Gehalt: Wunsch vs. Realität für Studierende.


Hallo.

Welches Gehalt erwarten Studierende eigentlich, wenn sie von der Hochschule kommen? Ist Gehalt für sie überhaupt wichtig – kann man Absolvent_innen noch mit einem hohen Gehalt und Boni locken? Dazu kommt die entscheidende Frage für Arbeitgeber: Wie sieht die Realität dann für Young Professionals aus, die tatsächlich im Arbeitsleben angekommen sind? Das und vieles mehr sind die Fragen, die dieser Trend-Report beantworten kann.

Dabei kommt heraus, dass Berufseinsteigende eine hohe Leistungsbreitschaft haben – und deutlich über der Wochenarbeitszeit liegen, die sie sich als Studierende vorgestellt haben. Wir analysieren, auf wen das zutrifft und geben Hinweise, woran das liegen könnte.

Außerdem schauen wir uns die Gender-Pay-Gap an, in welchen Branchen sie noch besteht und was die Transparenz der Gehälter für Berufseinsteigende bedeutet.

Im Fokus steht außerdem die Bedeutung von Gehalt. Für Studierende und Young Professionals sind ein hohes Gehalt und viel Geld nicht mehr das Wichtigste, sie wollen stattdessen ein faires Gehalt und lassen sich auch von Extraleistungen begeistern. Schließlich fasst der Trend-Report auch zusammen, was Berufseinsteigende tatsächlich verdienen und setzt dies ins Verhältnis dazu, wie die Erwartungen von Studierenden aussehen.

Wir freuen uns, die wichtigsten Ergebnisse unserer Studien „Absolventenbarometer 2019“ und „Young Professionals Barometer 2018” vorzustellen und hoffen, dass der Trend-Report hilfreiche, interessante und inspirierende Informationen bietet.

Robindro Ullah
HR-Strategist der Absolventa GmbH & Geschäftsführer der Trendence Institut GmbH


Die 3 Top-Ergebnisse.

Gleiche Arbeit wird bei Männern und Frauen nicht gleich bezahlt.

Als Studierende geben Frauen an, weniger arbeiten zu wollen als Männer: durchschnittlich nur 40,7 Stunden in der Woche. Männer hingegen sind bereit, durchschnittlich 43,3 Stunden in der Woche zu arbeiten und liegen damit 6,4 Prozent höher. Dementsprechend geben Frauen auch das Gehalt, das sie erwarten, niedriger an und Männer mehr. Steigen die Studierenden dann ins Arbeitsleben ein, kommen Männer tatsächlich auf etwas längere Arbeitszeiten: ca. 2,6 Prozent länger als Frauen. Die Gender-Pay-Gap bei den Young Professionals liegt jedoch bei sieben Prozent und macht 2.829 Euro im Jahr aus. Der Umfang, in dem Männer mehr leisten, entspricht also nicht dem Umfang, in dem sie mehr verdienen.

Die Gehaltsvorstellungen der Studierenden werden im echten Arbeitsleben nicht erfüllt.

Während Studierende durchschnittlich mit einem Gehalt von 47.278 Euro rechnen, erhalten Young Professionals im Arbeitsleben in der Realität durchschnittlich 43.842 Euro. Berufseinsteigende verdienen also durchschnittlich 7,3 Prozent weniger als sie erwartet haben. Dabei ist der Wert für Männer sogar noch auffälliger. Sie starten als Studierende mit einer durchschnittlich sehr viel höheren Gehaltsvorstellung als Frauen. Als Berufseinsteigende bekommen sie dann auch tatsächlich deutlich mehr Gehalt als Frauen, aber trotzdem ist bei ihnen der Unterschied zwischen Wunsch und Wirklichkeit am größten und beträgt 10 Prozent. Bei Frauen beträgt die Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit nur 3,6 Prozent.

Gehalt ist wichtig – aber nicht alles.

Ein Gehalt muss für die Befragten der Studie nicht grundsätzlich sehr hoch sein; nur etwas mehr als 14 Prozent definieren beruflichen Erfolg so. Stattdessen wird erwartet, dass ein Gehalt einfach fair ist – in diesem Punkt herrscht Einigkeit, denn fast 66 Prozent der Befragten finden das sehr wichtig. Und auch Frauen fordern immer öfter ein faires Gehalt ein, sodass die Gender-Pay-Gap geringer wird. Dieser Trend zeigt sich auch bei den Young Professionals. Über 50 Prozent finden beispielsweise, dass es wichtiger ist, inhaltlich spannende Projekte zu bearbeiten, als viel Geld zu verdienen. Stattdessen schätzen es Young Professionals auch, wenn sie andere Leistungen zusätzlich erhalten, beispielsweise geldwerte Vorteile, Boni oder eine betriebliche Altersvorsorge.


These 1: Frauen und Männer leisten gleich viel.

Die Leistungsbereitschaft, die Studierende und Young Professionals mitbringen, ist ein guter Indikator dafür, was sie als ein faires Gehalt betrachten und wie viel und in welcher Weise sie sich im Job engagieren möchten.

Die Leistungsbereitschaft, die Studierende der Fächergruppe Wirtschaftswissenschaft, Naturwissenschaft, Informatik und Ingenieurwissenschaft haben, ist – insgesamt betrachtet – recht hoch. Die Wirtschaftswissenschaftler_innen sind dabei Spitzenreiter. Sie sind bereit, durchschnittlich 43,4 Stunden in der Woche zu arbeiten. Besonders die männlichen Studierenden stechen hervor, da sie sich sogar eine drei Stunden längere Arbeitswoche vorstellen können. Die Informatiker_innen möchten hingegen deutlich kürzer arbeiten. Sie geben durchschnittlich zwei Stunden weniger in der Woche an. Gerade weibliche Studierende aus dem IT-Bereich entscheiden ganz klar zugunsten einer ausgeglichenen Work-Life-Balance. Sie möchten durchschnittlich nicht mehr als 39,8 Stunden arbeiten und bringen damit die geringste Leistungsbereitschaft auf. Sie sind jedoch nicht allein; auch ihre weiblichen Mitstudierenden aus den anderen Fächergruppen möchten deutlich weniger arbeiten als die männlichen Befragten.

Wie viele Stunden bist du bereit pro Woche zu arbeiten?

Wirtschaftswissenschaften

Wirtschaftswissenschaften Erwartete Wochenarbeitszeit
Gesamt 43,4
Männer 46,1
Frauen 41,5

Ingenieurwissenschaften

Ingenieurwissenschaften Erwartete Wochenarbeitszeit
Gesamt 41,8
Männer 42,2
Frauen 40,7

Informatik

Informatik Erwartete Wochenarbeitszeit
Gesamt 41,0
Männer 41,5
Frauen 39,8

Naturwissenschaften

Naturwissenschaften Erwartete Wochenarbeitszeit
Gesamt 42,3
Männer 43,9
Frauen 41,1

Bedeutet das, dass Frauen faul sind? Natürlich nicht. Gerade im Fall der Informatikerinnen kann man eine Prioritätensetzung beobachten: Sie engagieren sich beispielsweise im außeruniversitären oder sozialen Bereich und überholen hier ihre Kommilitonen. Ähnlich sieht es auch bei den Naturwissenschaftlerinnen und bei den Ingenieurinnen aus. Zwar ist der Trend von 2018 zu 2019 etwas zurückgegangen, die Werte legen aber nahe, dass Frauen ihre Aktivitäten auch nach ihrem Eintritt ins Berufsleben wahrnehmen wollen.

Schaut man sich an, wie sich die Leistungsbereitschaft nach dem Eintritt ins Berufsleben verändert, zeigt sich, dass die Studierenden unterschätzen, wie viel sie arbeiten werden. Männer arbeiten im Schnitt nur eine Stunde mehr als gedacht und haben somit eine gute Einschätzung getroffen. Bei Frauen sind es zweieinhalb Stunden mehr, sie arbeiten also deutlich mehr als gedacht. Besonders hoch ist die Wochenarbeitszeit in der Consultingbranche. Da gerade Frauen angegeben haben, in dieser Branche bevorzugt zu arbeiten, müssen sie hier mit 48 Stunden pro Woche eine deutlich längere Arbeitszeit in Kauf nehmen, als Studentinnen sich noch während des Studiums wünschen. Insgesamt ist die Arbeitszeit seit 2016 aber gesunken und liegt mit 43,9 Stunden beim niedrigsten Wert.

Wie viele Stunden arbeitest du durchschnittlich in einer Woche, inkl. Überstunden (Daten von 2018)?

Leistungsbereitschaft
Gesamt 43,9
Männer 44,3
Frauen 43,2

Branchen

Branche Leistungsbereitschaft
Automobilindustrie 42,5
Banken und Versicherungen 44,4
Forschung, Pharma und Gesundheit 43,7
Consulting und Wirtschaftsprüfung 48,0
Maschinenbau 42,6
Elektrotechnik und Elektronik 42,2
Versorgung und Umwelt 43,0
Handel/E-Commerce 44,5
Ingenieurdienstleistungen und Bau 43,2
Telekommunikation und IT 42,6
Konsumgüter 44,6
Medien und Werbung 42,3
Öffentlicher Sektor 42,8
Logistik und Tourismus 43,0

These 2: Frauen und Männer verdienen unterschiedlich gut.

Bei so unterschiedlicher Leistungsbereitschaft stellt sich die Frage, ob Frauen und Männer in den verschiedenen Fächergruppen auch sehr unterschiedliche Gehaltsvorstellungen haben. Ja, haben sie – auch wenn man die Fächergruppen zunächst außer Acht lässt. Betrachtet man die Entwicklung der Gehaltserwartungen von Frauen und Männern im Studium, wird deutlich, dass die Erwartungen von Männern stärker gestiegen sind als die von Frauen. Während der Durchschnittswert für Männer aus allen Fächergruppen 2015 noch bei 47.733 Euro lag, stieg er bis 2018 auf 49.433 Euro pro Jahr. Das sind fast vier Prozent. Bei Frauen hingegen stieg die Gehaltserwartung von einem niedrigen Ausgangswert von 42.333 Euro im Zeitraum von 2015 bis 2018 nur um etwas mehr als fünf Prozent auf 44.466 Euro pro Jahr. Es entsteht eine Gender-Pay-Gap von 14 Prozent.

Auch wenn die Gehaltserwartungen bei den Studierenden insgesamt also gestiegen sind, gibt es Gruppen, die hervorzuheben sind. So sind bei den Wirtschaftswissenschaftler_innen insgesamt die Gehaltsvorstellungen moderat und die niedrigsten in den vier Fächergruppen. Die höchsten Gehaltsvorstellungen haben wiederum die Ingenieur_innen mit knapp 50.000 Euro brutto pro Jahr.

Bei den Ingenieurinnen und den Informatikerinnen fällt auf, dass ihre Gender-Pay-Gap niedriger ausfällt als bei den Wirtschaftswissenschaftlerinnen (Daten zu den Naturwissenschaftlerinnen liegen nicht vor) und dass sie im Vergleich zum Vorjahr stagniert (Ingenieurinnen) oder steigt (Informatikerinnen). Im Durchschnitt sind die Gehaltsvorstellungen in den Fächergruppen Wirtschaftswissenschaften aber bei beiden Geschlechtern gesunken – bei den Ingenieur_innen und Informatiker_innen jedoch gestiegen.

Welches Bruttogehalt (Grundgehalt + Bonus u. ä., Jahresgehalt in Tausend Euro) erwartest du?

Wirtschaftswissenschaften

Wirtschaftswissenschaften Erwartetes Jahresgehalt Gesamt Männer Frauen
2015 43,9 47,5 40,7
2016 45,2 48,5 42,1
2017 44,8 48,1 41,9
2018 46,5 49,7 43,0
2019 45,5 49,3 42,7

Ingenieurwissenschaften

Ingenieurwissenschaften Erwartetes Jahresgehalt Gesamt Männer Frauen
2015 47,4 48,4 43,8
2016 47,9 48,9 44,1
2017 47,6 48,6 44,4
2018 49,2 50,0 45,5
2019 48,9 50,1 45,5

Informatik

Informatik Erwartetes Jahresgehalt Gehalt Männer Frauen
2015 46,2 47,3 42,5
2016 47,1 47,7 44,7
2017 47,0 47,8 44,1
2018 47,9 48,6 44,9
2019 48,7 49,9 45,4

Und wie sieht die Realität nun aus? Betrachtet man die Ergebnisse aus der Befragung der Young Professionals zu ihrem Einstiegsgehalt, fällt auf: Die Realität konnte mit den Wünschen nicht Schritt halten. Und das, obwohl sich das durchschnittliche Jahresgehalt bei den Berufseinsteiger_innen seit 2015 sogar verbessert hat. Verdienten sie damals noch durchschnittlich 42.001 Euro, sind es 2018 schon 43.842 Euro – ein Anstieg von über vier Prozent. Für Frauen war der Anstieg sogar noch größer. Sie verdienten 2015 mit 38.734 Euro deutlich weniger als Männer. 2018 haben sie sich um ca. neun Prozent verbessert und verdienen nun durchschnittlich 42.061 Euro. Trotzdem kommen Frauen an die Gehälter der Männer nicht heran. Mit 44.890 Euro verdienen Männer deutlich mehr, auch wenn ihr Gehaltsanstieg mit nicht einmal zwei Prozent weniger hoch war. Die Gender-Pay-Gap liegt bei den Einstiegsgehältern bei sieben Prozent.

Wie hoch war dein Einstiegsgehalt (Grundgehalt + Bonus u. ä.) als Jahresgehalt in Tausend Euro?

Einstiegsgehalt 2015 2016 2017 2018
Gesamt 42,0 42,9 43,6 43,8
Männer 44,2 44,8 44,9 44,9
Frauen 38,7 39,6 41,4 42,2

Die hier vorliegenden Zahlen spiegeln wider, was die Befragten auf ihrem Lohnzettel stehen haben. Die Reallohnentwicklung mag eine ganz andere sein. Um den Reallohn betrachten zu können, also wie viel sich die Befragten zwischen 2015 und 2018 für ihr Gehalt leisten konnten, muss man auch die Preisniveausteigerung beachten. Näheres dazu findet man beim Statistischen Bundesamt.


These 3: Berufseinsteigende wünschen sich transparente Gehälter.

Seitdem das Gesetz zur Förderung der Transparenz von Entgeltstrukturen – Entgelttransparenzgesetz (EntgTranspG) am 6. Juli 2017 – in Kraft getreten ist, sind viele Berufseinsteigende noch einmal besonders für die Frage sensibilisiert worden, wie viel sie im Vergleich zu ihren Kolleg_innen verdienen. Doch wie wichtig ist es Young Professionals, dass Transparenz bei den Gehältern herrscht? Gibt es aus Sicht der Befragten einen Zusammenhang zwischen Lohngerechtigkeit und Transparenz? Fast die Hälfte der Befragten stimmt der These zu, dass sich Transparenz bei Gehältern positiv auf die Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen auswirkt. 34 Prozent haben dazu keine Meinung und nur knapp 18 Prozent erwarten keine positiven Auswirkungen, wenn mehr Transparenz bei den Gehältern herrscht.

Bei den befragten Frauen sind die Zahlen noch aussagekräftiger. Über 55 Prozent der Frauen sahen einen Zusammenhang zwischen transparenten und gleichen Gehältern. Die Gruppe der Unentschlossenen ist mit knapp 29 Prozent kleiner, genau wie die Gruppe derer, die keine positive Entwicklung erwarten. Bei den Männern zeigt sich, dass ihnen das Thema weniger wichtig ist. Hier haben über 37 Prozent keine Meinung zu diesem Thema.

Es überrascht nicht, dass in den Branchen, in denen Frauen stark vertreten sind, die Zahlen noch eindeutiger werden. In der Pharma- und Gesundheitsbranche etwa stimmen 56 Prozent der Befragten der These zu, dass es einen Zusammenhang zwischen gleichem Gehalt von Frauen und Männern und der Gehaltstransparenz gibt. In der Medien- und Werbebranche hingegen scheint die These sehr zu polarisieren. Hier stimmt zum einen eine große Gruppe von über 50 Prozent der These zu, gleichzeitig findet sich hier aber auch der größte Anteil derer, die der These nicht zustimmen (etwas über 22 Prozent). Unentschlossen sind hier nur etwas über 27 Prozent.

Bitte nimm kurz Stellung zu der folgenden Aussage: „Die Transparenz von Gehältern in Unternehmen wirkt sich positiv auf Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen aus.“

Die Transparenz von Gehältern in Unternehmen wirkt sich positiv auf Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen aus. stimme zu keine Meinung stimme nicht zu
Gesamt 48,2 % 34,0 % 17,8 %
Männer 43,4 % 37,4 % 19,2 %
Frauen 55,3 % 28,9 % 15,8 %

Bitte nimm kurz Stellung zu der folgenden Aussage: „Die Transparenz von Gehältern in Unternehmen wirkt sich positiv auf Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen aus.“

Branchen

Branche stimme zu keine Meinung stimme nicht zu
Automobilindustrie 48,6 % 34,3 % 17,2 %
Banken und Versicherungen 44,3 % 33,8 % 21,9 %
Forschung, Pharma und Gesundheit 56,0 % 30,9 % 13,0 %
Consulting und Wirtschaftsprüfung 51,2 % 34,4 % 14,3 %
Maschinenbau 41,3 % 37,7 % 21,0 %
Elektrotechnik und Elektronik 49,4 % 31,8 % 18,8 %
Versorgung und Umwelt 45,8 % 36,2 % 18,0 %
Handel/E-Commerce 48,7 % 33,6 % 17,7 %
Ingenieurdienstleistungen und Bau 40,9 % 40,2 % 18,8 %
Telekommunikation und IT 45,8 % 35,9 % 18,2 %
Konsumgüter 51,2 % 33,2 % 15,6 %
Medien und Werbung 50,7 % 27,1 % 22,1 %
Öffentlicher Sektor 54,7 % 29,2 % 16,1 %
Logistik und Tourismus 44,2 % 37,2 % 18,6 %

These 4: Ein hohes Gehalt ist das Wichtigste.

Arbeiten um zu leben – nicht leben, um zu arbeiten. Den jüngeren und hedonistischeren Generationen wird nachgesagt, dass sie einen anderen Arbeitsbegriff haben, als die Generationen vor ihnen. Für sie seien Werte wichtiger als Geld. Sie würden Selbstverwirklichung suchen und keinen 9-to-5-Job. Doch kann man das auch statistisch belegen? Ja und nein.

Natürlich wollen auch die Berufseinsteigenden von morgen Geld verdienen. Die Ergebnisse der letzten Jahre zeigen aber, dass Studierenden ein faires Gehalt wichtiger ist als ein hohes Gehalt. So gaben fast 66 Prozent der Befragten an, dass ein faires Gehalt für sie der entscheidende Faktor (sehr wichtig) bei der Entscheidung für oder gegen einen Arbeitgeber ist. Solange nach einem hohen Einstiegsgehalt gefragt wurde, war der Wert nicht einmal halb so groß und gehörte deshalb nicht zu den wichtigsten Faktoren.

Die Erwartung „Faires Gehalt“ hat auf diese Art und Weise alle anderen Faktoren bei der Arbeitgeberwahl überholt. Attraktive Arbeitsaufgaben, Karriereperspektiven, die Wertschätzung und Kollegialität anderer Mitarbeitender sowie die Möglichkeit zur persönlichen Entwicklung wurden somit überholt. Auch eine gute Work-Life-Balance, ein sicherer Arbeitsplatz, Weiterbildungsmöglichkeiten im Unternehmen und ein guter Führungsstil der Führungskraft treten hinter einem fairen Gehalt zurück. Auffällig viele der Faktoren der Arbeitgeberwahl in den Top 10 lassen sich außerdem auf die eigenen Entwicklungsperspektiven und eine angenehme Arbeitsatmosphäre herunterbrechen. Und auch die anderen Faktoren überraschen kaum: Ein sicherer Arbeitsplatz, an dem man so bezahlt wird, wie es sich gehört, an dem man gut geführt wird, interessante Aufgaben erledigen kann und der sich mit den eigenen Lebensumständen vereinbaren lässt – wer möchte das nicht?

Befragt man bereits die Studierenden nach ihrer Definition von beruflichem Erfolg bedeutet es für sie fächergruppenübergreifend, Spaß an der Arbeit zu haben – 19 bis 23 Prozent der Studierenden hält dies für einen Hinweis auf beruflichen Erfolg. Eine ähnlich große Einigkeit herrscht bei der Aussage „Mit Arbeit etwas Sinnvolles schaffen“. Bis zu 22 Prozent halten sinnstiftende Arbeit bei der Messung von beruflichem Erfolg für wichtig. Obwohl also sogenannte weiche Faktoren für die Studierenden wichtig sind, misst sich aber natürlich auch für sie der berufliche Erfolg daran, ein hohes Einkommen zu erzielen. Zwischen elf und 19 Prozent finden dies relevant. Eine Ausnahme sind hier die Ingenieurinnen. Für sie ist dieser Punkt weniger wichtig. Interessant zu beobachten ist, dass die Fächergruppen jeweils bestimmte berufliche Ziele verfolgen. Für Wirtschaftswissenschaftler_innen ist „Karriere zu machen“ mit zwölf bis 14 Prozent ein ziemlich wichtiger Indikator für beruflichen Erfolg – für die Studierenden der anderen Fächergruppen ist dies weniger wichtig. Für Studierende aus der Informatik und den Naturwissenschaften bemisst sich der berufliche Erfolg darin, Expert_in auf einem Fachgebiet zu werden – auch dieser Punkt ist für die beiden anderen Fächergruppen deutlich weniger wichtig. Zudem ergeben sich Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Der Anspruch, Expert_in auf einem Fachgebiet zu werden, ist besonders Männern in den Naturwissenschaften wichtig, Frauen und Männer aus der IT rücken dies ähnlich stark in den Mittelpunkt. Für Wirtschaftswissenschaftlerinnen etwa ist es genauso wichtig, Erfolgserlebnisse zu haben, wie Karriere zu machen.

Was bedeutet für dich am ehesten, beruflich erfolgreich zu sein?

Wirtschaftswissenschaften

Wirtschaftswissenschaften Gesamt Männer Frauen
Aufstieg in der Firmenhierarchie 5,8 % 6,2 % 5,6 %
Ein hohes Einkommen erzielen 14,3 % 19,0 % 11,0 %
Erfolgserlebnisse 9,8 % 7,4 % 11,5 %
Experte auf Fachgebiet 6,3 % 7,5 % 5,4 %
Gefordert werden 3,2 % 2,5 % 3,6 %
Hinter seiner Arbeit stehen 6,3 % 5,6 % 6,8 %
Karriere zu machen 12,5 % 13,7 % 11,7 %
Lob und Anerkennung 4,0 % 3,5 % 4,3 %
Mit Arbeit etwas Sinnvolles schaffen 12,0 % 11,1 % 12,6 %
Nicht für andere, sondern einen selbst arbeiten 2,6 % 3,6 % 2,0 %
Seine Zielvorgaben erreichen 3,3 % 2,6 % 3,7 %
Spaß an der Arbeit haben 19,3 % 16,4 % 21,3 %
Sonstiges 0,6 % 1,0 % 0,3 %

Ingenieurwissenschaften

Ingenieurwissenschaften Gesamt Männer Frauen
Aufstieg in der Firmenhierarchie 5,5 % 6,2 % 3,8 %
Ein hohes Einkommen erzielen 12,2 % 13,4 % 8,9 %
Erfolgserlebnisse 7,2 % 6,7 % 8,6 %
Experte auf Fachgebiet 8,0 % 8,8 % 5,9 %
Gefordert werden 2,0 % 1,8 % 2,4 %
Hinter seiner Arbeit stehen 6,9 % 6,4 % 8,2 %
Karriere zu machen 8,7 % 8,6 % 9,1 %
Lob und Anerkennung 3,5 % 3,1 % 4,6 %
Mit Arbeit etwas Sinnvolles schaffen 17,9 % 17,4 % 19,1 %
Nicht für andere sondern einen selbst arbeiten 2,1 % 2,3 % 1,7 %
Seine Zielvorgaben erreichen 3,3 % 3,4 % 3,1 %
Spaß an der Arbeit haben 21,9 % 21,0 % 24,3 %
Sonstiges 0,6 % 0,8 % 0,3 %

Informatik

Informatik Gesamt Männer Frauen
Aufstieg in der Firmenhierarchie 4,3 % 4,7 % 3,4 %
Ein hohes Einkommen erzielen 12,9 % 13,7 % 10,7 %
Erfolgserlebnisse 8,1 % 7,3 % 10,0 %
Experte auf Fachgebiet 10,3 % 11,1 % 7,8 %
Gefordert werden 2,4 % 2,4 % 2,1 %
Hinter seiner Arbeit stehen 6,2 % 6,4 % 5,9 %
Karriere zu machen 7,7 % 7,1 % 9,5 %
Lob und Anerkennung 2,9 % 2,4 % 4,1 %
Mit Arbeit etwas Sinnvolles schaffen 16,6 % 16,4 % 17,3 %
Nicht für andere sondern einen selbst arbeiten 2,5 % 2,6 % 2,0 %
Seine Zielvorgaben erreichen 2,2 % 2,2 % 2,4 %
Spaß an der Arbeit haben 22,9 % 22,5 % 24,0 %
Sonstiges 1,0 % 1,0 % 0,9 %

Naturwissenschaften

Naturwissenschaften Gesamt Männer Frauen
Aufstieg in der Firmenhierarchie 3,6 % 4,3 % 3,1 %
Ein hohes Einkommen erzielen 11,2 % 12,9 % 10,0 %
Erfolgserlebnisse 7,9 % 5,2 % 9,7 %
Experte auf Fachgebiet 11,5 % 15,2 % 9,0 %
Gefordert werden 3,2 % 3,6 % 2,9 %
Hinter seiner Arbeit stehen 7,3 % 6,3 % 8,1 %
Karriere zu machen 6,0 % 6,8 % 5,6 %
Lob und Anerkennung 2,3 % 1,9 % 2,6 %
Mit Arbeit etwas Sinnvolles schaffen 20,4 % 18,3 % 21,8 %
Nicht für andere sondern einen selbst arbeiten 1,3 % 1,0 % 1,5 %
Seine Zielvorgaben erreichen 2,6 % 2,3 % 2,7 %
Spaß an der Arbeit haben 22,2 % 21,6 % 22,7 %
Sonstiges 0,5 % 0,6 % 0,3 %

Doch wie sieht es aus, wenn die Studierenden als Young Professionals im Arbeitsleben gelandet sind? Halten sie weiche Faktoren dann immer noch für wichtiger als Geld? Ja, auch wenn sie tatsächlich arbeiten, bleiben die Befragten dabei. Über 50 Prozent stimmen beispielsweise der Aussage zu, dass es ihnen wichtiger ist, inhaltlich spannende Projekte zu bearbeiten, als viel Geld zu verdienen. Über 23 Prozent geben an, keine Meinung dazu zu haben und nur etwas mehr als 26 Prozent stimmen der Aussage nicht zu und finden es wichtiger, viel Geld zu verdienen.

Spannende Aufgaben werden dabei vor allem von den Berufseinsteigenden bevorzugt, die im Öffentlichen Sektor arbeiten. Mit fast 63 Prozent ist der Wert hier am höchsten. Am wenigsten Zustimmung findet die Aussage hingegen bei den Berufseinsteigenden, die in der Medien- und Werbebranche arbeiten. Dort hat jede_r Dritte keine Meinung diesem Thema. In der Banken- und Versicherungsbranche findet die Aussage die meisten Gegenstimmen. Über 35 Prozent finden es hier wichtiger, viel Geld zu verdienen, als an spannenden Projekten zu arbeiten.

Der Zustimmungswert zur Aussage liegt bei den Frauen mit über 56 Prozent außerdem um über neun Prozent höher als bei den Männern mit fast 47 Prozent.

Bitte nimm kurz Stellung zu den folgenden Aussagen (Daten von 2018): „Mir ist es wichtiger inhaltlich spannende Projekte zu bearbeiten, als viel Geld zu verdienen.”

Mir ist es wichtiger inhaltlich spannende Projekte zu bearbeiten, als viel Geld zu verdienen. stimme zu keine Meinung stimme nicht zu
Gesamt 50,7% 23,2 % 26,1 %
Männer 46,9 % 25,1 % 28,0 %
Frauen 56,3 % 20,3 % 23,4 %

Bitte nimm kurz Stellung zu den folgenden Aussagen (Daten von 2018): „Mir ist es wichtiger inhaltlich spannende Projekte zu bearbeiten, als viel Geld zu verdienen.”

Branchen

Branche stimme zu keine Meinung stimme nicht zu
Automobilindustrie 52,0 % 24,0 % 24,0 %
Banken und Versicherungen 40,3 % 24,6 % 35,1 %
Forschung, Pharma und Gesundheit 56,5 % 20,3 % 23,2 %
Consulting und Wirtschaftsprüfung 52,0 % 24,4 % 23,6 %
Maschinenbau 49,3 % 22,8 % 27,9 %
Elektrotechnik und Elektronik 50,9 % 19,8 % 29,2 %
Versorgung und Umwelt 57,5 % 20,9 % 21,5 %
Handel/E-Commerce 47,8 % 23,1 % 29,2 %
Ingenieurdienstleistungen und Bau 47,3 % 20,8 % 31,9 %
Telekommunikation und IT 52,4 % 24,0 % 23,5 %
Konsumgüter 53,8 % 17,0% 29,3 %
Medien und Werbung 39,7 % 32,7 % 27,6 %
Öffentlicher Sektor 62,6 % 20,8 % 16,5 %
Logistik und Tourismus 49,3 % 23,4 % 27,2 %

These 5: Extraleistungen sind nicht entscheidend.

Gehalt steht also nicht mehr so sehr im Fokus, wie häufig vermutet wird. Doch wie sieht es aus, wenn der Lohn sich geringer anfühlt, weil man deutlich mehr als die im Arbeitsvertrag vereinbarte Zeit arbeiten muss und Überstunden nicht bezahlt werden? Spielt Geld dann auch keine so große Rolle? Und wie sieht es mit Bonuszahlungen aus? Hier erhält der oder die Arbeitnehmende mehr Geld – kann sich das Unternehmen eine solche Zahlung sparen, weil den Befragten Geld nicht so wichtig ist? Und was ist mit Statussymbolen wie dem Firmenwagen? Zahlt sich das aus? Betrifft die Haltung der Befragten also nur das Gehalt, oder betrifft sie alles, was mit Geld zu tun hat?

Bei den Studierenden sieht die Lage noch ziemlich eindeutig aus. Überstunden sind ein problematisches Thema. Niemand freut sich, wenn er oder sie Überstunden machen muss. Dabei ist aber vor allem relevant, ob diese bezahlt oder unbezahlt sind. Fast 24 Prozent der Studierenden finden dementsprechend, dass unbezahlte Überstunden ein solches No-Go sind, dass sie dafür ein attraktives Arbeitsangebot ausschlagen würden. Frauen liegen sogar noch über diesem Wert; über 24 Prozent empfinden unbezahlte Überstunden als ein No-Go.

Besonders Informatiker_innen stören sich offenbar an unbezahlten Überstunden. Dies finden allerdings auch Ingenieur_innen und Naturwissenschaftler_innen ein No-Go. Informatikerinnen sind am meisten davon genervt, wenn sie unbezahlte Überstunden machen müssen und lehnen diese noch strikter ab als Informatiker, während beispielsweise Wirtschaftswissenschaftler_innen darin weniger ein Problem sehen.

Bei welchem der folgenden Aspekte würdest du ein attraktives Arbeitsangebot sofort ablehnen?

Wirtschaftswissenschaften

No-Gos Wirtschaftswissenschaften
Abweichende Wertvorstellungen des Arbeitgebers 10,1 %
Fehlende Wertschätzung 27,8 %
Intransparente Entscheidungsprozesse 5,8 %
Keine Entwicklungsmöglichkeiten 32,9 %
Keine Feedback- und Fehlerkultur 12,2 %
Keine flexible Zeiteinteilung 11,4 %
Kommunikationsprobleme 9,5 %
Mobbing 61,0 %
Schlechter Führungsstil 22,1 %
Schlechtes Image des Arbeitgebers 12,6 %
Ständige Erreichbarkeit 13,7 %
Starre Hierarchien 9,1 %
Unbezahlte Überstunden 20,3 %
Zu niedriges Gehalt 47,0 %

Ingenieurwissenschaften

No-Gos Ingenieurwissenschaften
Abweichende Wertvorstellungen des Arbeitgebers 9,9 %
Fehlende Wertschätzung 27,6 %
Intransparente Entscheidungsprozesse 6,6 %
Keine Entwicklungsmöglichkeiten 31,8 %
Keine Feedback- und Fehlerkultur 12,3 %
Keine flexible Zeiteinteilung 11,6 %
Kommunikationsprobleme 11,8 %
Mobbing 57,5 %
Schlechter Führungsstil 20,9 %
Schlechtes Image des Arbeitgebers 10,5 %
Ständige Erreichbarkeit 14,5 %
Starre Hierarchien 8,0 %
Unbezahlte Überstunden 25,6 %
Zu niedriges Gehalt 45,8 %

Informatik

No-Gos Informatik
Abweichende Wertvorstellungen des Arbeitgebers 10,1 %
Fehlende Wertschätzung 24,6 %
Intransparente Entscheidungsprozesse 5,7 %
Keine Entwicklungsmöglichkeiten 28,2 %
Keine Feedback- und Fehlerkultur 13,8 %
Keine flexible Zeiteinteilung 15,6 %
Kommunikationsprobleme 12,0 %
Mobbing 56,1 %
Schlechter Führungsstil 20,5 %
Schlechtes Image des Arbeitgebers 9,8 %
Ständige Erreichbarkeit 14,8 %
Starre Hierarchien 8,6 %
Unbezahlte Überstunden 26,0 %
Zu niedriges Gehalt 46,5 %

Naturwissenschaften

No-Gos Naturwissenschaften
Abweichende Wertvorstellungen des Arbeitgebers 12,9 %
Fehlende Wertschätzung 25,8 %
Intransparente Entscheidungsprozesse 7,5 %
Keine Entwicklungsmöglichkeiten 25,6 %
Keine Feedback- und Fehlerkultur 12,2 %
Keine flexible Zeiteinteilung 8,3 %
Kommunikationsprobleme 13,0 %
Mobbing 67,3 %
Schlechter Führungsstil 19,1 %
Schlechtes Image des Arbeitgebers 10,0 %
Ständige Erreichbarkeit 18,0 %
Starre Hierarchien 10,5 %
Unbezahlte Überstunden 23,6 %
Zu niedriges Gehalt 40,6 %

Status und Prestige, etwa durch einen Firmenwagen, schneidet bei Studierenden ebenfalls nicht überzeugend ab. Es zeichnet sich schon länger ab, aber nun hat die Bedeutung von Status und Prestige ihren bisherigen Tiefpunkt erreicht: Nur jede_r zehnte Studierende hat die Erwartung, dass er oder sie durch den Job Status und Prestige erhält. Damit ist Status und Prestige der großen Mehrheit aller Befragten in allen vier Fächergruppen, die untersucht wurden, am unwichtigsten. Besonders interessant dabei: In der Fächergruppe der Ingenieur_innen liegt die Erwartungshaltung bezüglich Status und Prestige am niedrigsten. Insgesamt scheint ein Umdenken stattzufinden.

Wir möchten gerne wissen, worauf du bei der Auswahl eines Arbeitgebers besonders achtest. Wie WICHTIG sind dir folgende Aspekte?

Wirtschaftswissenschaften

Wirtschaftswissenschaften Status und Prestige
2012 12,7 %
2013 13, 7 %
2014 14, 8 %
2015 14, 7 %
2016 16, 2 %
2017 14, 7 %
2018 14,0 %
2019 11,6 %

Ingenieurwissenschaften

Ingenieurwissenschaften Status und Prestige
2012 11, 2 %
2013 11, 8 %
2014 12, 4 %
2015 13, 0 %
2016 15, 3 %
2017 11, 5 %
2018 12, 0 %
2019 9, 1 %

Informatik

Informatik Status und Prestige
2012 12, 5 %
2013 12, 2 %
2014 13, 1 %
2015 14, 1 %
2016 16, 8 %
2017 14, 3 %
2018 10, 6 %
2019 10, 3 %

Bei Studierenden zeigt sich also, dass ihnen Fairness am wichtigsten ist. Dazu sollten beispielsweise Überstunden bezahlt werden. Im Gegenzug dazu ist für Studierende Status und Prestige so unwichtig, dass Arbeitgeber sich tatsächlich überlegen müssen, hier zu investieren.

Doch wie beurteilen Young Professionals Extraleistungen des Arbeitgebers? Setzt sich hier der Trend fort? Extraleistungen sind für Young Professionals nicht so wichtig wie flexible oder familienfreundliche Arbeitszeiten (inklusive Homeoffice und Sabbaticals). Aber zusammengenommen machen Extraleistungen den zweiten Platz aus, wenn es darum geht, wie attraktiv eine Arbeitsumgebung für Arbeitnehmende ist. Dazu zählen eine Möglichkeit für betriebliche Altersvorsorge, geldwerte Vorteile wie ein Firmenwagen, Boni, Sportangebote und ein Überstundenausgleich. Die Zustimmungswerte für diese Faktoren zeigen, dass Berufseinsteigende die Attraktivität ihres Arbeitgebers sehr wohl auch darüber bewerten, was sie am Ende davon haben, für genau diesen Arbeitgeber zu arbeiten – und dabei zählt nicht nur das Gehalt, sondern auch andere Extraleistungen.

Was macht für dich eine attraktive Arbeitsumgebung aus? Bitte wähle die drei wichtigsten Faktoren aus (Daten von 2018).

Young Professionals:
Arbeitsumgebung
Gesamt Männer Frauen
Betriebliche Altersvorsorge 11,2% 11,8% 10,2%
Duz-Kultur 10,8% 11,1% 10,3%
Flexible/familienfreundliche Arbeitszeiten 53,0% 49,7% 58,0%
Freizeitangebote für Mitarbeitende 2,6 % 2,8 % 2,3 %
Freizeitbereiche für Mitarbeitende 3,4 % 3,4 % 3,3 %
Geldwerte Vorteile 12,3 % 14,5 % 9,0 %
Homeoffice 32,5 % 30,5 % 35,5 %
Kein Dresscode 10,0 % 11,9 % 7,2 %
Leistungsbezogener Bonus 20,5 % 25,9 % 12,5 %
Möglichkeiten von Arbeitsunterbrechung 12,0 % 10,9 % 13,8 %
Sportangebote für Mitarbeitende 5,5 % 5,4 % 5,7 %
Trainee-/Einarbeitungsprogramme 6,4 % 6,1 % 6,7 %
Überstundenausgleich/-kompensation 39,9 % 38,3 % 42,4 %
Unternehmenskantine 6,8 % 7,8 % 5,3 %
Unterstützung bei Zukunfts- und Karriereplanung 30,9 % 28,5 % 34,4 %
Weiterbildungsangebote 35,8 % 33,1 % 39,7 %

Profil der Befragten.

Profil der befragten Studierenden.

Der Altersdurchschnitt der Befragten unterscheidet sich in den verschiedenen Fächergruppen Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften und Informatik kaum. IT-Studierende sind die Jüngsten in den Fächergruppen; Ingenieur_innen die Ältesten, doch alle befragten Studierenden waren entweder knapp 24 Jahre alt oder nur etwas älter. Nur in der Informatik war dabei das Alter von männlichen und weiblichen Befragten gleich hoch. In den anderen Fächergruppen waren Frauen durchschnittlich jünger. Die Ingenieurwissenschaften bilden dabei jedoch eine Ausnahme. Hier sind die weiblichen Befragten unwesentlich älter.

Wie alt bist du?

Wirtschaftswissenschaften Ingenieurwissenschaften Informatik Naturwissenschaften
Gesamt 23,8 24,1 23,6 23,7

Im Folgenden geht es ausschließlich um die Geschlechterverteilung der Befragten in der zugrundeliegenden Studie (bzw. Studien, die über die Entwicklung in den letzte drei Jahren geschrieben wurden). Die Geschlechterverteilung in der Studie bildet somit nicht immer die Realität ab.

In den Fächergruppen Naturwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Informatik und Ingenieurwissenschaften sind die befragten Studierenden entgegen dem Klischee nicht nur männlich. In den Wirtschaftswissenschaften und den Naturwissenschaften überwiegt der Frauenanteil sogar deutlich und liegt bei fast 60 Prozent. Damit ist er in den letzten drei Jahren deutlich gestiegen – in den Naturwissenschaften in einem Jahr sogar um zehn Prozent. Die Wirtschaftswissenschaften und Naturwissenschaften zeigen sich eindeutig als „Frauenfächer”. Die schlechte Nachricht: In der Informatik und den Ingenieurwissenschaften kann das noch dauern. Hier ist der Frauenmangel weiterhin ein Teil des Fachkräftemangels. Der Frauenanteil steigt zwar weiter, doch immer noch ist nicht einmal ein Drittel der Studierenden in diesen Fächergruppen weiblich. Die Ingenieurwissenschaften und Informatik sind also eindeutig noch „Männerfächer“. Der Anteil der männlichen Befragten liegt hier bei über 70 Prozent. Insgesamt steigt der Frauenanteil für den Untersuchungszeitraum jedoch weiter an.

Geschlecht

Wirtschaftswissenschaften

Wirtschaftswissenschaften 2017 2018 2019
Männer 45,5 % 51,1 % 41,1 %
Frauen 54,5 % 48,9 % 58,9 %

Ingenieurwissenschaftem

Ingenieurwissenschaften 2017 2018 2019
Männer 74,7 % 80,1 % 73,3 %
Frauen 25,3 % 19,9 % 26,7 %

Informatik

Informatik 2017 2018 2019
Männer 76,9 % 79,1 % 74,0 %
Frauen 23,1 % 20,9 % 26,0 %

Naturwissenschaften

Naturwissenschaften 2018 2019
Männer 53,9 % 42,3 %
Frauen 46,1 % 57,7 %

Auch der Notendurchschnitt der befragten Studierenden wurde abgefragt. Die Befragten sind leistungsstarke Studierende mit einem guten Zweierschnitt von 2,3. Die Befragten aus den Wirtschaftswissenschaften schnitten mit 2,2 sogar noch etwas besser ab.

Bitte gib deine bisherigen Studienleistungen an.

Wirtschaftswissenschaften Ingenieurwissenschaften Informatik Naturwissenschaften
Note 2,2 2,3 2,3 2,3

Die Absolvent_innen haben Lieblingsbranchen – gut zu wissen, ob die eigene Branche für die Befragten attraktiv ist: Die Automobilhersteller werden immerhin von drei der vier Fächergruppen hoch geschätzt – sowohl von den Wirtschaftswissenschaftler_innen, als auch von den Informatiker_innen und Ingenieur_innen. Gerade für Ingenieur_innen ist die Automobilbranche, noch vor dem Maschinen- und Anlagenbau bzw. der Industrie und der Elektrotechnik, der Lieblingsarbeitgeber. Für Naturwissenschaftler_innen und Informatiker_innen ist der Öffentliche Sektor interessant. Der Bereich IT-Dienstleistungen ist die favorisierte Branche der Informatiker_innen. Pharma- und Chemieindustrie sowie die Forschung sind die naheliegenden Lieblingsbranchen der Naturwissenschaftler_innen. Für Wirtschaftswissenschaftler_innen ist die Consultingbranche weiterhin interessant, ebenso wie der Handel und die Medien- und Werbebranche.

Doch es gibt auch Branchen, die eher unbeliebt sind: Die Bankenbranche ist bei allen – außer den Wirtschaftswisschenschafler_innen – ein eher wenig favorisierter Arbeitgeber. Ebenso steht es mit der Baubranche. Sie ist bei allen unbeliebt – außer den Ingenieure_innen. Wenig Interesse findet auch die Verteidigungsbranche. Sie wird nur von den Ingenieure_innen überhaupt wahrgenommen. Wenig beachtet sind außerdem die Branchen Telekommunikation, Steuerbratung/Wirtschaftsprüfung (nur von Wirtschaftswisschenschafler_innen erwähnt) und die Versicherungsbranche.

Welche der Arbeitgeber hältst du als potenzielle Arbeitgeber für besonders attraktiv, d. h. bei welchen dieser Arbeitgeber würdest du dich am ehesten bewerben?

Wirtschaftswissenschaften

2019 Wirtschaftswissenschaften
Automobilhersteller 19,0 %
Automobilzulieferer 2,0 %
Aviation 2,7 %
Banken 7,2 %
Chemie/Pharma/Gesundheit 2,7 %
Construction 0,0 %
Consulting 18,7 %
Defence 0,0 %
Elektrotechnik/Elektronik 2,0 %
Energie/Versorgung/Umwelt 0,4 %
FMCG 7,0 %
Forschung 0,0 %
Handel 9,3 %
Ingenieurdienstleistungen 0,0 %
IT-Dienstleistungen 6,6 %
Konsumgüter 9,3 %
Maschinen- und Anlagenbau/Industrie 2,2 %
Medien/Werbung 2,8 %
Öffentlicher Sektor 6,2 %
Steuerberatung/Wirtschaftsprüfung 7,8 %
Telekommunikation 0,1 %
Transport/Logistik/Tourismus 7,7 %
Versicherungen 0,7 %

Ingenieurwissenschaften

2019 Ingenieurwissenschaften
Automobilhersteller 32,7 %
Automobilzulieferer 6,2 %
Aviation 9,9 %
Banken 0,0 %
Chemie/Pharma/Gesundheit 5,1 %
Construction 3,1 %
Consulting 2,6 %
Defence 2,0 %
Elektrotechnik/Elektronik 17,1 %
Energie/Versorgung/Umwelt 2,7 %
FMCG 0,3 %
Forschung 4,5 %
Handel 0,0 %
Ingenieurdienstleistungen 3,8 %
IT-Dienstleistungen 5,0 %
Konsumgüter 2,8 %
Maschinen- und Anlagenbau/Industrie 20,7 %
Medien/Werbung 0,0 %
Öffentlicher Sektor 5,5 %
Steuerberatung/Wirtschaftsprüfung 0,0 %
Telekommunikation 0,0 %
Transport/Logistik/Tourismus 1,9 %
Versicherungen 0,0 %

Informatik

2019 Informatik
Automobilhersteller 14,3 %
Automobilzulieferer 1,0 %
Aviation 3,9 %
Banken 0,0 %
Chemie/Pharma/Gesundheit 0,7 %
Construction 0,0 %
Consulting 8,6 %
Defence 0,0 %
Elektrotechnik/Elektronik 8,9 %
Energie/Versorgung/Umwelt 0,1 %
FMCG 0,0 %
Forschung 4,1 %
Handel 2,5 %
Ingenieurdienstleistungen 0,0 %
IT-Dienstleistungen 50,1 %
Konsumgüter 3,3 %
Maschinen- und Anlagenbau/Industrie 1,5 %
Medien/Werbung 0,9 %
Öffentlicher Sektor 10,3 %
Steuerberatung/Wirtschaftsprüfung 1,1 %
Telekommunikation 0,1 %
Transport/Logistik/Tourismus 0,1 %
Versicherungen 0,0 %

Naturwissenschaften

2019 Naturwissenschaften
Automobilhersteller 4,0 %
Automobilzulieferer 0,2 %
Aviation 2,3 %
Banken 0,6 %
Chemie/Pharma/Gesundheit 49,9 %
Construction 0,0 %
Consulting 3,7 %
Defence 0,1 %
Elektrotechnik/Elektronik 4,7 %
Energie/Versorgung/Umwelt 1,0 %
FMCG 3,0 %
Forschung 15,7 %
Handel 0,0 %
Ingenieurdienstleistungen 0,2 %
IT-Dienstleistungen 2,6 %
Konsumgüter 0,0 %
Maschinen- und Anlagenbau/Industrie 1,3 %
Medien/Werbung 0,0 %
Öffentlicher Sektor 22,0 %
Steuerberatung/Wirtschaftsprüfung 1,0 %
Telekommunikation 0,0 %
Transport/Logistik/Tourismus 1,3 %
Versicherungen 1,5 %

Profil der Befragten Young Professionals

Da der Begriff Young Professionals alle Arbeitnehmende umfasst, die über nicht mehr als zehn Jahre Berufserfahrung verfügen, überrascht es, wie nah der Altersdurchschnitt der befragten beieinander liegt. Auch 2018 liegt er bei ca. 30 Jahren und ist im Vergleich zum letzten Jahr wieder leicht gesunken.

Wie alt sind Sie?

YP 2016 2017 2018
Frauen 28,1 29,6 29,1
Gesamt 28,9 30,5 30,1
Männer 29,5 30,9 30,6

Die überwiegende Mehrheit der Befragten sind Männer. Ihre Gruppe umfasst ca. 66 Prozent, die der Frauen ca. 34 Prozent. Da im Young Professional Barometer Arbeitnehmer_innen aus Branchen befragt werden, in denen großer Fächkräftemangel und ein Mangel an weiblichen Mitarbeiterinnen herrscht, verwundert dies nicht. Nichtsdestotrotz ist der Frauen- und Männeranteil von Branche zu Branche sehr unterschiedlich und kann sich auch genau umdrehen, etwa wenn es um Branchen aus dem naturwissenschaftlichen Bereich geht.

Geschlecht.

Young Professionals Geschlecht
Männer 66,2 %
Frauen 33,8 %

Beim höchsten Bildungsabschluss, den die Young Professionals in der Tasche haben, gibt es nur eine geringe Mehrheit von 34 Prozent, die einen Bachelorabschluss, aber keinen Masterabschluss hat (33, 5 Prozent). Damit hat sich der Trend gedreht. 2016 und besonders 2017 war der Masterabschluss noch häufiger als der Bachelorabschluss. Frauen bevorzugen hingegen weiterhin einen Masterabschluss, wobei aber auch hier der prozentuale Anteil sinkt.

Bitte geben Sie Ihren höchsten Bildungsabschluss an.

2016

2016 Bachelor Master Diplom Magister MBA Promotion/ Habilitation Juristische Prüfung
Gesamt 32,9 % 33,3 % 18,6 % 1,4 % 1,5 % 8,7 % 3,6 %
Männer 32,1 % 32,3 % 21,6 % 0,7 % 1,6 % 9,1 % 2,6 %
Frauen 34,4 % 35,0 % 13,2 % 2,6 % 1,4 % 8,0 % 5,3 %

2017

2017 Bachelor Master Diplom Magister MBA Promotion/ Habilitation Juristische Prüfung
Gesamt 27,0 % 34,1 % 27,4 % 1,3 % 1,8 % 7,3 % 1,1 %
Männer 26,8 % 31,2 % 31,1 % 0,7 % 1,8 % 7,6 % 0,9 %
Frauen 27,5 % 40,1 % 19,8 % 2,5 % 1,9 % 6,6 % 1,6 %

2018

2018 Bachelor Master Diplom Magister MBA Promotion/ Habilitation Juristische Prüfung
Gesamt 34,0 % 33,5 % 21,4 % 1,2 % 1,6 % 6,2 % 2,1 %
Männer 33,6 % 30,9 % 24,8 % 0,7 % 1,6 % 6,6 % 1,9 %
Frauen 34,9 % 38,7 % 14,7 % 2,1 % 1,7 % 5,5 % 2,3 %

Der Zeitpunkt für den Berufseinstieg kommt also immer früher. Während 2016 die Befragten angaben, seit 3,6 Jahren im Berufsleben zu stehen, sind es 2018 schon 3,9 Jahre. Eine erstaunliche Zahl, bedenkt man, dass die Befragten in den den letzten Jahren jünger wurden. Frauen sind dabei kürzer im Berufsleben als Männer. Bezieht man dabei die Daten zum höchsten Bildungsabschluss mit ein, ist es nur natürlich, dass sie später von der Hochschule kommen und so zum Zeitpunkt der Befragung weniger Berufsjahre vorzuweisen haben.

Wie lange sind Sie seit Abschluss Ihrer Ausbildung/Ihres Studiums schon im Berufsleben –ohne Praktika und Studentische Mitarbeit (Berufserfahrung in Jahren)?

Young Professionals 2016 2017 2018
Frauen 3,2 3,4 3,6
Gesamt 3,6 3,7 3,9
Männer 3,8 3,8 4,1

Die derzeitige Jobsituation der Young Professionals ist zu einem überwältigenden Anteil ein unbefristetes Angestellt_innenverhältnis. Dies trifft auch 76 Prozent zu, wobei der Anteil im Gegensatz zum Vorjahr etwas gesunken ist. Auffällig ist dabei, dass Frauen seltener unbefristet beschäftigt sind als Männer. Der Unterschied für das Jahr 2018 beträgt zwölf Prozent. Während sich Männer zu 80 Prozent über eine unbefristete Anstellung freuen können, sind es bei den Frauen nur 68 Prozent. Umgekehrt ist es bei den befristeten Anstellungen. Hier liegen Frauen vorn. Ihr Anteil an selbstständiger oder freiberuflicher Tätigkeit ist gestiegen, liegt aber niedriger als bei Männern (etwas mehr als drei Prozent). Bei der Gruppe der Arbeitssuchenden ist der Frauenanteil hingegen gesunken. Waren Frauen 2016 noch die Mehrheit der Arbeitssuchenden, sind sie nun mir knapp drei Prozent weniger stark von Arbeitslosigkeit betroffen als Männer. Mit vier Prozent ist aber auch bei ihnen dieser Wert sehr niedrig.

Was ist Ihr derzeitiger beruflicher Status?

2016

2016 Gesamt Männer Frauen
Anstellung (unbefristet) 59,5 % 65,3 % 49,2 %
Anstellung (befristet) 15,7 % 13,6 % 19,4 %
Selbstständig, freiberuflich tätig 2,8 % 3,0 % 2,4 %
Zeitarbeit 0,4 % 0,4 % 0,3 %
Weiterbildung, Aufbaustudium, Promotion 12,7 % 10,6 % 16,2 %
Elternzeit 0,7 % 0,2 % 1,7 %
Arbeitsuchend 5,0% 4,5 % 6,0 %
Sonstiges 3,3 % 2,4 % 4,7 %

2017

2017 Gesamt Männer Frauen
Anstellung (unbefristet) 77,8 % 81,3 % 70,7 %
Anstellung (befristet) 9,9 % 8,1 % 13,5 %
Selbstständig, freiberuflich tätig 2,7 % 3,3 % 1,4 %
Zeitarbeit 0,5 % 0,5 % 0,4 %
Weiterbildung, Aufbaustudium, Promotion 4,9 % 4,1 % 6,5 %
Elternzeit 0,8 % 0,2 % 2,2 %
Arbeitsuchend 2,4 % 1,6 % 4,0 %
Sonstiges 1,0 % 0,8 % 1,4 %

2018

2018 Gesamt Männer Frauen
Anstellung (unbefristet) 76,1 % 80,2 % 68,1 %
Anstellung (befristet) 8,2 % 6,8 % 10,8 %
Selbstständig, freiberuflich tätig 2,6 % 3,3 % 1,3 %
Zeitarbeit 0,5 % 0,4 % 0,5 %
Weiterbildung, Aufbaustudium, Promotion 6,8 % 4,9 % 10,5 %
Elternzeit 0,6 % 0,1 % 1,5 %
Arbeitsuchend 2,9 % 2,3 % 3,9 %
Sonstiges 1,2 % 1,0 % 1,6 %

Der Großteil der Befragten – fast 55 Prozent – findet die Automobilbranche attraktiv. Ähnlich beliebt ist die Maschinenbaubranche, fast 43 Prozent würden sich hier bewerben. Die Forschung in der Pharma- und Gesundheitsbranche ist ebenfalls unter den Top 3. Hier würden sich 40 Prozent der Befragten gerne bewerben. Gerade die Automobil- und Maschinenbaubranche ist bei Männern besonders gefragt. Mit 58 Prozent, die die Automobilbranche favorisieren, übertreffen die Männer den Durchschnitt der gemischten Gruppe. Ebenso sieht es für die Maschinenbaubranche aus. Mit fast 49 Prozent liegt der Durchschnitt auch hier höher als bei der gemischten Gruppe. Für die Forschung in der Pharma- und Gesundheitsbranche interessieren sich hingegen Frauen um drei Prozent stärker als Männer. Zudem gehört die Maschinenbaubranche für sie nicht in die Top 3. Fast 38 Prozent geben stattdessen an, sich jederzeit gerne im Consulting oder der Wirtschaftsprüfung zu bewerben. Damit setzen sich die Trends des Vorjahres fort.

In welchen dieser Branchen würdest du dich auf jeden Fall bewerben (Daten von 2018)?

Beliebte Branchen vs. unbeliebte Branchen Gesamt Männer Frauen
Automobilindustrie 54,5 % 57,8 % 48,2 %
Banken und Versicherungen 22,2 % 23,4 % 20,1 %
Forschung, Pharma und Gesundheit 40,0 % 38,8 % 42,3 %
Consulting und Wirtschaftsprüfung 36,5 % 35,8 % 37,8 %
Maschinenbau 42,8 % 48,8 % 31,6 %
Elektrotechnik und Elektronik 31,2 % 35,4 % 23,4 %
Versorgung und Umwelt 29,3 % 30,6 % 26,9 %
Handel/ E-Commerce 19,0 % 16,2 % 24,2 %
Ingenieurdienstleistungen und Bau 22,1 % 24,6 % 17,4 %
Telekommunikation und IT 27,1 % 28,4 % 24,7 %
Konsumgüter 18,1 % 13,7 % 26,4 %
Medien und Werbung 16,3 % 11,7 % 24,8 %
Öffentlicher Sektor 25,5 % 21,5 % 33,1 %
Logistik und Tourismus 19,1 % 16,0 % 24,9 %

Welcher Branche gehört Ihr derzeitiger Arbeitgeber an (Daten von 2018)?

Branche des derzeitigen Arbeitgebers Gesamt Männer Frauen
Automobilindustrie 16,3 % 18,7 % 11,8 %
Consulting und Wirtschaftsprüfung 14,2 % 13,2 % 16,1 %
Maschinenbau 12,0 % 14,7 % 6,8 %
Telekommunikation und IT 10,2 % 10,8 % 9,2 %
Forschung, Pharma und Gesundheit 9,9 % 8,8 % 12,1 %
Banken und Versicherungen 8,1 % 7,9 % 8,5 %
Elektrotechnik und Elektronik 7,7 % 8,9 % 5,3 %
Öffentlicher Sektor 6,4 % 5,9 % 7,2 %
Ingenieurdienstleistungen und Bau 6,2 % 6,7 % 5,3 %
Handel/ E-Commerce 5,1 % 4,3 % 6,7 %
Versorgung und Umwelt 4,2 % 4,6 % 3,6 %
Logistik und Tourismus 3,4 % 3,1 % 3,9 %
Konsumgüter 2,8 % 2,2 % 4,0 %
Medien und Werbung 2,0 % 1,3 % 3,2 %
Ich kann meinen derzeitigen Arbeitgeber keiner der genannten Branchen zuordnen. 8,6 % 7,3 % 11,2 %

Durchführung der Studie.

Die Daten für diesen Trend-Report stammen zum einen aus dem „Absolventenbarometer 2019“ und zum anderen aus dem „Young Professionals Barometer 2018“.

Studien.

Für das „Absolventenbarometer 2019“ wurden 55.000 Studierende in Deutschland befragt. Untersuchungszeitraum war der Zeitraum von September 2018 bis Februar 2019.

Am „Young Professionals Barometer 2018“ haben 18.000 junge Berufseinsteigende aus Deutschland vom Mai bis Juli 2018 teilgenommen. Als Young Professional ist hier definiert, wer nicht mehr als zehn Jahre Berufserfahrung hat. Die Stichprobe repräsentiert damit die Gesamtheit aller Young Professionals aus den Berufsgruppen Wirtschaft, Technik, Informatik und Naturwissenschaften in Deutschland und somit ca. 1,1 Millionen Menschen.

Methode.

Die Einladung der Berufseinsteigenden und Studierenden erfolgte in Zusammenarbeit mit verschiedenen Kooperationspartnern. Die Teilnehmenden erhielten eine Einladung per E-Mail oder per Brief und ein Passwort. Anschließend konnten sie einen Online-Fragebogen ausfüllen. Durch das Mitwirken an der Studie konnten die Teilnehmenden an einer Verlosung teilnehmen. Zusätzlich erhielt jede_r Teilnehmer_in einen individuellen Teilnahmereport mit einer Auswertung der eigenen Karrierechancen.

Die Analyse der Daten erfolgte in unterschiedlichen Stufen. Zunächst wurden die Ergebnisse innerhalb der gesamten Stichprobe analysiert. Danach wurde untersucht, wie sich die Ergebnisse innerhalb verschiedener Untergruppen von den Gesamtresultaten unterscheiden. Um ein bundesweit repräsentatives Bild von den Meinungen der befragten Young Professionals und Studierenden zu gewinnen, wurden die Antworten so gewichtet, dass das Verhältnis der Anzahl der Antworten pro Berufsgruppe bzw. Fächergruppe, Geschlecht und Region identisch mit dem Verhältnis in der Bevölkerung ist. So wird sichergestellt, dass unterschiedlich hohe Rücklaufquoten ausgeglichen werden.

Über die Trendence Institut GmbH.

Die Trendence Institut GmbH ist ein unabhängiges Beratungs- und Marktforschungsunternehmen und steht seit 20 Jahren für data-driven Employer Branding. Trendence kennt die Karrierepläne und Wunscharbeitgeber von jungen Bewerber_innen und hilft Arbeitgebern dabei, die Bedürfnisse der Zielgruppe zu verstehen. So unterstützt das Trendence Institut Arbeitgeber mit seinen Daten und Insights bei anstehenden strategischen und operativen Entscheidungen im Bereich Employer Branding, Personalmarketing und Recruiting.

Große Aufmerksamkeit erfahren die Barometerstudien und Arbeitgeber-Rankings: Jedes Jahr ermittelt Trendence in den Barometerstudien mit mehr als 90.000 Schüler_innen, Studierenden und Young Professionals die Rankings der 100 attraktivsten Arbeitgeber Deutschlands. Die daraus resultierenden Siegel helfen Arbeitgebern dabei, mit ihrer Ranking-Position ins Blickfeld der Bewerbenden zu rücken und geben Berufseinsteigenden Orientierung bei der Jobwahl. Daneben führt das Institut auch Auftragsstudien durch. Abhängig von der Zieldefinition wählt Trendence dann die entsprechende Studienmethode: von quantitativen Online-Befragungen über Fokusgruppen bis hin zu Tiefeninterviews.

Komplettiert wird das Angebot durch die Auszeichnungen für faire Arbeitgeber für Fachkräfte sowie karrierefördernde Trainee- und Ausbildungsprogramme. Die Zertifizierung beruht auf einem Audit, das die Programme hinsichtlich definierter Qualitätskriterien prüft. Diese werden zusammen mit Vertreter_innen aus der Wissenschaft entwickelt – zum Beispiel mit Prof. Dr. Ingo Weller vom Institut für Personalwirtschaft der Ludwig-Maximilians-Universität München oder Prof. Dr. Anja Seng, Professorin für BWL mit Schwerpunkt Personalmanagement, an der Hochschule für Ökonomie & Management (FOM).

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