Pendeln und Mobilität in Deutschland.

Inhalt.
  1. Intro von Robindro Ullah
  2. Die 3 Top-Ergebnisse
  3. These 1: Pendler haben keine Zeit
  4. These 2: Pendeln ist ungesund
  5. These 3: Wer pendelt, stellt besondere Ansprüche
  6. These 4: Alle Pendler möchten mit dem Auto mobil sein
  7. Profil der Befragten
  8. Durchführung der Studie

Hallo.

„Die Zeit, die einem fehlt“ – so oder ähnlich antworteten die meisten Studienteilnehmer auf die Frage, was aus ihrer Sicht der größte Nachteil am Pendeln ist. Und das wirkt sich aus, auf die Freizeit, die Familie, die Gesundheit und die Zufriedenheit der Pendler.

In unserer Studie „Pendeln und Mobilität in Deutschland 2019“ wurden über 1.000 akademische und nicht-akademische Fachkräfte mit Berufserfahrung sowie Studierende befragt. Dabei sollten sie unter anderem Angaben dazu machen, wie zufrieden sie mit ihrem Arbeitgeber sind, wie es ihnen gesundheitlich geht und was ihre Gründe dafür sind, zu pendeln. Dabei wurden alle als Pendler klassifiziert, deren Arbeitsweg täglich mehr als 30 Minuten beträgt. Bedenkt man, dass die Arbeitnehmer es in Kauf nehmen, mindestens eine Stunde am Tag nur mit dem Weg zur Arbeit zu verbringen, zusätzlich eine Pause machen und acht Stunden arbeiten, bleibt nicht mehr viel Zeit für eine gute Work-Life-Balance und die Arbeitszeit verlängert sich auf zehn Stunden und mehr.

Lesen Sie in diesem Trend-Report nach, wie Arbeitgeber Pendler unterstützen können, was Pendeln in Deutschland ausmacht, wie sich Arbeitgeber 2019 Mobilität vorstellen und was das alles mit der Flexibilisierung der Arbeit zu tun hat.

Robindro Ullah
HR-Strategist der Absolventa GmbH & Geschäftsführer der Trendence Institut GmbH


Die 3 Top-Ergebnisse.

Typische Pendler gibt es nicht.
Die Studie hat ergeben, dass sich sowohl Pendler_innen* als auch Arbeitnehmer, die nicht pendeln, in vielen Merkmalen rund um ihr Arbeitsleben ähneln: Die Anzahl der Akademiker ist ähnlich groß, Pendeln ist nicht typisch für Führungskräfte und nicht typisch für die Länge der Betriebszugehörigkeit. Zudem sind Pendler nicht signifikant häufiger bei großen Unternehmen beschäftigt als Nicht-Pendler.

Pendler haben eine schlechte Work-Life-Balance.
Pendler haben seltener Zeit für ihre Hobbys und ihre Familie. Über die Hälfte der Befragten gab an, dass der Zeitverlust für sie das Schlimmste am Pendeln ist.

Pendeln macht krank.
Pendler haben häufiger gesundheitliche Probleme als Nicht-Pendler. Sie sind beispielsweise häufiger von Erschöpfung und Müdigkeit betroffen, gefolgt von Schlafmangel, Nackenbeschwerden, Rückenschmerzen und erhöhten Stresssymptomen – einem Krankheitsbild, dass eine eindeutig psychosomatische Komponente hat.


These 1: Pendler haben keine Zeit.

INFOBOX:
Pendler sind in der zugrunde liegenden Studie Personen, die in der Nähe der Arbeit einen Zweitwohnsitz nutzen oder deren Anfahrt zur Arbeit länger als 30 Minuten in Anspruch nimmt.

Pendler nehmen es auf sich, für den Weg zur Arbeit viel Zeit zu investieren. Diese Zeit wird in den meisten Fällen nicht vergütet, im Gegenteil, die Mobilitätskosten müssen häufig von den Arbeitnehmern selbst übernommen werden. Dazu zählen Kosten für den Öffentlichen Nahverkehr, die Bahn, das Flugzeug oder das Auto sowie Wartungskosten. Die Zeit, die beim Pendeln verbraucht wird, lässt sich oft auch nicht effektiv nutzen, z. B. als Remote Arbeit bzw. ortsunabhängige Arbeit oder als Freizeit. Pendeln kann also einen erheblichen finanziellen und zeitlichen Verlust bedeuten.

Entscheidende Parameter ihres Privatlebens, wie z. B. ob sie genug Zeit für sich, ihre Partner, Kinder, Freunde und Hobbys haben, unterscheiden sich sehr deutlich zwischen Pendlern und Nicht-Pendlern.

So gaben 67 Prozent der Nicht-Pendler an, genug Zeit mit dem Partner zu verbringen. Von den Pendlern konnte das nur knapp 56 Prozent von sich sagen. Wenig Zeit verbrachten beide Gruppen mit ihren Kindern. Nur etwas weniger als 60 Prozent der Nicht-Pendler und nur 50 Prozent der Pendler verbringen laut eigenen Angaben genug Zeit mit ihnen. Auch Freundschaften leider unter der fehlenden Zeit – nur 42 Prozent der Pendler finden, dass sie genügend Zeit mit Freunden verbringen. Bei den Nicht-Pendlern sind es immerhin fast 56 Prozent.

Offenbar „sparen” die Pendler die Zeit, die sie verlieren, am ehesten bei sich selbst ein. Nur knapp 48 Prozent der Pendler geben an, im Allgemeinen genug freie Zeit zu haben. Zeit für Hobbys haben nur etwas mehr als 38 Prozent. Nicht-Pendler hingegen haben zu über 64 Prozent genug freie Zeit und zu über 56 Prozent genug Zeit für Hobbys. Damit liegen die Werte zwischen den Pendler und Nicht-Pendler bei diesen beiden Punkten am weitesten auseinander.

Wie bewertest du verschiedene Aspekte deines Privatlebens (mehrere Antworten möglich)?

Privatleben Anzahl Pendler (%) Anzahl Nicht-Pendler (%)
Ich habe genug Zeit für meinen Partner. 55,7 67
Ich verbringe genug Zeit mit meinen Kindern. 50 59,1
Ich habe im Allgemeinen genug freie Zeit. 47,7 64,2
Ich habe genügend Zeit für Freunde. 42 55,9
Für Hobbys habe ich genügend freie Zeit. 38,3 56,1

Bei den offenen Nennungen war die fehlende Zeit der Grund, der am dritthäufigsten von den Teilnehmer der Studie genannt wurden, als sie nach den Nachteilen des Pendelns gefragt wurden. „Verschwendete Abende im Hotel” vs. „Freizeit zu Hause“ und „Zeit mit der Familie“ verdeutlichen, wie das Zeitmanagement von Pendlern aussieht.

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These 2: Pendeln ist ungesund.

Wer weniger Freizeit hat, hat oft mehr Stress, wer mehr Stress hat, wird schneller krank – ist der Zusammenhang zu einfach? Schaut man sich die Angaben an, die die Befragten zu ihrer Gesundheit gemacht haben, ist es auffällig, dass alle Beschwerden in Zusammenhang mit Stress stehen.

Pendler sind fast 20 Prozentpunkte häufiger von Erschöpfung oder Müdigkeit und knapp zehn Prozentpunkte häufiger von Schlafmangel betroffen als Nicht-Pendler. Das kann kaum überraschen, da Pendeln häufig mit frühem Aufstehen verbunden ist. Über 77 Prozent der Pendler haben keinen Zweitwohnsitz und sind deshalb gezwungen, für den Anfahrtsweg zur Arbeit, früh aufzustehen.

Beschwerden wie Nackenschmerzen (neun Prozentpunkte häufiger als Nicht-Pendler) und Rückenschmerzen (fast sechs Prozentpunkte häufiger als Nicht-Pendler) beschreiben die körperliche Belastung, der Pendler ausgesetzt sind.

Beschwerden wie Kopfschmerzen (über sechs Prozentpunkte häufiger als bei Nicht-Pendler) sowie Stresssymptome wie Reizbarkeit und Nervosität (über sechs Prozentpunkte häufiger als bei Nicht-Pendler) beschreiben den Druck, unter dem Pendler stehen. Konkret nach ihren sonstigen Beschwerden gefragt, gaben 19 Prozent der Befragten außerdem an, unter Magenproblemen zu leiden (Reizdarm, Übelkeit, Magenschmerzen). Weitere 14 Prozent leiden unter Depressionen. Fast zehn Prozent gaben an, Probleme mit den Zähnen bzw. mit dem Kiefer zu haben, z. B. im Rahmen der Stresssymptome Zähneknirschen oder Kieferverspannung.

Wie häufig leidest du unter folgenden Beschwerden?

Beschwerden Anzahl Pendler (%) Anzahl Nicht-Pendler (%)
Häufige Erschöpfung oder Müdigkeit 54,6 35,1
Schlafmangel 41,4 31,8
Nackenbeschwerden 37,3 28,3
Rückenschmerzen 34,2 28,3
Erhöhte Stresssymptome wie Reizbarkeit oder Nervosität 32,6 26,1
Kopfschmerzen 21,3 14,8
Sonstige Beschwerden 20,9 10,3

These 3: Wer pendelt, stellt besondere Ansprüche.

Wenn Pendeln also ungesund ist und mit einem großen Verlust an Freizeit und Zeit für sich selbst, Familie und Freunden verbunden ist – warum pendeln Arbeitnehmer dann? An erster Stelle dafür stehen keine Karrieregründe. Weniger als 30 Prozent pendeln, um ihre Karriere voranzubringen und nur etwas weniger als 18 Prozent, weil ihr Beruf es grundsätzlich von ihnen verlangt und sogar nur knapp zwei Prozent, weil sie versetzt wurden.

Über 40 Prozent der Befragten jedoch pendelt, weil sie in der Nähe ihres Wohnortes keinen passenden Job gefunden haben. Interessant dabei ist, dass über 14 Prozent der Befragten pendeln, weil sie selbst umgezogen sind und nun eine größere Entfernung zum Arbeitsplatz haben. Das weist darauf hin, dass neben Karrierefaktoren für Pendler auch die angespannte Wohnsituation in den Ballungs- und Metropolregionen eine Rolle spielen könnte, die sich in den letzten Jahren zugespitzt hat.

Warum pendelst du?

Gründe fürs Pendeln Anzahl Pendler (%)
Ich kann keine Arbeit in der Nähe meines Hauptwohnsitzes finden. 40,1
Um meine Karriere voran zu treiben. 28,2
Mein Beruf verlangt das grundsätzlich von mir. 17,7
Ich bin umgezogen, daher vergrößerte sich die Entfernung zum Arbeitsplatz. 14,5
Meine Firma ist umgezogen. 2,7
Ich wurde versetzt. 1,6

Fragt man genauer, welche Rolle der Arbeitgeber bei der Entscheidung für eine Arbeitsstelle mit längerem Anfahrtsweg gespielt hat, unterscheiden sich die Ansprüche, die Pendler und Nicht-Pendler an ihren Arbeitsplatz stellen, kaum von einander. Für knapp 84 Prozent der Pendler und fast 91 Prozent der Nicht-Pendler steht ein faires Gehalt an erster Stelle. Daneben waren auch attraktive Arbeitsaufgaben und die Möglichkeit zur persönlichen Entwicklung für Pendler ausschlaggebend für ihre Entscheidung zu pendeln. Fragt man die Nicht-Pendler wären es die Faktoren Wertschätzung der Mitarbeitenden und eine gute Work-Life-Balance, die für sie ausschlaggebend wären.

Dir werden alle Faktoren angezeigt, die dir wichtig oder sehr wichtig sind. Bitte gib nun an, welche Faktoren ausschlaggebend für deine Entscheidung zu pendeln waren.

Arbeitgeberfaktoren
Ausschlaggebend
Anzahl Pendler (%)
Faires Gehalt 83,6
Attraktive Arbeitsaufgaben 76,2
Persönliche Entwicklung 73,7
Wertschätzung der Mitarbeitenden 70,7
Sicherheit der Anstellung 68,5
Kollegialität 68,3
Gute Karriereperspektiven 64,2
Work-Life-Balance 61,1
Guter Führungsstil 59,9
Hohes Maß an Eigenverantwortung 55,4

Dir werden alle Faktoren angezeigt, die dir wichtig oder sehr wichtig sind. Bitte gib nun an, welche Faktoren ausschlaggebend für deine Entscheidung zu pendeln wären.

Arbeitgeberfaktoren
Ausschlaggebend
Anzahl Nicht-Pendler (%)
Faires Gehalt 90,6
Wertschätzung der Mitarbeitenden 78,8
Work-Life-Balance 77,8
Kollegialität 74,5
Sicherheit der Anstellung 73,2
Attraktive Arbeitsaufgaben 71,8
Persönliche Entwicklung 70
Guter Führungsstil 69,6
Gute Karriereperspektiven 68,8
Hohes Maß an Eigenverantwortung 46,9
Attraktiver Standort 46,9

Aber es gibt deutliche Unterschiede zwischen dem, was die Pendler sich von ihrem Arbeitgeber wünschen und was sie tatsächlich bekommen.

Auch bei den Pendlern ist der Wunsch nach Flexibilität hoch. Über 81 Prozent wünschen sich Homeoffice-Optionen, aber nur 58 Prozent können sie tatsächlich nutzen. Ähnlich sieht es mit Remote Arbeit/ortsunabhängigem Arbeiten aus. Über 54 Prozent würden diese Arbeitserleichterung gerne nutzen, aber nur knapp 25 Prozent erhalten die Möglichkeit dazu.

In anderen Bereichen, wie z. B. bei flexibler Arbeitszeit, die fast 77 Prozent gerne nutzen würden, kommen Pendler mehr auf ihre Kosten. Etwas mehr als 73 Prozent können diese Arbeitserleichterung bereits in Anspruch nehmen. Weniger beliebt sind Teilzeit-Optionen. Fast 23 Prozent würden sie gerne in Anspruch nehmen, über 40 Prozent der Arbeitgeber stellen diese Option auch bereit – hier werden Pendlern Optionen angeboten, die sie gar nicht brauchen.

Welche der folgenden Aspekte würden für dich als Pendler dein Arbeitsleben erleichtern? Was davon bietet dein Arbeitgeber an?

Pendler – Arbeitserleichterung Anzahl Pendler Wünsche (%) Anzahl Pendler Angebot (%)
Homeoffice 81,4 58
Flexible Arbeitszeiten 76,9 73,3
Remote Arbeit/ortsunabhängiges Arbeiten 54,2 29,3
Gleitzeit ohne Stundenerfassung 33,9 24,7
Funktionsarbeitszeit ohne feste Anwesenheitszeiten 31,1 14,2
Teilzeit-Optionen 22,8 40,6
Jahresarbeitszeitkonten, wie z. B. Saisonarbeit 21,7 9,7
Kein festes Büro 15,6 7,7

These 4: Alle Pendler möchten mit dem Auto mobil sein.

Doch wenn sie schon pendeln müssen, mit welchem Verkehrsmittel möchten Pendler am liebsten von zu Hause oder dem Zweitwohnsitz zur Arbeit kommen? Hierbei ist es wieder besonders interessant, sich anzuschauen, was sich die Pendler wünschen und mit welchen Verkehrsmitteln sie aktuell tatsächlich unterwegs sind. Die allermeisten Pendler mit über 56 Prozent fahren mit dem Auto. Doch nur etwas mehr als 34 Prozent wünschen sich, mit dem Auto zu pendeln. Ähnlich sieht es mit dem Flugzeug aus. Über 20 Prozent der Pendler nutzen für den Arbeitsweg das Flugzeug, aber nur 15 Prozent finden das wünschenswert.

Realität und Wunschdenken unterschieden sich aber kaum, wenn es um die Bahn als Verkehrsmittel geht. Etwas mehr als 16 Prozent würden die Bahn gerne nutzen, etwas mehr als 17 Prozent nutzen sie tatsächlich.

Beim Öffentlichen Nachverkehr dreht sich das Bild um. Fast 26 Prozent würden den Öffentlichen Nachverkehr gerne nutzen, tatsächlich nutzen ihn aber nur knapp vier Prozent. Einige würden ihren Arbeitsweg auch gerne (teilweise) zu Fuß bewältigen, etwas mehr als sieben Prozent wünschen sich das. Tatsächlich hat nur ein Prozent die Möglichkeit dazu.

Mit welchem Verkehrsmittel legst du die größte Wegstrecke von deinem Erstwohnsitz zum Arbeitsort zurück? Wenn du alle möglichen Optionen in Betracht ziehst, mit welchem Verkehrsmittel würdest du am liebsten hauptsächlich zur Arbeit fahren?

Pendler – Verkehrsmittel Anzahl Pendler (%) Wünsche Anzahl Pendler (%) Angebot
Auto 34,2 56,5
ÖPNV (Nahverkehr) 25,6 3,8
Bahn (DB o.ä.) 16,4 17,2
Flugzeug 15,1 20,4
Zu Fuß 7,3 1,1
Fahrrad/Elektrofahrrad 0,3 0,3
Sonstiges 1,1 0,8

Die Wünsche und die Realität der Pendler liegen also teilweise weit auseinander. Wie unterstützen Arbeitgeber Pendler zur Zeit?

34 Prozent der Arbeitgeber gewähren ihren Mitarbeitenden schon einen Fahrkostenzuschuss bzw. ein Jobticket. In der Studie klagten aber viele Pendler, dass der ÖPNV nicht häufig genug fahre, das Streckennetz nicht gut genug sei, Umsteigezeiten die Wegzeit erheblich verlängern würden oder sie keine Anbindung an Öffentliche Verkehrsmittel hätten.

Selten vorhanden sind demgegenüber ein Fahrrad/Elektrofahrrad als Arbeitgeberleistung und Dienstwagen. Ebenso selten erhalten Pendler einen Zuschuss bzw. Ersatz ihrer Fahrkosten beim Pendeln in Form einer Bahncard 25, 50 oder 100.

Erhältst du eine oder mehrere der folgenden Arbeitgeberleistungen und wie wichtig sind diese für dich?

Vorhandensein Arbeitgeberleistungen Nicht vorhanden (%) Vorhanden (%)
Fahrkostenzuschuss/Jobticket (Zuschuss zum ÖPNV) 66 34
Fahrrad/Elektrofahrrad 87,3 12,7
Dienstwagen 88,9 11,1
Bahncard (25 oder 50) 91,7 8,3
Bahncard 100 96,9 3,1

Profil der Befragten.

Ausbildung.

Schaut man sich den Ausbildungshintergrund der Pendler und Nicht-Pendler an, stellt man fest, dass Pendler häufiger einen Hochschulabschluss haben, als Nicht-Pendler. Da dieser Unterschied aber weniger als fünf Prozent ausmacht, kann man nicht pauschal sagen, dass Pendler und Nicht-Pendler einen völlig unterschiedlichen Ausbildungshintergrund haben. Beide haben in der Mehrheit einen Hochschulabschluss und nur knapp ein Viertel von ihnen hat eine Lehre gemacht bzw. eine Berufsausbildung absolviert.

Was ist dein höchster Bildungsabschluss?

Ausbildungsart Anzahl Alle (%) Anzahl Pendler (%) Anzahl Nicht-Pendler (%)
Lehre/Berufsausbildung 23,2 20,9 26
(Fach-)Hochschulstudium 73,7 75,9 71,1
Promotion 3,1 3,2 2,9

Berufliche Situation.

Die berufliche Situation der Pendler und Nicht-Pendler ist vergleichbar und ähnelt sich. Sie sind in der Mehrheit festangestellt. Nur sehr wenige Pendler und Nicht-Pendler sind selbstständig bzw. freiberuflich tätig, auch Zeitarbeit ist eher eine Ausnahme unter den Befragten.

Was ist dein derzeitiger (beruflicher) Status?

Berufliche Situation Anzahl Pendler (%) Anzahl Nicht-Pendler (%)
Festanstellung 93,6 93,2
Elternzeit 2,1 2,3
Selbständig/freiberuflich 1,9 1,6
Zeitarbeit 1,1 1,6

Berufserfahrung.

Die Befragten sind durchschnittlich 8,7 Jahre im Beruf. Auffällig ist, dass Pendler im Schnitt 2,3 Jahre weniger Berufserfahrung mitbringen, als Nicht-Pendler.

Wie lange bist du schon im Berufsleben (ohne Praktika, studentische Mitarbeit etc.)?

Anzahl Alle als Mittelwert Anzahl Pendler als Mittelwert Anzahl Nicht-Pendler als Mittelwert
Berufserfahrung 8,7 7,7 10

Über Führungserfahrung verfügen im Durchschnitt knapp 38 Prozent der befragten Pendler_innen und Nicht-Pendler_innen.

Hast du bereits Führungserfahrung?

Führungserfahrung Anzahl Alle (%) Anzahl Pendler_innen (%) Anzahl Nicht-Pendler (%)
Ja 37,4 36,3 38,6
Nein 62,6 63,7 61,4

Branchenhintergrund.

Die meisten Befragten, die nicht mehr studieren, arbeiten in der Automobilhersteller- und Automobilzuliefererbranche. Der zweithäufigste Arbeitsplatz für Nicht-Pendler ist die Maschinen- und Anlagenbaubranche sowie die Luft- und Raumfahrtbranche. Für Pendler ist es der Öffentliche Sektor bzw. NGOs. Auf dem dritten Platz sind es für beide Gruppen Forschung, Chemie und Pharma sowie Health Care. Für Pendler sind es außerdem noch IT bzw. IT-Dienstleistungen und Telekommunikation sowie die Maschinen- und Anlagenbaubranche und die Luft- und Raumfahrtbranche, in denen sie am dritthäufigsten beschäftigt sind.

Welcher Branche gehört dein derzeitiger (bzw. letzter) Arbeitgeber an?

Anzahl Alle (%) Anzahl Pendler (%) Anzahl Nicht-Pendler (%)
Automobilhersteller/Automobilzulieferer 14,9 12,4 18
Maschinen- und Anlagenbau/Luft- und Raumfahrt/Defence 11,7 9,6 14,3
Öffentlicher Sektor/NGOs 9,5 11,5 7,1
Forschung/Chemie und Pharma/Health Care 9,5 9,6 9,4
IT/IT-Dienstleistungen/Telekommunikation 9 9,6 8,3
Consulting/IT-Consulting/Steuerberatung/Wirtschaftsprüfung 7,6 9,3 5,6
Elektrotechnik/Elektronik/Medizintechnik 7,1 7,1 7,1
Transport/Logistik/Tourismus 6,6 7,7 5,3
Banken/Versicherungen 6,1 5 7,5
Handel/E-Commerce 5,9 5,9 6
Medien/Werbung 3,4 3,7 3
Konsumgüter/FMCG 2,9 3,1 2,6
Energie/Ent- und Versorgung/Umwelt 2,9 3,1 2,6
Ingenieurdienstleistungen/Hoch- und Tiefbau/Infrastruktur 2,7 2,5 3

Größe des Arbeitgebers.

Die meisten der Befragten arbeiten in einem großen Unternehmen, das mehr als 2.000 Mitarbeitende beschäftigt. Auch hier unterscheiden sich Pendler kaum von den Nicht-Pendler.

Wie viele Mitarbeitende hat dein Unternehmen?

Anzahl der Mitarbeitenden im Unternehmen Anzahl Alle (%) Anzahl Pendler (%) Anzahl Nicht-Pendler (%)
weniger als 10 5,6 4,3 7,1
10 bis 20 3,5 3,2 3,9
20 bis 100 12,2 10,7 13,9
100 bis 200 10,1 12,1 7,8
200 bis unter 2.000 30,1 28,7 31,7
2.000 und mehr 38,6 41 35,6

Alter.

Das durchschnittliche Alter der Befragten ist 28 Jahre. Die Studierenden sind mit etwas mehr als 24 Jahren jünger, die Pendler und Nicht-Pendler mit 30 Jahren älter als der Durchschnitt der Befragten.

Geschlechterverteilung.

Das Geschlechterverhältnis unter den Befragten ist etwas zu Gunsten der männlichen Befragten verschoben. Bei den Studierenden liegt ist es weniger deutlich (54,4 Prozent männlich, 54,4 Prozent weiblich, 0,3 Prozent divers), bei den Nicht-Pendler noch deutlicher (67,8 Prozent männlich, 31,8 Prozent weiblich, 0,3 Prozent divers) zu Gunsten der Männer verschoben.

Geschlecht

Geschlecht Anzahl (%)
Männer 60,5
Frauen 39,2
Divers 0,3

Regionalität.

Die Befragten kommen aus allen Bundesländern. Die drei Bundesländer, die am meisten vertreten waren, sind Bayern mit 20,5 Prozent, Nordrhein-Westfalen mit 16,4 Prozent und Baden-Württemberg mit 15,3 Prozent.

Private Situation.

Der Großteil der Befragten (63 Prozent) lebt in einer festen Partnerschaft. Dabei unterscheidet sich die Situation zwischen Studierenden sowie Pendlern und Nicht-Pendlern. Die befragten Studierenden sind zu 53,3 Prozent Singles und zu 46,7 Prozent vergeben. Bei den befragten Nicht-Pendlern und Pendlern sind die meisten in einer Partnerschaft (ca. 72 Prozent).

Die meisten Befragten haben jedoch keine Kinder. Nur 18 Prozent gaben an, bereits Eltern zu sein.

Durchführung der Studie.

Für die Studie wurden zwischen August und September 2019 über 1.000 Teilnehmer befragt. Die Teilnehmergruppe umfasste nicht-akademische und akademische Fachkräfte mit sowie Studierende.

Methode.

Die Einladung der Befragten erfolgte in Zusammenarbeit mit verschiedenen Kooperationspartnern. Die Teilnehmer erhielten eine Einladung per E-Mail. Anschließend konnten sie einen Online-Fragebogen ausfüllen.

Die Analyse der Daten erfolgte in unterschiedlichen Stufen. Zunächst wurden die Ergebnisse innerhalb der gesamten Stichprobe analysiert. Danach wurde untersucht, wie sich die Ergebnisse innerhalb verschiedener Untergruppen von den Gesamtresultaten unterscheiden.

Über die Trendence Institut GmbH.

Die Trendence Institut GmbH ist ein unabhängiges Beratungs- und Marktforschungsunternehmen und steht seit 20 Jahren für data-driven Employer Branding. Trendence kennt die Karrierepläne und Wunscharbeitgeber von jungen Bewerbern und hilft Arbeitgebern dabei, die Bedürfnisse der Zielgruppe zu verstehen. So unterstützt das Trendence Institut Arbeitgeber mit seinen Daten und Insights bei anstehenden strategischen und operativen Entscheidungen im Bereich Employer Branding, Personalmarketing und Recruiting.

Große Aufmerksamkeit erfahren die Barometerstudien und Arbeitgeber-Rankings: Jedes Jahr ermittelt Trendence in den Barometerstudien mit mehr als 90.000 Schülern, Studierenden und Young Professionals die Rankings der 100 attraktivsten Arbeitgeber Deutschlands. Die daraus resultierenden Siegel helfen Arbeitgebern dabei, mit ihrer Ranking-Position ins Blickfeld der Bewerber zu rücken und geben Berufseinsteigenden Orientierung bei der Jobwahl. Daneben führt das Institut auch Auftragsstudien durch. Abhängig von der Zieldefinition wählt Trendence dann die entsprechende Studienmethode: von quantitativen Online-Befragungen über Fokusgruppen bis hin zu Tiefeninterviews.

Komplettiert wird das Angebot durch die Auszeichnungen für faire Arbeitgeber für Fachkräfte sowie karrierefördernde Trainee- und Ausbildungsprogramme. Die Zertifizierung beruht auf einem Audit, das die Programme hinsichtlich definierter Qualitätskriterien prüft. Diese werden zusammen mit Vertretern aus der Wissenschaft entwickelt – zum Beispiel mit Prof. Dr. Ingo Weller vom Institut für Personalwirtschaft der Ludwig-Maximilians-Universität München oder Prof. Dr. Anja Seng, Professorin für BWL mit Schwerpunkt Personalmanagement, an der Hochschule für Ökonomie & Management (FOM).

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