen. Ähnlich sieht es auch bei den Naturwissenschaftlerinnen und bei den Ingenieurinnen aus. Zwar ist der Trend von 2018 zu 2019 etwas zurückgegangen, die Werte legen aber nahe, dass Frauen ihre Aktivitäten auch nach dem Eintritt ins Berufsleben weiter wahrnehmen wollen.

These 3: Frauen und Männer fordern das gleiche Gehalt.

Bei so unterschiedlicher Leistungsbereitschaft stellt sich die Frage, ob Frauen und Männer in den verschiedenen Fächergruppen auch sehr unterschiedliche Gehaltsvorstellungen haben. Ja, haben sie! Nichtsdestotrotz ist bei den Wirtschaftswissenschaftler_innen die Leistungsbreitschaft hoch und ihre Gehaltsvorstellungen sind nicht nur moderat, sondern auch die niedrigsten in den vier Fächergruppen. Die höchsten Gehaltsvorstellungen haben wiederum die Ingenieur_innen mit knapp 50.000 € Brutto pro Jahr.

Bei den Ingenieurinnen und den Informatikerinnen fällt auf, dass ihre Gender-Pay-Gap niedriger ausfällt als bei den Wirtschaftswissenschaftlerinnen (Daten zu den Naturwissenschaftlerinnen liegen nicht vor) und dass sie im Vergleich zum Vorjahr stagniert (Ingenieurinnen) oder steigt (Informatikerinnen). Im Durchschnitt sind die Gehaltsvorstellungen in den Fächergruppen Wirtschaftswissenschaften aber bei beiden Geschlechtern gesunken – bei den Ingenieur_innen und Informatiker_innen jedoch gestiegen.

Welches Bruttogehalt (Grundgehalt + Bonus als Jahresgehalt in Tausend Euro) erwartest Du?

Wirtschaftswissenschaften

Wirtschaftswissenschaften Erwartetes Jahresgehalt (in Tausend Euro) Gesamt Männer Frauen
2003 40,7 41,4 39,3
2004 41,7 42,7 40,2
2005 41,6 43,1 39,3
2006 40,7 42,1 38,9
2007 42,0 44,4 39,7
2008 42,7 45,0 40,7
2009 42,2 44,7 39,9
2010 42,5 45,1 39,5
2011 43,1 45,4 40,1
2012 43,3 46,0 40,2
2013 44,3 46,9 41,0
2014 44,0 46,8 41,2
2015 43,9 47,5 40,7
2016 45,2 48,5 42,1
2017 44,8 48,1 41,9
2018 46,5 49,7 43,0
2019 45,5 49,3 42,7

Ingenieurwissenschaften

Ingenieurwissenschaften Erwartetes Jahresgehalt (in Tausend Euro) Gesamt Männer Frauen
2003 41,7 41,6 39,9
2004 42,8 42,9 40,6
2005 43,0 42,9 40,2
2006 42,0 42,0 39,0
2007 43,8 43,7 40,8
2008 44,5 45,1 41,3
2009 43,8 44,3 41,3
2010 44,6 44,5 42,1
2011 45,4 45,4 41,2
2012 45,7 45,8 41,7
2013 46,2 46,8 42,4
2014 47,0 47,8 44,2
2015 47,4 48,4 43,8
2016 47,9 48,9 44,1
2017 47,6 48,6 44,4
2018 49,2 50,0 45,5
2019 48,9 50,1 45,5

Informatik

Informatik Erwartetes Jahresgehalt (in Tausend Euro) Gesamt Männer Frauen
2003 42,6 42,8 40,1
2004 43,9 43,9 40,7
2005 43,0 43,1 39,9
2006 41,8 41,7 38,9
2007 42,6 42,8 39,8
2008 43,3 43,8 40,3
2009 42,8 43,7 39,8
2010 43,7 44,1 40,3
2011 43,9 44,3 41,3
2012 45,0 45,4 41,4
2013 45,4 46,0 41,8
2014 45,6 46,4 42,5
2015 46,2 47,3 42,5
2016 47,1 47,7 44,7
2017 47,0 47,8 44,1
2018 47,9 48,6 44,9
2019 48,7 49,9 45,4

These 4: Beruflicher Erfolg ist nur durch Geld definiert.

Die Studie fragte die Studierenden nach ihrer Definition von beruflichem Erfolg. Fächergruppenübergreifend bedeutet es für die Studierenden, Spaß an der Arbeit zu haben – 19 bis 23 Prozent der Studierenden hält dies für einen Hinweis auf beruflichen Erfolg. Eine ähnlich große Einigkeit herrscht bei der Aussage „Mit Arbeit etwas Sinnvolles schaffen“. Bis zu 22 Prozent halten sinnstiftende Arbeit bei der Messung von beruflichem Erfolg für wichtig. Obwohl also sogenannte weiche Faktoren für die Studierenden wichtig sind, misst sich aber natürlich auch für sie der berufliche Erfolg daran, ein hohes Einkommen zu erzielen. Zwischen elf und 19 Prozent finden dies relevant. Eine Ausnahme sind hier die Ingenieurinnen. Für sie ist dieser Punkt weniger wichtig. Interessant zu beobachten ist, dass die Fächergruppen jeweils bestimmte berufliche Ziele verfolgen. Für Wirtschaftswissenschaftler_innen ist „Karriere zu machen“ mit zwölf bis 14 Prozent ein ziemlich wichtiger Indikator für beruflichen Erfolg – für die Studierenden der anderen Fächergruppen ist dies weniger wichtig. Für Studierende aus der Informatik und den Naturwissenschaften bemisst sich der berufliche Erfolg darin, Expert_in auf einem Fachgebiet zu werden – auch dieser Punkt ist für die beiden anderen Fächergruppen deutlich weniger wichtig. Zudem ergeben sich Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Der Anspruch, Expert_in auf einem Fachgebiet zu werden, ist besonders Männern in den Naturwissenschaften wichtig, Frauen und Männer aus der IT rücken dies ähnlich stark in den Mittelpunkt. Für Wirtschaftswissenschaftlerinnen dagegen ist es genauso wichtig, Erfolgserlebnisse zu haben, wie Karriere zu machen.

Was bedeutet für Dich am ehesten, beruflich erfolgreich zu sein?

Wirtschaftswissenschaften

Wirtschaftswissenschaften Gesamt Männer Frauen
Aufstieg in der Firmenhierarchie 5,8 % 6,2 % 5,6 %
Ein hohes Einkommen erzielen 14,3 % 19,0 % 11,0 %
Erfolgserlebnisse 9,8 % 7,4 % 11,5 %
Experte auf Fachgebiet 6,3 % 7,5 % 5,4 %
Gefordert werden 3,2 % 2,5 % 3,6 %
Hinter seiner Arbeit stehen 6,3 % 5,6 % 6,8 %
Karriere zu machen 12,5 % 13,7 % 11,7 %
Lob und Anerkennung 4,0 % 3,5 % 4,3 %
Mit Arbeit etwas Sinnvolles schaffen 12,0 % 11,1 % 12,6 %
Nicht für andere sondern einen selbst arbeiten 2,6 % 3,6 % 2,0 %
Seine Zielvorgaben erreichen 3,3 % 2,6 % 3,7 %
Spaß an der Arbeit haben 19,3 % 16,4 % 21,3 %
Sonstiges 0,6 % 1,0 % 0,3 %

Ingenieurwissenschaften

Ingenieurwissenschaften Gesamt Männer Frauen
Aufstieg in der Firmenhierarchie 5,5 % 6,2 % 3,8 %
Ein hohes Einkommen erzielen 12,2 % 13,4 % 8,9 %
Erfolgserlebnisse 7,2 % 6,7 % 8,6 %
Experte auf Fachgebiet 8,0 % 8,8 % 5,9 %
Gefordert werden 2,0 % 1,8 % 2,4 %
Hinter seiner Arbeit stehen 6,9 % 6,4 % 8,2 %
Karriere zu machen 8,7 % 8,6 % 9,1 %
Lob und Anerkennung 3,5 % 3,1 % 4,6 %
Mit Arbeit etwas Sinnvolles schaffen 17,9 % 17,4 % 19,1 %
Nicht für andere sondern einen selbst arbeiten 2,1 % 2,3 % 1,7 %
Seine Zielvorgaben erreichen 3,3 % 3,4 % 3,1 %
Spaß an der Arbeit haben 21,9 % 21,0 % 24,3 %
Sonstiges 0,6 % 0,8 % 0,3 %

Informatik

Informatik Gesamt Männer Frauen
Aufstieg in der Firmenhierarchie 4,3 % 4,7 % 3,4 %
Ein hohes Einkommen erzielen 12,9 % 13,7 % 10,7 %
Erfolgserlebnisse 8,1 % 7,3 % 10,0 %
Experte auf Fachgebiet 10,3 % 11,1 % 7,8 %
Gefordert werden 2,4 % 2,4 % 2,1 %
Hinter seiner Arbeit stehen 6,2 % 6,4 % 5,9 %
Karriere zu machen 7,7 % 7,1 % 9,5 %
Lob und Anerkennung 2,9 % 2,4 % 4,1 %
Mit Arbeit etwas Sinnvolles schaffen 16,6 % 16,4 % 17,3 %
Nicht für andere sondern einen selbst arbeiten 2,5 % 2,6 % 2,0 %
Seine Zielvorgaben erreichen 2,2 % 2,2 % 2,4 %
Spaß an der Arbeit haben 22,9 % 22,5 % 24,0 %
Sonstiges 1,0 % 1,0 % 0,9 %

Naturwissenschaften

Naturwissenschaften Gesamt Männer Frauen
Aufstieg in der Firmenhierarchie 3,6 % 4,3 % 3,1 %
Ein hohes Einkommen erzielen 11,2 % 12,9 % 10,0 %
Erfolgserlebnisse 7,9 % 5,2 % 9,7 %
Experte auf Fachgebiet 11,5 % 15,2 % 9,0 %
Gefordert werden 3,2 % 3,6 % 2,9 %
Hinter seiner Arbeit stehen 7,3 % 6,3 % 8,1 %
Karriere zu machen 6,0 % 6,8 % 5,6 %
Lob und Anerkennung 2,3 % 1,9 % 2,6 %
Mit Arbeit etwas Sinnvolles schaffen 20,4 % 18,3 % 21,8 %
Nicht für andere sondern einen selbst arbeiten 1,3 % 1,0 % 1,5 %
Seine Zielvorgaben erreichen 2,6 % 2,3 % 2,7 %
Spaß an der Arbeit haben 22,2 % 21,6 % 22,7 %
Sonstiges 0,5 % 0,6 % 0,3 %

These 5: Ein faires Gehalt ist wichtiger als ein hohes Gehalt.

Arbeiten, um zu leben – nicht leben, um zu arbeiten. Den jüngeren und hedonistischeren Generationen wird nachgesagt, dass sie einen anderen Arbeitsbegriff haben als die Generationen vor ihnen. Für sie seien Werte wichtiger als Geld. Sie würden Selbstverwirklichung suchen und keinen 9-to-5-Job. Doch kann man das auch statistisch belegen? Ja und nein.

Natürlich wollen auch die Berufseinsteiger_innen von morgen Geld verdienen. Die Ergebnisse der letzten Jahre zeigen aber, dass Studierenden ein faires Gehalt wichtiger ist als ein hohes Gehalt. So gaben fast 66 Prozent der Befragten an, dass ein faires Gehalt für sie der entscheidende Faktor bei der Entscheidung für oder gegen einen Arbeitgeber ist. Solange nach einem hohen Einstiegsgehalt gefragt wurde, war der Wert nicht so groß und gehört damit nicht zu den wichtigsten Faktoren.

Die Erwartung „Faires Gehalt“ hat auf diese Art und Weise alle anderen Faktoren bei der Arbeitgeberwahl überholt. Attraktive Arbeitsaufgaben, Karriereperspektiven, die Wertschätzung und Kollegialität anderer Mitarbeitender sowie die Möglichkeit zur persönlichen Entwicklung wurden somit überholt. Auch eine gute Work-Life-Balance, ein sicherer Arbeitsplatz, Weiterbildungsmöglichkeiten im Unternehmen und ein guter Führungsstil der Führungskraft, treten hinter einem fairen Gehalt zurück. Auffällig viele der Faktoren der Arbeitgeberwahl in den Top 10 lassen sich außerdem auf die eigenen Entwicklungsperspektiven und eine angenehme Arbeitsatmosphäre herunterbrechen. Und auch die anderen Faktoren überraschen kaum: Ein sicherer Arbeitsplatz, an dem man so bezahlt wird, wie es sich gehört, an dem man gut geführt wird, interessante Aufgaben erledigen kann und der sich mit den eigenen Lebensumständen vereinbaren lässt – wer möchte das nicht?

Wir möchten gerne wissen, worauf Du bei der Auswahl eines Arbeitgebers besonders achtest. Wie WICHTIG sind Dir folgende Aspekte („Sehr wichtig“-Angabe in Prozent) ?

Wirtschaftswissenschaften

Wirtschaftswissenschaften Attraktive Arbeitsaufgaben Faires Gehalt Gute Karriereperspektiven Gute Work-Life-Balance Guter Führungsstil Persönliche Entwicklung Sicherheit der Anstellung Weiterbildungsmöglichkeiten Wertschätzung der Mitarbeiter
2010 59,6 % 25,1 % 51,7 % 48,0 % 34,9 % 61,1 % 40,8 % 52,0 % 52,2 %
2011 60,5 % 27,6 % 52,9 % 50,5 % 34,2 % 62,4 % 42,7 % 51,5 % 54,3 %
2012 66,0 % 21,0 % 60,6 % 53,7 % 49,9 % 64,1 % 45,1 % 54,7 % 57,2 %
2013 65,3 % 21,5 % 59,4 % 55,9 % 50,4 % 62,7 % 45,7 % 54,1 % 58,3 %
2014 63,9 % 24,0 % 58,6 % 56,3 % 52,0 % 61,1 % 46,3 % 51,1 % 58,2 %
2015 63,9 % 22,9 % 57,3 % 54,0 % 50,4 % 60,3 % 43,8 % 50,6 % 57,2 %
2016 63,2 % 24,0 % 58,9 % 55,5 % 51,8 % 61,9 % 44,2 % 53,8 % 60,1 %
2017 63,3 % 23,9 % 62,6 % 53,8 % 52,6 % 64,6 % 43,3 % 54,7 % 59,0 %
2018 59,9 % 23,9 % 63,0 % 49,4 % 51,0 % 63,5 % 39,3 % 54,0 % 54,9 %
2019 55,7 % 67,4 % 58,9 % 50,6 % 48,7 % 59,0 % 40,2 % 49,9 % 54,8 %

Ingenieurwissenschaften

Ingenieurwissenschaften Gesamt Attraktive Arbeitsaufgaben Faires Gehalt Gute Karriereperspektiven Gute Work-Life-Balance Guter Führungsstil Persönliche Entwicklung Sicherheit der Anstellung Weiterbildungsmöglichkeiten Wertschätzung der Mitarbeiter
2010 60,3 % 24,9 % 46,4 % 46,1 % 33,0 % 56,6 % 49,8 % 50,4 % 52,3 %
2011 60,6 % 25,5 % 46,7 % 46,8 % 30,2 % 57,1 % 49,7 % 49,7 % 53,2 %
2012 64,2 % 20,3 % 52,4 % 52,4 % 45,1 % 57,2 % 52,1 % 50,5 % 54,0 %
2013 63,1 % 21,6 % 52,2 % 55,3 % 47,2 % 56,6 % 53,8 % 50,1 % 56,4 %
2014 62,1 % 25,0 % 51,5 % 53,2 % 47,4 % 53,7 % 52,5 % 45,8 % 54,6 %
2015 64,0 % 24,7 % 50,9 % 54,6 % 47,8 % 55,0 % 49,6 % 47,5 % 54,2 %
2016 60,0 % 24,7 % 51,4 % 55,5 % 47,2 % 55,8 % 50,7 % 49,6 % 56,4 %
2017 62,8 % 23,1 % 54,5 % 54,0% 47,1 % 59,4 % 47,2 % 51,3 % 55,9 %
2018 57,8 % 23,2 % 56,0 % 50,6 % 46,1 % 57,6 % 46,5 % 50,5 % 53,4 %
2019 54,9 % 65,3 % 52,2 % 50,1 % 43,1 % 54,8 % 46,1 % 47,3 % 52,8 %

Informatik

Informatik Gesamt Attraktive Arbeitsaufgaben Faires Gehalt Gute Karriereperspektiven Gute Work-Life-Balance Guter Führungsstil Persönliche Entwicklung Sicherheit der Anstellung Weiterbildungsmöglichkeiten Wertschätzung der Mitarbeiter
2010 60,1 % 24,3 % 41,8 % 47,5 % 31,3 % 52,2% 45,7 % 47,0 % 50,2 %
2011 57,8 % 26,4 % 42,1 % 49,3 % 31,1 % 52,9% 45,4 % 46,2 % 51,1 %
2012 60,8 % 22,2 % 49,6 % 51,6 % 45,0 % 53,1% 48,1 % 48,5 % 52,0 %
2013 60,8 % 22,7 % 48,2 % 54,3 % 45,0 % 50,5% 46,0 % 45,6 % 54,3 %
2014 59,2 % 25,2 % 46,8 % 54,1 % 46,1 % 49,9% 48,1 % 44,1 % 53,1 %
2015 62,7 % 25,1 % 47,3 % 54,0 % 46,6 % 51,0% 44,5 % 45,8 % 53,9 %
2016 57,6 % 26,9 % 49,2 % 56,7 % 46,4 % 51,8% 47,8 % 47,3 % 54,3 %
2017 56,5 % 26,4 % 52,6 % 53,5 % 46,1 % 55,0% 44,5 % 50,4 % 55,1 %
2018 57,2 % 25,3 % 53,3 % 54,0 % 45,6 % 53,2% 42,6 % 50,6 % 54,7 %
2019 54,7 % 65,2 % 51,6 % 56,0 % 45,1 % 53,3% 41,9 % 48,6 % 54,2 %

These 6: Status und Prestige sind nicht mehr entscheidend.

Die Arbeit scheint nicht mehr der Generierung von Status und Prestige zu dienen. Zu Status und Prestige gehören klassisch ein Firmenwagen, ein reservierter Parkplatz, das Eckbüro, ein_e persönliche_r Sekretär_in, ein teures Smartphone. Das alles scheinen keine zeitgemäßen Erwartungen mehr an einen Arbeitgeber zu sein. Es zeichnet sich schon länger ab, aber nun hat die Bedeutung von Status und Prestige ihren bisherigen Tiefpunkt erreicht: Nur jede_r zehnte Studierende hat die Erwartung, dass er oder sie durch den Job Status und Prestige erhalten. Damit ist Status und Prestige für die große Mehrheit aller Befragten in allen vier Fächergruppen nicht sehr wichtig. Insgesamt scheint ein Umdenken stattzufinden.

Wir möchten gerne wissen, worauf Du bei der Auswahl eines Arbeitgebers besonders achtest. Wie WICHTIG sind Dir folgende Aspekte („Sehr wichtig“-Angabe in Prozent)?

Wirtschaftswissenschaften

Wirtschaftswissenschaften Status und Prestige
2012 12,7 %
2013 13,7 %
2014 14,8 %
2015 14,7 %
2016 16,2 %
2017 14,7 %
2018 14,0 %
2019 11,6 %

Ingenieurwissenschaften

Ingenieurwissenschaften Status und Prestige
2012 11,2 %
2013 11,8 %
2014 12,4 %
2015 13,0 %
2016 15,3 %
2017 11,5 %
2018 12,0 %
2019 9,1 %

Informatik

Informatik Status und Prestige
2012 12,5 %
2013 12,2 %
2014 13,1 %
2015 14,1 %
2016 16,8 %
2017 14,3 %
2018 10,6 %
2019 10,3 %

These 7: Diversity und Chancengleichheit interessiert nur Frauen.

Mit dem Frauenanteil steigt auch die Erwartung an Diversity und Chancengleichheit in einem Unternehmen. Für Frauen ist das ein extrem wichtiger Punkt. Zwar ist der Faktor Diversity und Chancengleichheit auch für Männer ein Faktor bei der Arbeitgeberwahl. Vergleicht man aber männliche und weibliche Befragte, wird deutlich, dass Diversity und Chancengleichheit für Männer nur einer von vielen Faktoren ist und weit hinter diesen zurücksteht.

Für fast 52 Prozent der Frauen in den Ingenieurwissenschaften ist es wichtig, aber nur für 22 Prozent der Männer. Aber auch in den anderen Fächergruppen ist der Unterschied zwischen der Sicht von Männern und Frauen groß. Auch wenn Diversity und Chancengleichheit Frauen dort nicht ganz so wichtig ist wie in den Ingenieurwissenschaften. In den Naturwissenschaften achten über 45 Prozent der Frauen auf Diversity und Chancengleichheit und nur etwas über 21 Prozent der Männer. In der Informatik sind es 49 Prozent der Frauen und 24 Prozent der Männer. In den Wirtschaftswissenschaften ist der Faktor Diversity und Chancengleichheit für die Befragten am unwichtigsten. Hier interessieren sich nur etwas über 43 Prozent der Frauen und knapp 19 Prozent der Männer für dieses Thema bei der Arbeitgeberwahl.

Wir möchten gerne wissen, worauf Du bei der Auswahl eines Arbeitgebers besonders achtest. Wie WICHTIG sind Dir folgende Aspekte („Sehr wichtig“-Angabe in Prozent)?

Wirtschaftswissenschaften

Wirtschaftswissenschaften Diversity/Chancengleichheit
2010 40,0 %
2011 41,0 %
2012 39,3 %
2013 40,1 %
2014 40,2 %
2015 39,8 %
2016 42,7 %
2017 34,6 %
2018 32,1 %
2019 33,5 %

Informatik

Informatik Diversity/Chancengleichheit
2010 34,6 %
2011 34,4 %
2012 32,8 %
2013 34,4 %
2014 34,1 %
2015 36,6 %
2016 40,8 %
2017 33,5 %
2018 29,3 %
2019 30,4 %

These 8: Mobbing wird nicht akzeptiert.

Bei der Frage danach, welche Gründe gegen ein sonst attraktives Jobangebot sprechen würden, wurden fehlende Wertschätzung und ein schlechter Führungsstil von den Befragten am häufigsten ausgewählt. Das zeigt, wie maßgeblich das Verhalten von Führungskräften ist. Haben direkte Vorgesetzte in einem Unternehmen einen schlechten Ruf, kann dies eklatant dazu beitragen, dass Bewerber_innen einem Arbeitsangebot eine Absage erteilen. Eine Überraschung ist außerdem, dass ein schlechtes Image des Unternehmens nicht als wichtiger bewertet wird. Nur etwas mehr als zehn Prozent würden sich davon abschrecken lassen, wenn ein Arbeitsangebot ansonsten attraktiv ist.

Interessant ist außerdem, dass fehlende Wertschätzung für Informatiker_innen nicht so relevant zu sein scheint, wie für die drei anderen Fächergruppen – auch wenn es unter den Top 5 (von 14) bei den No-Gos rangiert. Neben den hohen Erwartungen, die die Studierenden an ihren zukünftigen Arbeitgeber haben, gibt es auch Aspekte, die ein absolutes No-Go darstellen. Der wichtigste darunter ist Mobbing.

Mobbing ist für über 60 Prozent der Befragten klar ein Grund, um eine Jobangebot abzulehnen. Am eindeutigsten lehnen Naturwissenschaftlerinnen Mobbing ab. Insgesamt zeigt sich, dass Frauen in allen Fächergruppen Mobbing noch einmal stärker ablehnen als Männer.

These 9: Ein niedriges Gehalt macht unzufrieden.

Schon bei der Frage, welche Erwartungen Studierende an einen Arbeitgeber haben, fällt auf, dass das Thema Gehalt wichtig ist. Dabei geht es aber offensichtlich nicht darum, ein hohes Einstiegsgehalt zu bekommen, sondern darum, dass dass Gehalt fair ist. Dementsprechend ist ein niedriges Gehalt auch ein No-Go.

Ein niedriges Gehalt ist für die Befragten eindeutig ein Grund, ein ansonsten attraktives Jobangebot abzulehnen. Dieser Grund ist für Männer durchweg noch wichtiger als für Frauen. Für alle vier Fächergruppen kann man außerdem beobachten, dass besonders für Wirtschaftswissenschaftler_innen das Gehalt nicht zu niedrig sein darf, wenn man ihnen ein Arbeitsangebot machen möchte. Für Naturwissenschaftler_innen ist ein zu niedriges Gehalt im Vergleich zu anderen Fächergruppen am wenigsten ein Ablehnungsgrund für ein Jobangebot. Gleichzeitig rangiert es bei ihnen aber auf Rang zwei nach Mobbing.

Ein weiteres Problem für Studierende besteht, wenn sie keine Entwicklungsmöglichkeiten in einem Unternehmen oder einem Job für sich sehen. Zwischen 25 und knapp 33 Prozent der Wirtschaftswissenschaftler_innen, Informatiker_innen, Naturwissenschaftler_innen und Ingenieur_innen sehen dies als Grund, ein Arbeitsangebot abzulehnen.

These 10: Überstunden gehören dazu und werden hingenommen.

Überstunden sind sicher ein problematisches Thema. Niemand freut sich schließlich, wenn er oder sie Überstunden machen muss. Für viele ist es allerdings bei dieser Frage relevant, ob diese unbezahlt sind oder bezahlt, wie sie abgegolten werden können, und ob sie grundsätzlich anfallen, oder ob sie eben ab und zuvorkommen.

Besonders Informatiker_innen stören sich offenbar an Überstunden, besonders wenn sie unbezahlt sind. Dies empfinden allerdings auch Ingenieur_innen und Naturwissenschaftler_innen als No-Go. Informatikerinnen sind am meisten davon genervt, wenn sie unbezahlte Überstunden machen müssen und lehnen diese noch strikter ab als Informatiker, während beispielsweise Wirtschaftswissenschaftler_innen darin weniger ein Problem sehen.

Überstunden, insbesondere wenn sie unbezahlt sind, werden also eher nicht hingenommen, sondern sind ein No-Go.

Bei welchem der folgenden Aspekte würdest Du ein attraktives Arbeitsangebot sofort ablehnen?

Wirtschaftswissenschaften

No-Gos Wirtschaftswissenschaften
Mobbing 61,0 %
Zu niedriges Gehalt 47,0 %
Keine Entwickl.- möglichkeiten 32,9 %
Fehlende Wertschätzung 27,8 %
Schlechter Führungsstil 22,1 %
Unbezahlte Überstunden 20,3 %
Ständige Erreichbarkeit 13,7 %
Schlechtes Image des Arbeitgebers 12,6 %
Keine Feedback- und Fehlerkultur 12,2 %
Keine flexible Zeiteinteilung 11,4 %
Abweichende Wertvorstellungen des AGs 10,1 %
Kommunikationsprobleme 9,5 %
Starre Hierarchien 9,1 %
Intransparente Entscheidungsprozesse 5,8 %

Ingenieurwissenschaften

No-Gos Ingenieurwissenschaften
Mobbing 57,5 %
Zu niedriges Gehalt 45,8 %
Keine Entwickl.- möglichkeiten 31,8 %
Fehlende Wertschätzung 27,6 %
Unbezahlte Überstunden 25,6 %
Schlechter Führungsstil 20,9 %
Ständige Erreichbarkeit 14,5 %
Keine Feedback- und Fehlerkultur 12,3 %
Kommunikationsprobleme 11,8 %
Keine flexible Zeiteinteilung 11,6 %
Schlechtes Image des Arbeitgebers 10,5 %
Abweichende Wertvorstellungen des AGs 9,9 %
Starre Hierarchien 8,0 %
Intransparente Entscheidungsprozesse 6,6 %

Informatik

No-Gos Informatik
Mobbing 56,1 %
Zu niedriges Gehalt 46,5 %
Keine Entwickl.- möglichkeiten 28,2 %
Unbezahlte Überstunden 26,0 %
Fehlende Wertschätzung 24,6 %
Schlechter Führungsstil 20,5 %
Keine flexible Zeiteinteilung 15,6 %
Ständige Erreichbarkeit 14,8 %
Keine Feedback- und Fehlerkultur 13,8 %
Kommunikationsprobleme 12,0 %
Abweichende Wertvorstellungen des AGs 10,1 %
Schlechtes Image des Arbeitgebers 9,8 %
Starre Hierarchien 8,6 %
Intransparente Entscheidungsprozesse 5,7 %

Naturwissenschaften

No-Gos Naturwissenschaften
Mobbing 67,3 %
Zu niedriges Gehalt 40,6 %
Fehlende Wertschätzung 25,8 %
Keine Entwickl.- möglichkeiten 25,6 %
Unbezahlte Überstunden 23,6 %
Schlechter Führungsstil 19,1 %
Ständige Erreichbarkeit 18,0 %
Kommunikationsprobleme 13,0 %
Abweichende Wertvorstellungen des AGs 12,9 %
Keine Feedback- und Fehlerkultur 12,2 %
Starre Hierarchien 10,5 %
Schlechtes Image des Arbeitgebers 10,0 %
Keine flexible Zeiteinteilung 8,3 %
Intransparente Entscheidungsprozesse 7,5 %

These 11: Studierende sind eine klar definierte Zielgruppe.

Für die Zielgruppe stellt sich natürlich auch die Frage, wie sie am liebsten angesprochen werden möchte. Hier ist es besonders spannend, sich anzusehen, wie sich die Möglichkeiten verändert haben und welches Medium und welche Strategie sich im Laufe der Zeit und 2019 am besten eignen.

Welche Informationsquellen sprechen die Studierenden an?

Die wichtigste Informationsquelle zu einem potenziellen Arbeitgeber für Studierende sind Jobbörsen und Karriereportale im Internet. Über 80 Prozent der Wirtschaftswissenschaftler_innen und zwischen 76 und 79 Prozent der Studierenden der drei anderen Fächergruppen informieren sich hier. Die zweite Wahl ist die Karriereseite der Unternehmen, für die sich die Studierenden interessieren – ein Vorteil, den ein Unternehmen leider nur nutzen kann, wenn es bekannt ist und sich bei potenziellen Bewerber_innen auch als Arbeitgeber platzieren konnte. An dritter Stelle mit über der Hälfte der Befragten steht bereits „Mundpropaganda“, also die Informationen, die Studierende von Freund_innen , der Familie oder aus dem Bekanntenkreis bezogen haben. Wichtig sind aber auch Einblicke in ein Unternehmen, das ein potenzieller Arbeitgeber sein will. Praktika und Nebenjobs werden dementsprechend von Studierenden zu 45 bis 59 Prozent als Informationsquelle benannt. Zu guter Letzt sind für 51 Prozent der Wirtschaftswissenschaftler_innen auch die sozialen Medien eine Möglichkeit, sich über potenzielle Arbeitgeber zu informieren. Ingenieure_innen, Naturwissenschaftler_innen und Informatiker_innen hingegen bevorzugen zu 45 bis 52 Prozent Fach- oder Jobmessen.

Eine Informationsquelle wird hingegen in keiner der Fächergruppen viel genutzt: das Alumni-Netzwerk der jeweiligen Hochschule. Nicht einmal jede_r Fünfte Studierende nutzt diese als Informationsquelle über potenzielle Arbeitgeber. Auch der Einfluss von Autoritäten scheint zu sinken. So waren Dozent_innen oder Professor_innen vor wenigen Jahren noch eine Informationsquelle, die von vielen Studierenden genutzt wurde. Von 2011 bis 2019 ist dieser Wert um ca. zehn Prozent gesunken – in allen Fächergruppen.

Wie informierst du dich über potenzielle Arbeitgeber?

Wirtschaftswissenschaften Ingenieurwissenschaften Informatik Naturwissenschaft
Alumni-Netzwerk der Hochschule 17,9 % 16,2 % 15,1 % 19,2 %
Career Center an der Hochschule 37,4 % 33,4 % 28,5 % 29,7 %
Gastvorlesung/ Veranstaltung 38,5 % 29,5 % 31,1 % 33,1 %
Dozenten/ Professoren 24,4 % 33,4 % 27,6 % 36,8 %
Familie/ Bekannte/ Freunde 60,3 % 57,9 % 55,5 % 52,9 %
Social-Media-Kanäle/ -Netzwerke 51,4 % 37,9 % 44,0 % 41,4 %
Karrierebücher/ Karriereratgeber 32,2 % 31.3 % 23,4 % 27,6 %
Zeitungen / Karrierezeitschriften 31,4 % 33,4 % 25,6 % 37,8 %
Blogs/ Internetforen 20,9 % 17,0 % 27,5 % 19,5 %
Internet-Jobbörsen/ Karriereportale 83,7 % 78,4 % 76,2 % 79,2 %
Internetseiten von Unternehmen 76,0 % 71,5 % 65,1 % 63,9 %
Informationstag bzw. Event in einem Unternehmen 21,6 % 18,8 % 22,5 % 16,1 %
Fach- / Jobmessen 45,6 % 51,9 % 46,4 % 44,8 %
Praktikum / Nebenjob in einem Unternehmen 58,5 % 57,5 % 46,3 % 48,9 %
Arbeitgeberbewertungen / Rankings 35,1 % 31,0 % 36,9 % 27,2 %
Networking- oder Fun-Event 22,0 % 16,4 % 23,9 % 15,9 %
Broschüre/ Flyer 35,3 % 39,1 % 34,1 % 41,6 %

Welche sozialen Medien nutzen die Studierenden?

Zusätzlich sind Studierende auch über die sozialen Medien erreichbar. Dabei ist Xing für drei der vier Fächergruppen die bevorzugte Plattform. Für die Naturwissenschaftler_innen hingegen ist Facebook die beste Möglichkeit, diese Gruppe anzusprechen. In allen vier Fächergruppen sind LinkedIn, Xing und Facebook die bevorzugte Wahl, wenn es um Studierende geht. In den Wirtschaftswissenschaften sind auch Instagram, YouTube, WhatsApp und e-follows eine gute Möglichkeit, um an Studierende heranzukommen. Ingenieurwissenschaftler_innen und Naturwissenschaftler_innen nutzen e-follows hingegen kaum. Auch Informatiker_innen nutzen Instagram, YouTube und WhatsApp, sind aber auch über Twitter und Reddit erreichbar.

Bei der Kontaktaufnahme mit weiblichen und männlichen Studierenden gibt es aber auch Unterschiede. So ist für Ingenieurwissenschaftlerinnen Xing am interessantesten. Schaut man sich aber die männlichen Studierenden an, erreicht man diese am besten über Facebook. Genauso sieht es bei den Naturwissenschaftlern aus. Auch sie favorisieren Facebook. Männliche Befragte aus den Ingenieurwissenschaften und Naturwissenschaften nutzen außerdem besonders gerne YouTube, während Frauen keine Präferenz für dieses Medium zeigen. Twitter und Reddit sind soziale Medien, die in der Informatik besonders von Männern genutzt werden – doppelt so viel wie von Frauen. Frauenspezifisch in allen Fächergruppen ist am ehesten Instagram.

Welche Messenger und Social-Media-Kanäle benutzt Du, wenn Du nach Jobs oder nach Infos rund um das Thema Karriere suchst?

Wirtschaftswissenschaften

Wirtschaftswissenschaften Gesamt Frauen Männer
Xing 51,1 % 52,4 % 49,3 %
LinkedIn 47,7 % 48,1 % 47,2 %
Facebook 42,8 % 42,0 % 43,8 %
Instagram 28,0 % 29,7 % 25,5 %
YouTube 19,1 % 15,5 % 24,4 %
WhatsApp 12,2 % 10,1 % 15,2 %
e-fellows 10,1 % 9,9 % 10,4 %

Ingenieurwissenschaften

Ingenieurwissenschaften Gesamt Frauen Männer
Xing 40,8 % 40,6 % 40,8 %
LinkedIn 33,6 % 33,0 % 33,9 %
Facebook 38,9 % 33,5 % 41,1 %
Instagram 22,1 % 20,2 % 22,8 %
YouTube 27,0 % 16,9 % 31,0 %
WhatsApp 16,3 % 10,9 % 18,4 %

Informatik

Informatik Gesamt Frauen Männer
Xing 36,8 % 38,4 % 36,3 %
LinkedIn 35,7 % 33,2 % 36,5 %
Facebook 34,8 % 35,4 % 34,7 %
Instagram 20,1 % 22,0 % 19,4 %
YouTube 27,7 % 21,6 % 29,7 %
WhatsApp 15,7 % 14,7 16,1 %
Twitter 12,3 % 7,0 % 14,1 %

Naturwissenschaften

Naturwissenschaften Gesamt Frauen Männer
Xing 31,7 % 31,5 % 32,0 %
LinkedIn 26,5 % 26,2 % 27,1 %
Facebook 42,9 % 39,4 % 47,9 %
Instagram 21,2 % 22,4 % 19,4 %
YouTube 20,8 % 17,2 % 26,1 %
WhatsApp 15,2 % 14,6 % 16,2 %

Auf welchen Websites suchen Studierende nach Jobs?

Bei den Websites, die Frauen und Männer der verschiedenen Fächergruppen nutzen, um sich über Arbeitgeber zu informieren, gibt es ein Hauptfeld von Platzhirschen, die tatsächlich in allen vier Fächergruppen Aufmerksamkeit auf sich ziehen können. Dieses Hauptfeld dominieren Indeed.com und Stepstone.de als Generalisten. Eine der beiden Websites ist immer der Spitzenreiter in den Fächergruppen. Doch schon der zweite Platz ist diverser verteilt. In den Wirtschaftswissenschaften und Ingenieurwissenschaften sind es wieder Indeed.com und Stepstone.de, die um den zweiten Platz kämpfen. In der Informatik und den Naturwissenschaften hingegen ist Arbeitsagentur.de zweitplatziert und hängt die Platzhirsche ab. Ab Platz drei spielt als vierter Anbieter auch kununu.de eine Rolle. Monster.de, Jobmensa.de und Absolventa.de kämpfen um die Plätze sechs bis acht. Im Rest der Top 10 kommen Websites dazu, die auf die Fächergruppen zugeschnitten sind, wie etwa Ingenieurkarriere.de für Ingenieur_innen oder Heise.de für Informatiker_innen.

Schaut man sich zu der Aufmerksamkeit in den verschiedenen Fächergruppen auch die Unterschiede zwischen Männern und Frauen an, wird deutlich, dass eine fehlende Differenzierung dazu führen kann, dass Unternehmen ihre Zielgruppe weniger gut erreichen. Jobmensa.de ist beispielsweise ein Portal, dass bei Frauen in allen Fächergruppen deutlich beliebter ist, als bei Männern. Glassdoor.de hingegen wird von Männern öfter besucht als von Frauen. Besonders deutlich wird diese Tendenz bei den Spezialportalen Heise.de und Stackoverflow.com. Sie werden von doppelt so viel Männern wie von Frauen gelesen.

Welche der folgenden Internetseiten nutzt Du, um Dich über Beruf und Karriere zu informieren?

Wirtschaftswissenschaften

Wirtschaftswissenschaften Gesamt Frauen Männer
Indeed.com 50,1 % 55,8 % 42,0 %
Stepstone.de 46,2 % 51,1 % 39,3 %
Kununu.com 28,1 % 29,0 % 26,8 %
Arbeitsagentur.de 27,1 % 29,7 % 23,2 %
Monster.de 24,7 % 26,6 % 22,0 %
Jobmensa.de 21,6 % 25,4 % 16,3 %
Absolventa.de 21,3 % 21,5 % 20,9 %
Glassdoor.de 18,2 % 15,1 % 22,8 %
Karriere.de 16,4 % 18,9 % 12,8 %
Karrierebibel.de 16,2 % 17,6 % 14,2 %

Ingenieurwissenschaften

Ingenieurswissenschaften Gesamt Frauen Männer
Indeed.com 13,4 % 12,5 % 13,7 %
Stepstone.de 13,7 % 17,9 % 11,9 %
Kununu.com 13,9 % 11,2 % 15,0 %
Arbeitsagentur.de 14,7 % 16,1 % 14,2 %
Monster.de 16,2 % 17,3 % 15,7 %
Jobmensa.de 16,3 % 23,5 % 13,5 %
Absolventa.de 16,5 % 19,3 % 15,4 %
Glassdoor.de 26,5 % 32,6 % 24,1 %
Karriere.de 29,3 % 35,2 % 27,1 %
Karrierebibel.de 31,9 % 35,5 % 30,4 %

Informatik

Informatik Gesamt Frauen Männer
Indeed.com 27,4 % 34,0 % 25,1 %
Stepstone.de 22,9 % 29,5 % 20,5 %
Kununu.com 16,4 % 17,7 % 16,0 %
Arbeitsagentur.de 24,8 % 32,8 % 22,1 %
Monster.de 15,9 % 19,5 % 14,7 %
Jobmensa.de 17,0 % 26,9 % 13,6 %
Absolventa.de 12,8 % 14,5 % 12,2 %
Glassdoor.de 14,2 % 11,8 % 14,9 %
Heise.de 18,0 % 10,6 % 20,5 %
Stackoverflow.com 15,4 % 8,9 % 17,5 %

Naturwissenschaften

Naturwissenschaften Gesamt Frauen Männer
Indeed.com 37,1 % 39,0 % 34,3 %
Stepstone.de 25,6 % 27,5 % 22,7 %
Arbeitsagentur.de 30,4 % 35,7 % 22,4 %
Monster.de 15,6 % 14,5 % 17,2 %
Jobmensa.de 24,0 % 26,5 % 20,3 %
Absolventa.de 13,1 % 11,0 % 16,1 %
Karriere.de 12,0 % 13,9 % 9,3 v
Berufsstart.de 18,2 % 21,1 % 14,1 %
Stellenanzeigen.de 12,0 % 13,4 % 10,1 %
Jobs.de 11,9 % 12,8 % 10,6 %

Welche Hochschulmarketingstrategien funktionieren wirklich?

Trotz der vielen anderen Möglichkeiten, Studierende zu erreichen, ist Hochschulmarketing nicht unwichtig geworden. Sie gezielt an der Hochschule anzusprechen, lohnt sich weiterhin. Wie bereits in der Frage nach den Informationsquellen der Studierenden deutlich wurde, sind praktische Erfahrungen mit einem Unternehmen wichtig. Dementsprechend ist es nötig, Werkstudierendenjobs auszuschreiben, da die Befragten angeben, sich auf diese Art und Weise am deutlichsten von einem Unternehmen angesprochen zu fühlen. Praktikumsausschreibungen werden ähnlich gut wahrgenommen, genauso Ausschreibungen für Abschlussarbeiten. Für Naturwissenschaftler_innen wird ein Unternehmen zudem auch dann interessant, wenn es Stipendien vergibt.

Für Ingenieur_innen am uninteressantesten ist wiederum die Finanzierung von Studierendenvereinigungen. Sie trägt nicht dazu bei, als Unternehmen von Studierenden wahrgenommen zu werden. Wirtschaftswissenschaftler_innnen und Informatiker_innen fallen Unternehmen nicht dadurch auf, dass sie einen Lehrstuhl gesponsert haben – verschwendetes Geld.

Welche Maßnahmen von Arbeitgebern an Deiner Hochschule sprechen Dich besonders an?

Wirtschaftswissenschaften

Maßnahmen Wirtschaftswissenschaften
Werkstudierendentätigkeit 60,5 %
Ausschreibung von Praktika (3 bis 6 Monate) 57,7 %
Praxisvortrag an der Hochschule 42,7 %
Ausschreibung von Abschlussarbeiten 33,9 %
Workshop/Case Studies 33,4 %
Stände auf Hochschulmessen 33,2 %
Unternehmenspräsentationen 32,3 %
Stipendien 30,8 %
Seminar (z. B. Vortragsreihe im Lehrplan) 29,9 %
Exkursionen 25,6 %
Networking-Event (z. B. Dinner und Talk) 25,5 %
Promotion am Campus (Z. B. Give-away mit Flyerverteiligung) 20,5 %
Orientierungswoche (5-Tagespraktikum) 18,9 %
Eintägiges (Fun-)Event (z. B. Social Day mit Unternehmensvertreter_innen) 18,3 %
Sichtbares Werbematerial von Unternehmen 15,7 %
Mehrtägiges (Fun-)Event (z. B. 3-tägiges Segelevent) 13,4 %
Podiumsdiskussion (z. B. Expert_innenrunde an der Hochschule) 13,3 %
Wettbewerb (z. B. Student Award) 8,9 %
Finanzierung von Studentenvereinigungen 7,4 %
Sponsoring von Lehrstühlen 6,4 %
Sonstige Maßnahmen 0,8 %

Ingenieurwissenschaften

Maßnahmen Ingenieurwissenschaften
Werkstudierendentätigkeit 67,1 %
Ausschreibung von Praktika (3 bis 6 Monate) 55,4 %
Praxisvortrag an der Hochschule 37,5 %
Ausschreibung von Abschlussarbeiten 52,5 %
Workshop/Case Studies 21,1 %
Stände auf Hochschulmessen 37,6 %
Unternehmenspräsentationen 24,7 %
Stipendien 36,1 %
Seminar (z. B. Vortragsreihe im Lehrplan) 25,2 %
Exkursionen 45,7 %
Networking-Event (z. B. Dinner und Talk) 13,4 %
Promotion am Campus (Z. B. Give-away mit Flyerverteiligung) 16,2 %
Orientierungswoche (5-Tagespraktikum) 15,2 %
Eintägiges (Fun-)Event (z. B. Social Day mit Unternehmensvertreter_innen) 11,5 %
Sichtbares Werbematerial von Unternehmen 15,4 %
Mehrtägiges (Fun-)Event (z. B. 3-tägiges Segelevent) 9,0 %
Podiumsdiskussion (z. B. Expert_innenrunde an der Hochschule) 10,1 %
Wettbewerb (z. B. Student Award) 11,2 %
Finanzierung von Studentenvereinigungen 8,8 %
Sponsoring von Lehrstühlen 10,3 %
Sonstige Maßnahmen 0,8 %

Informatik

Maßnahmen Informatik
Werkstudierendentätigkeit 59,4 %
Ausschreibung von Praktika (3 bis 6 Monate) 41,5 %
Praxisvortrag an der Hochschule 33,6 %
Ausschreibung von Abschlussarbeiten 36,8 %
Workshop/Case Studies 27,1 %
Stände auf Hochschulmessen 32,3 %
Unternehmenspräsentationen 23,2 %
Stipendien 36,0 %
Seminar (z. B. Vortragsreihe im Lehrplan) 26,6 %
Exkursionen 20,7 %
Networking-Event (z. B. Dinner und Talk) 19,7 %
Promotion am Campus (Z. B. Give-away mit Flyerverteiligung) 19,0 %
Orientierungswoche (5-Tagespraktikum) 18,5 %
Eintägiges (Fun-)Event (z. B. Social Day mit Unternehmensvertreter_innen) 14,6 %
Sichtbares Werbematerial von Unternehmen 15,0 %
Mehrtägiges (Fun-)Event (z. B. 3-tägiges Segelevent) 10,6 %
Podiumsdiskussion (z. B. Expert_innenrunde an der Hochschule) 9,7 %
Wettbewerb (z. B. Student Award) 14,6 %
Finanzierung von Studentenvereinigungen 9,4 %
Sponsoring von Lehrstühlen 8,9 %
Sonstige Maßnahmen 1,8 %

Naturwissenschaften

Maßnahmen Naturwissenschaften
Werkstudierendentätigkeit 51,2 %
Ausschreibung von Praktika (3 bis 6 Monate) 55,5 %
Praxisvortrag an der Hochschule 32,6 %
Ausschreibung von Abschlussarbeiten 43,5 %
Workshop/Case Studies 23,1 %
Stände auf Hochschulmessen 35,8 %
Unternehmenspräsentationen 26,1 %
Stipendien 44,4 %
Seminar (z. B. Vortragsreihe im Lehrplan) 31,9 %
Exkursionen 34,9 %
Networking-Event (z. B. Dinner und Talk) 15,9 %
Promotion am Campus (Z. B. Give-away mit Flyerverteiligung) 19,6 %
Orientierungswoche (5-Tagespraktikum) 23,9 %
Eintägiges (Fun-)Event (z. B. Social Day mit Unternehmensvertreter_innen) 12,7 %
Sichtbares Werbematerial von Unternehmen 17,1 %
Mehrtägiges (Fun-)Event (z. B. 3-tägiges Segelevent) 8,7 %
Podiumsdiskussion (z. B. Expert_innenrunde an der Hochschule) 12,6 %
Wettbewerb (z. B. Student Award) 9,7 %
Finanzierung von Studentenvereinigungen 8,2 %
Sponsoring von Lehrstühlen 10,9 %
Sonstige Maßnahmen 0,5 %

Profil der Befragten.

Wie alt sind die Befragten?

Der Altersdurchschnitt der Befragten unterscheidet sich in den verschiedenen Fächergruppen Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften und Informatik kaum. IT-Studierende sind die Jüngsten in den Fächergruppen, Ingenieur_innen die Ältesten, doch alle befragten Studierenden waren entweder knapp 24 Jahre alt oder nur etwas älter. Nur in der Informatik war dabei das Alter von männlichen und weiblichen Befragten gleich hoch. In den anderen Fächergruppen waren Frauen durchschnittlich jünger. Die Ingenieurwissenschaften bilden dabei jedoch eine Ausnahme. Hier sind die weiblichen Befragten unwesentlich älter.

Wie alt bist du?

Wirtschaftswissenschaften Ingenieurwissenschaften Informatik Naturwissenschaften
Gesamt 23,8 % 24,1 % 23,6 % 23,7 %

Wie ist die Verteilung von weiblichen und männlichen Studierenden?

Im Folgenden geht es ausschließlich um die Geschlechterverteilung der Befragten in der zugrundeliegenden Studie (bzw. Studien, die über die Entwicklung in den letzte drei Jahren geschrieben wurden). Die Geschlechterverteilung in der Studie bildet somit nicht immer die Realität ab.

In den Fächergruppen Naturwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Informatik und Ingenieurwissenschaften sind die befragten Studierenden entgegen dem Klischee nicht nur männlich. In den Wirtschaftswissenschaften und den Naturwissenschaften überwiegt der Frauenanteil sogar deutlich und liegt bei fast 60 Prozent. Damit ist er in den letzten drei Jahren deutlich gestiegen – in den Naturwissenschaften in einem Jahr sogar um zehn Prozent. Die Wirtschaftswissenschaften und Naturwissenschaften zeigen sich eindeutig als „Frauenfächer”. Die schlechte Nachricht: Das gilt nicht für Informatik und Ingenieurwissenschaften. Hier ist der Frauenmangel weiterhin ein Teil des Fachkräftemangels. Der Frauenanteil steigt zwar weiter, doch immer noch ist nicht einmal ein Drittel der Studierenden in diesen Fächergruppen weiblich. Die Ingenieurwissenschaften und Informatik sind also eindeutig noch „Männerfächer“. Der Anteil der männlichen Befragten liegt hier bei über 70 Prozent. Insgesamt steigt der Frauenanteil für den Untersuchungszeitraum jedoch weiter an.

Geschlecht

Wirtschaftswissenschaften

Wirtschaftswissenschaften 2017 2018 2019
Männer 45,5 % 51,1 % 41,1 %
Frauen 54,5 % 48,9 % 58,9 %

Ingenieurwissenschaften

Ingenieurwissenschaften 2017 2018 2019
Männer 74,7 % 80,1 % 73,3 %
Frauen 25,3 % 19,9 % 26,7 %

Informatik

Informatik 2017 2018 2019
Männer 76,9 % 79,1 % 74,0 %
Frauen 23,1 % 20,9 % 26,0 %

Naturwissenschaften

Naturwissenschaften 2018 2019
Männer 53,9 % 42,3 %
Frauen 46,1 % 57,7 %

Wie sieht der Notendurchschnitt bei den befragten Studierenden aus?

Auch der Notendurchschnitt der befragten Studierenden wurde abgefragt. Die Befragten sind leistungsstarke Studierende mit einem guten Zweierschnitt von 2,3. Die Befragten aus den Wirtschaftswissenschaften schnitten mit 2,2 sogar noch etwas besser ab.

Bitte gib Deine bisherigen Studienleistungen an.

Wirtschaftswissenschaften Ingenieurwissenschaften Informatik Naturwissenschaften
Note 2,2 2,3 2,3 2,3

Welche Fähigkeiten haben die Studierenden?

Sind die Absolvent_innen eigentlich gerüstet für die Digitalisierung, für Internationalität, für die praktischen Herausforderungen der Arbeitswelt? Die Studie fragte nach verschiedenen Kompetenzen, die über die verschiedenen Fächergruppen unterschiedlich verteilt sind – was sicher auch mit den Anknüpfungspunkten zu den Studieninhalten der Studierenden zusammenhängt.

Wenig überraschend sind deshalb die Informatiker_innen ganz vorn, wenn es um die Digitalisierung geht. Sie sind selbstverständlich sicher im Umgang mit diversen Betriebssystemen und Programmiersprachen, können Datenbanken erstellen und Websites programmieren und wissen, wie die Bearbeitung von Videos funktioniert. Besonders herausragend sind ihre Kenntnisse im Programmieren von Apps – eine Fähigkeit, die in den anderen Fächergruppen kaum ausgeprägt ist. Nicht einmal jeder zehnte Studierende aus anderen Fächergruppen ist dazu in der Lage. Aber auch ihre Kenntnisse im agilen Projektmanagement sind einsame Spitze. Jede_r zweite Informatik-Studierende ist mit Prinzipien wie Kanban und Scrum vertraut. In den Ingenieurwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften ist es nicht einmal jede_r Dritte. In den Naturwissenschaften liegt der Anteil unter den Befragten sogar unter zehn Prozent.

Bei der Pflege eines Videochannels und beim Programmieren einer SEO-Kampagne hingegen sind alle befragten Fächergruppen überfordert. Auch hier können nicht einmal zehn Prozent der Studierenden punkten. Zudem wird deutlich, dass weibliche Befragte immer deutlich hinter den männlichen Befragten zurückliegen. Das extremste Beispiel hierfür sind die Naturwissenschaftlerinnen. Frauen in dieser Fächergruppe geben nur zu knapp 47 Prozent an, mit diversen Betriebssystemen vertraut zu sein. Bei den männlichen Studierenden sind es 67 Prozent. Insgesamt scheinen die Befragten über breite Kenntnisse zu verfügen, in manchen Fällen besteht jedoch dringender Nachholbedarf.

Welche der folgenden Aussagen trifft auf dich zu?

Wirtschaftswissenschaften

Wirtschaftswissenschaften Gesamt Männer Frauen
Ich bin sicher im Umgang mit diversen Betriebssystemen. 64,9 % 71,0 % 60,3 %
Ich bin vertraut mit den Prinzipien des agilen Projektmanagements wie z.B. Scrum, Kanban. 29,0 % 31,2 % 27,5 %
Ich habe bereits eine App programmiert bzw. konzipiert. 3,7 % 5,3 % 2,5 %
Ich habe bereits eine SEO-Kampagne durchgeführt. 7,6 % 8,7 % 6,7 %
Ich habe bereits eine Social Media Kampagne durchgeführt. 17,7 % 17,2 % 18,2 %
Ich habe bereits eine Website programmiert bzw. konzipiert. 17,9 % 20,8 % 15,7 %
Ich habe bereits Erfahrung mit der digitalen Berarbeitung von Videos. 25,5 % 27,1 % 24,3 %
Ich habe bereits Erfahrungen im Umgang mit Programmiersprachen. 27,6 % 33,8 % 22,8 %
Ich habe bereits mit einem Microjob Geld verdient. 27,8 % 29,7 % 26,3 %
Ich kann Datenbanken erstellen. 27,2 % 32,5 % 23,1 %
Ich pflege eine Social Media-Seite (z. B. eines Sportvereins). 26,9 % 26,4 % 27,3 %

Ingenieurwissenschaften

Ingenieurwissenschaften Gesamt Männer Frauen
Ich bin sicher im Umgang mit diversen Betriebssystemen. 61,0 % 64,5 % 50,3 %
Ich bin vertraut mit den Prinzipien des agilen Projektmanagements wie z.B. Scrum, Kanban. 27,3 % 27,2 % 27,5 %
Ich habe bereits eine App programmiert bzw. konzipiert. 7,7 % 8,7 % 4,7 %
Ich habe bereits eine SEO-Kampagne durchgeführt. 1,3 % 1,5 % 0,6 %
Ich habe bereits eine Social Media Kampagne durchgeführt. 4,7 % 4,9 % 4,1 %
Ich habe bereits eine Website programmiert bzw. konzipiert. 17,0 % 18,8 % 11,6 %
Ich habe bereits Erfahrung mit der digitalen Berarbeitung von Videos. 26,0 % 27,7 % 20,9 %
Ich habe bereits Erfahrungen im Umgang mit Programmiersprachen. 65,1 % 67,2 % 58,8 %
Ich habe bereits mit einem Microjob Geld verdient. 28,3 % 29,1 % 25,7 %
Ich kann Datenbanken erstellen. 25,2 % 25,9 % 23,1 %
Ich pflege eine Social Media-Seite (z. B. eines Sportvereins). 14,8 % 14,6 % 15,5 %
Ich pflege einen Videochannel. 2,6 % 3,0 % 1,4 %

Informatik

Informatik Gesamt Männer Frauen
Ich bin sicher im Umgang mit diversen Betriebssystemen. 65,4 % 71,9 % 45,8 %
Ich bin vertraut mit den Prinzipien des agilen Projektmanagements wie z.B. Scrum, Kanban. 53,7 % 54,5 % 51,5 %
Ich habe bereits eine App programmiert bzw. konzipiert. 40,5 % 44,9 % 27,6 %
Ich habe bereits eine SEO-Kampagne durchgeführt. 6,4 % 6,9 % 5,0 %
Ich habe bereits eine Social Media Kampagne durchgeführt. 9,3 % 8,8 % 10,6 %
Ich habe bereits eine Website programmiert bzw. konzipiert. 55,5 % 58,3 % 47,1 %
Ich habe bereits Erfahrung mit der digitalen Berarbeitung von Videos. 36,9 % 38,2 % 33,2 %
Ich habe bereits Erfahrungen im Umgang mit Programmiersprachen. 89,3 % 91,0% 84,2%
Ich habe bereits mit einem Microjob Geld verdient. 27,6 % 29,4 % 22,2 %
Ich kann Datenbanken erstellen. 59,2 % 62,9 % 48,0 %
Ich pflege eine Social Media-Seite (z. B. eines Sportvereins). 19,1 % 19,0 % 19,4 %
Ich pflege einen Videochannel. 5,8 % 6,7 % 2,9 %

Naturwissenschaften

Naturwissenschaften Gesamt Männer Frauen
Ich bin sicher im Umgang mit diversen Betriebssystemen. 56,3 % 66,6 % 46,6 %
Ich bin vertraut mit den Prinzipien des agilen Projektmanagements wie z.B. Scrum, Kanban. 7,4 % 9,6 % 5,2 %
Ich habe bereits eine App programmiert bzw. konzipiert. 4,6 % 7,3 % 2,0 %
Ich habe bereits eine SEO-Kampagne durchgeführt. 0,9 % 1,3 % 0,5 %
Ich habe bereits eine Social Media Kampagne durchgeführt. 4,7 % 5,7 % 3,8 %
Ich habe bereits eine Website programmiert bzw. konzipiert. 12,7 % 18,1 % 7,6 %
Ich habe bereits Erfahrung mit der digitalen Berarbeitung von Videos. 22,9 % 26,2 % 19,7 %
Ich habe bereits Erfahrungen im Umgang mit Programmiersprachen. 49,9 % 58,0 % 42,2 %
Ich habe bereits mit einem Microjob Geld verdient. 37,0 % 34,8 % 39,0 %
Ich kann Datenbanken erstellen. 24,3 % 28,4 % 20,6 %
Ich pflege eine Social Media-Seite (z. B. eines Sportvereins). 15,7 % 15,8 % 15,8 %
Ich pflege einen Videochannel. 1,8 % 2,7 % 1,0 %

Während Wirtschaftswissenschaftler_innen, Informatiker_innen und vor allem Naturwissenschaftler_innen zu einem Großteil über Englischkenntnisse verfügen, sind es bei den Ingenieur_innen deutlich weniger.

Welche Erfahrungen bzw. Qualifikationen besitzt Du? – Englischkenntniss

Wirtschaftswissenschaften

2019 Englischkenntnisse
Ja 67,7 %
Nein 32,3 %

Ingenieurwissenschaften

2019 Englischkenntnisse
Ja 58,8 %
Nein 41,2 %

Informatik

2019 Englischkenntnisse
Ja 67,2 %
Nein 32,8 %

Naturwissenschaften

2019 Englischkenntnisse
Ja 68,7 %
Nein 31,3 %

Auch die Auslandserfahrung bei den vier Fächergruppen ist sehr unterschiedlich. Bei den Ingenieur_innen und Naturwissenschaftler_innen ist der Wert eher gering – nur knapp jede_r Vierte hat im Ausland studiert oder ein Auslandspraktikum gemacht. Informatiker_innen können sich im Schnitt sogar noch weniger dazu motivieren, im Ausland zu studieren oder ein Praktikum zu machen.

Welche Erfahrungen bzw. Qualifikationen besitzt Du?

Informatik

2019 Auslandserfahrung
Praktikum im Ausland 7,9 %
Studium im Ausland 12,6 %

Wirtschaftswissenschaften

2019 Auslanderfahrung
Praktikum im Ausland 16,3 %
Studium im Ausland 28,4 %

Ganz anders sieht es bei den Wirtschaftswissenschaftler_innen aus. Hier studieren etwas mehr als 28 Prozent im Ausland und auch für ein Auslandspraktikum sind Studierende dieser Fächergruppe deutlich offener. Sie gehen fast doppelt so oft für ein Praktikum ins Ausland als ihre Kommiliton_innen aus der Informatik.

Was sind die Lieblingsbranchen der Studierenden?

Die Absolvent_innen haben Lieblingsbranchen – gut zu wissen, ob die eigene Branche für die Befragten attraktiv ist: Die Automobilhersteller werden immerhin von drei der vier Fächergruppen hoch geschätzt – sowohl von den Wirtschaftswissenschaftler_innen, als auch von den Informatiker_innen und Ingenieur_innen. Gerade für Ingenieur_innen ist die Automobilbranche, noch vor dem Maschinen- und Anlagenbau bzw. der Industrie und der Elektrotechnik, der Lieblingsarbeitgeber. Für Naturwissenschaftler_innen und Informatiker_innen ist der Öffentliche Sektor interessant. Der Bereich IT-Dienstleistungen ist die favorisierte Branche der Informatiker_innen. Pharma- und Chemieindustrie sowie die Forschung sind die naheliegenden Lieblingsbranchen der Naturwissenschaftler_innen. Für Wirtschaftswissenschaftler_innen ist die Consultingbranche weiterhin interessant, ebenso wie der Handel und die Medien- und Werbebranche.

Doch es gibt auch Branchen, die eher unbeliebt sind: Die Bankenbranche ist bei allen – außer den Wirtschaftswisschenschafler_innen – ein eher wenig favorisierter Arbeitgeber. Ebenso steht es mit der Baubranche. Sie ist bei allen unbeliebt – außer den Ingenieur_innen. Wenig Interesse findet auch die Verteidigungsbranche. Sie wird nur von den Ingenieur_innen überhaupt wahrgenommen. Wenig beachtet sind außerdem die Branchen Telekommunikation, Steuerberatung/Wirtschaftsprüfung (nur von Wirtschaftswisschenschafler_innen erwähnt) und die Versicherungsbranche.

Welche der Arbeitgeber hältst Du als potenzielle Arbeitgeber für besonders attraktiv, d. h. bei welchen dieser Arbeitgeber würdest Du Dich am ehesten bewerben?

Wirtschaftswissenschaften

2019 Wirtschaftswissenschaften
Automobilhersteller 19,0 %
Automobilzulieferer 2,0 %
Aviation 2,7 %
Banken 7,2 %
Chemie/Pharma/Gesundheit 2,7 %
Construction 0,0 %
Consulting 18,7 %
Defence 0,0 %
Elektrotechnik/Elektronik 2,0 %
Energie/Versorgung/Umwelt 0,4 %
FMCG 7,0 %
Forschung 0,0 %
Handel 9,3 %
Ingenieurdienstleistungen 0,0 %
IT-Dienstleistungen 6,6 %
Konsumgüter 9,3 %
Maschinen- und Anlagenbau/Industrie 2,2 %
Medien/Werbung 2,8 %
Öffentlicher Sektor 6,2 %
Steuerberatung/Wirtschaftsprüfung 7,8 %
Telekommunikation 0,1 %
Transport/Logistik/Tourismus 7,7 %
Versicherungen 0,7 %

Ingenieurwissenschaften

2019 Ingenieurwissenschaften
Automobilhersteller 32,7 %
Automobilzulieferer 6,2 %
Aviation 9,9 %
Banken 0,0 %
Chemie/Pharma/Gesundheit 5,1 %
Construction 3,1 %
Consulting 2,6 %
Defence 2,0 %
Elektrotechnik/Elektronik 17,1 %
Energie/Versorgung/Umwelt 2,7 %
FMCG 0,3 %
Forschung 4,5 %
Handel 0,0 %
Ingenieurdienstleistungen 3,8 %
IT-Dienstleistungen 5,0 %
Konsumgüter 2,8 %
Maschinen- und Anlagenbau/Industrie 20,7 %
Medien/Werbung 0,0 %
Öffentlicher Sektor 5,5 %
Steuerberatung/Wirtschaftsprüfung 0,0 %
Telekommunikation 0,0 %
Transport/Logistik/Tourismus 1,9 %
Versicherungen 0,0 %

Informatik

2019 Informatik
Automobilhersteller 14,3 %
Automobilzulieferer 1,0 %
Aviation 3,9 %
Banken 0,0 %
Chemie/Pharma/Gesundheit 0,7 %
Construction 0,0 %
Consulting 8,6 %
Defence 0,0 %
Elektrotechnik/Elektronik 8,9 %
Energie/Versorgung/Umwelt 0,1 %
FMCG 0,0 %
Forschung 4,1 %
Handel 2,5 %
Ingenieurdienstleistungen 0,0 %
IT-Dienstleistungen 50,1 %
Konsumgüter 3,3 %
Maschinen- und Anlagenbau/Industrie 1,5 %
Medien/Werbung 0,9 %
Öffentlicher Sektor 10,3 %
Steuerberatung/Wirtschaftsprüfung 1,1 %
Telekommunikation 0,1 %
Transport/Logistik/Tourismus 0,1 %
Versicherungen 0,0 %

Naturwissenschaften

2019 Naturwissenschaften
Automobilhersteller 4,0 %
Automobilzulieferer 0,2 %
Aviation 2,3 %
Banken 0,6 %
Chemie/Pharma/Gesundheit 49,9 %
Construction 0,0 %
Consulting 3,7 %
Defence 0,1 %
Elektrotechnik/Elektronik 4,7 %
Energie/Versorgung/Umwelt 1,0 %
FMCG 3,0 %
Forschung 15,7 %
Handel 0,0 %
Ingenieurdienstleistungen 0,2 %
IT-Dienstleistungen 2,6 %
Konsumgüter 0,0 %
Maschinen- und Anlagenbau/Industrie 1,3 %
Medien/Werbung 0,0 %
Öffentlicher Sektor 22,0 %
Steuerberatung/Wirtschaftsprüfung 1,0 %
Telekommunikation 0,0 %
Transport/Logistik/Tourismus 1,3 %
Versicherungen 1,5 %

Durchführung der Studie.

Befragt wurden für das „Absolventenbarometer 2019“ 55.000 Studierende im Zeitraum von September 2018 bis Februar 2019 in Deutschland. Dazu füllten die Studierenden einen Online-Fragebogen aus. Eine Einladung und ein Passwort erhielten sie per E-Mail oder Brief. Für die Einladungen arbeiten wir mit verschiedenen Kooperationspartnern zusammen. Nach dem Mitwirken an der Studie erhielt jede_r Teilnehmer_in einen individuellen Teilnahmereport mit einer Auswertung der eigenen Karrierechancen.

Die Analyse der Daten erfolgte in unterschiedlichen Stufen. Zunächst wurden die Ergebnisse innerhalb der gesamten Stichprobe analysiert. Danach wurde untersucht, wie sich die Ergebnisse innerhalb verschiedener Untergruppen von den Gesamtresultaten unterscheiden. Um ein bundesweit repräsentatives Bild von den Meinungen der befragten Studierenden zu gewinnen, wurden die Antworten so gewichtet, dass das Verhältnis der Anzahl der Antworten pro Fächergruppe, Geschlecht und Region identisch mit dem Verhältnis in der Population ist. So wird sichergestellt, dass unterschiedlich hohe Rücklaufquoten ausgeglichen werden.

Über die Trendence Institut GmbH.

Die Trendence Institut GmbH ist ein unabhängiges Beratungs- und Marktforschungsunternehmen und steht seit 20 Jahren für data-driven Employer Branding. Trendence kennt die Karrierepläne und Wunscharbeitgeber von jungen Bewerber_innen und hilft Arbeitgebern dabei, die Bedürfnisse der Zielgruppe zu verstehen. So unterstützt das Trendence Institut Arbeitgeber mit seinen Daten und Insights bei anstehenden strategischen und operativen Entscheidungen im Bereich Employer Branding, Personalmarketing und Recruiting.

Große Aufmerksamkeit erfahren die Barometerstudien und Arbeitgeber-Rankings: Jedes Jahr ermittelt Trendence in den Barometerstudien mit mehr als 90.000 Schüler_innen, Studierenden und Young Professionals die Rankings der 100 attraktivsten Arbeitgeber Deutschlands. Die daraus resultierenden Siegel helfen Arbeitgebern dabei, mit ihrer Ranking-Position ins Blickfeld der Bewerber_innen zu rücken und geben Berufseinsteigenden Orientierung bei der Jobwahl. Daneben führt das Institut auch Auftragsstudien durch. Abhängig von der Zieldefinition wählt Trendence dann die entsprechende Studienmethode: von quantitativen Online-Befragungen über Fokusgruppen bis hin zu Tiefeninterviews.

Komplettiert wird das Angebot durch die Auszeichnungen für faire Arbeitgeber für Fachkräfte sowie karrierefördernde Trainee- und Ausbildungsprogramme. Die Zertifizierung beruht auf einem Audit, das die Programme hinsichtlich definierter Qualitätskriterien prüft. Diese werden zusammen mit Vertreter_innen aus der Wissenschaft entwickelt – zum Beispiel mit Prof. Dr. Ingo Weller vom Institut für Personalwirtschaft der Ludwig-Maximilians-Universität München oder Prof. Dr. Anja Seng, Professorin für BWL mit Schwerpunkt Personalmanagement, an der Hochschule für Ökonomie & Management (FOM).

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