Wer verdient mehr mit 30?

Hallo.

Gehaltsunterschiede gibt es immer – egal ob es sich um die Gender-Pay-Gap oder die Unterschiede beim Gehalt, die sich durch die verschiedenen Branchen ergeben, handelt. Hartnäckig hält sich aber die These, dass Non-Academics immer weniger verdienen als Academics. Dabei verstellt die These, so allgemein formuliert, die realistische Perspektive auf Gehälter. Es kommt nämlich darauf an! Branche, Geschlecht, Beruf, Standort, Unternehmensgröße und Berufserfahrung sind für die Frage wie viel man verdient so entscheidend, dass sie die These von den immer schlechter bezahlten Non-Academics über den Haufen wirft.

Sieht man sich die Gehälter von Academics und Non-Academics mit 30 genau an, stellt man fest, dass es sehr wohl Fachkräfte gibt, die kein Studium absolviert haben und dennoch besser verdienen als Akademiker_innen. Aber woran liegt das und unter welchen Umständen ist das möglich?

Wir haben die Daten der „Stepstone Gehaltsstudie“ von 2017 ausgewertet und sie mit unseren Daten aus dem „Young Professionals Barometer 2018“ und dem „Fachkräftebarometer 2018” verglichen – mit überraschenden Ergebnissen.

Robindro Ullah
HR-Strategist der Absolventa GmbH & Geschäftsführer der Trendence Institut GmbH

Die 3 Top-Ergebnisse.

Akademiker_innen verdienen mit 30 Jahren nicht immer mehr als Nicht-Akademiker_innen.

Das Lebenseinkommen von Akademiker_innen lag 2016 mit 2,39 Millionen Euro weit über dem von Nicht-Akademiker_innen mit 2,04 Millionen Euro. Mit 30 Jahren spielen jedoch Faktoren ins Gehalt hinein, die sich zugunsten der Fachkräfte ohne Studium auswirken.

Bestimmte Faktoren sind für das Gehalt wichtiger als ein Studium.

Betrachtet man Faktoren wie Branche, Berufserfahrung, Unternehmensgruppe und die Frage, ob man Personalverantwortung trägt oder nicht, tritt der positive Effekt des Studiums auf das Gehalt zum Teil in den Hintergrund. Dies liegt vor allem daran, dass Fachkräfte gegenüber Young Professionals mit 30 Jahren bereits über deutlich mehr Berufserfahrung verfügen und sich ein Studium in bestimmen Berufen erst spät auszahlt.

Das Gehalt ist für Academics und Non-Academics nicht gleich wichtig.

Die Ergebnisse zeigen, dass gerade Akademiker_innen andere Faktoren wie etwa spannende Aufgaben oder gute Karriereperspektiven wichtiger sind als ein hohes Gehalt. Nicht-Akademiker_innen finden das Gehalt zwar bei der Suche nach einem Arbeitgeber nicht am wichtigsten, leiten vom Gehalt aber später ihre Zufriedenheit im Job ab.

These 1: Personalverantwortung und die Anzahl der Mitarbeitenden im Unternehmen entscheiden.

Die hier vorliegenden Datensätze kommen aus unterschiedlichen Quellen (siehe dazu auch „Hintergrund“). Dementsprechend wurden sie nicht einheitlich erhoben und sind nur bedingt vergleichbar. Dennoch bieten sie eine gute Orientierung und können Auskünfte darüber geben, wie die Gehaltsunterschiede zwischen Academics und Non-Academics mit 30 aussehen.

Die befragten Young Professionals sind durchweg Akademiker_innen, die befragten Fachkräfte alle Nicht-Akademiker_innen. Für diesen Trend-Report wird der Begriff Young Professional also synonym zu Akademiker_innen und Fachkräfte synonym zu Nicht-Akademiker_innen verwendet.

Im Folgenden geht es ausschließlich um die Geschlechterverteilung der Befragten in den zugrundeliegenden Studien. Die Geschlechterverteilung in den Studien bildet somit nicht immer die Realität ab.

Wenn es um das Gehalt von Akademiker_innen und Nicht-Akademiker_innen geht, spielt auch das Lebenseinkommen immer eine Rolle. Dieses lag bei Akademiker_innen 2016 bei 2,39 Millionen Euro. Damit liegt es weit über dem von Nicht-Akademiker_innen mit 2,04 Millionen Euro, wenn sie einen Meister-, Techniker- oder anderen Fortbildungsabschluss haben. Mit einem einfachen Berufsabschluss liegt das Lebenseinkommen bei 1,46 Millionen Euro. (Quelle: Heiko Stüber | „Berufsspezifische Lebensentgelte. Qualifikation zahlt sich aus“ | auf: Website des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit 5.8.2019 | URL: http://doku.iab.de/kurzber/2016/kb1716.pdf). Doch hängt das Lebenseinkommen von so vielen verschiedenen Faktoren ab, dass es interessant ist, einen kürzeren Betrachtungszeitraum zu wählen. Wie sieht also das Gehalt von Akademiker_innen und Nicht-Akademiker_innen zum Beispiel mit 30 Jahren aus?

Betrachtet man die Ergebnisse aus der Befragung der Akademiker_innen aus dem Young Professionals Barometer zu ihrem Einstiegsgehalt, liegt das durchschnittliche Jahresgehalt 2018 bei 43.842 Euro. Bei Frauen liegt es bei durchschnittlich 42.061 Euro. Trotzdem kommen Frauen an die Gehälter der Männer nicht heran. Mit 44.890 Euro verdienen Männer deutlich mehr. Die Gender-Pay-Gap liegt bei den Einstiegsgehältern bei sieben Prozent.

Wie hoch war dein Einstiegsgehalt (Grundgehalt + Bonus u. ä.) als Jahresgehalt in Tausend Euro?

Einstiegsgehalt 2015 2016 2017 2018
Gesamt 41,5 42,9 43,6 43,8
Männer 44,2 44,8 44,9 44,9
Frauen 38,7 39,6 41,4 42,2

Bei den Fachkräften liegt das Durchschnittsgehalt laut der Daten des Stepstone-Gehaltsreports 2018 bei 49.601 Euro und damit höher als bei den Young Professionals.

Differenziert man nach Positionen mit und ohne Personalverantwortung, ist grundsätzlich mehr Gehalt drin: Ein Arbeitnehmer – nicht differenziert nach Akademiker_innen und Nicht-Akademiker_innen – mit Personalverantwortung kommt so durchschnittlich auf 66.651 Euro, ohne Personalverantwortung sind es allerdings nur 53.260 Euro.

Ebenfalls differenzieren kann man durch die Anzahl der Mitarbeitenden im Unternehmen. Am höchsten liegt das Gehalt demnach immer dann, wenn man in einem Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitenden arbeitet und zusätzlich Personalverantwortung trägt. Dann kann man laut Stepstone durchschnittlich mit 82.401 Euro pro Jahr rechnen.

Gehalt nach der Menge der Mitarbeitenden im Unternehmen (mit Personalverantwortung) in Tausend Euro.

Mitarbeitende Jahresgehalt
1–4 59.603 €
5–14 69.731 €
15–49 72.048 €
50–100 75.285 €
mehr als 100 82.401 €

These 2: Branche und Studienfach bestimmen das Gehalt.

Den größten Unterschied machen die Branche und das Studienfach aus. Tatsächlich zählen die Absolventen_innen bestimmter Studienfächer zu den Top-Verdiener_innen: die Rechtswissenschaftler_innen liegen 2018 mit 72.993 Euro auf dem zweiten Platz, die Wirtschaftsingenieur_innen mit 70.231 Euro auf dem dritten Platz, beide hinter den Mediziner_innen (inkl. Zahnmedizin) mit 79.695 Euro, die am meisten verdienen.

Gehalt in den Top Studienfächern in Euro.

Studienfach Jahresgehalt
Medizin (und Zahnmedizin) 79.695 €
Rechtswissenschaften 72.993 €
Wirtschaftsingenieurwesen 70.231 €
Ingenieurwissenschaften 69.298 €
Wirtschaftsinformatik 69.482 €

Das Studienfach wirkt sich auch dann aus, wenn Akademiker_innen den gleichen Beruf mit einem unterschiedlichen Studienhintergrund ergriffen haben. Dies zeigt sich zum Beispiel am Beruf des bzw. der Marketing Manager_in. Hat eine Person BWL, VWL oder Wirtschaftswissenschaften studiert, verdient sie 2018 mit 30 Jahren durchschnittlich 59.287 Euro im Jahr. Mit einem geisteswissenschaftlichen Hintergrund, oder wenn die Person Politik oder Sozialwissenschaften studiert hat, verdient sie nur 54.575 Euro – 8,6 Prozent weniger als die Kolleg_in in der gleichen Branche, im gleichen Beruf.

Akademiker_innengehälter am Beispiel Marketing Manager_in mit verschiedenen Studienfächern in Euro.

Studienfächer Gehalt
BWL, VWL, Wirtschaftswissenschaften 59.287 €
Politik, Sozialwissenschaften, Geisteswissenschaften 54.575 €

Schaut man sich die Branchen an, zeigen sich auch hier Unterschiede in den Verdienstmöglichkeiten. Die Pharmaindustrie liegt 2018 an erster Stelle, aber auf dem zweiten und dritten Platz folgen schon die Bankenbranche und die Fahrzeugbau- und zuliefererbranche.

Gehälter nach Branchen in Euro.

Branche Jahresgehalt
Pharmaindustrie 69.377 €
Banken 69.212 €
Fahrzeugbau/-zulieferer 66.896 €
Chemie- und Erdölverarbeitende Industrie 66.184 €
Maschinen- und Anlagenbau 65.353 €

Ein Blick in die Berufsgruppen zeigt jedoch die Chancen der Nicht-Akademiker_innen auf.

An erster Stelle stehen 2018 auch hier die Ärzt_innen – sie sind unangefochten an der Spitze der Gehaltstabelle nach Berufsgruppen und können durchschnittlich 84.233 Euro verdienen. Auch Banker_innen mit einem Durchschnittsgehalt von 70.889 Euro und Ingenieur_innen mit einem Durchschnittsgehalt von 66.958 Euro verdienen schon mit 30 Jahren ein sehr gutes durchschnittliches Jahresgehalt.

Schaut man sich aber die Berufsgruppen an, die ein weniger gutes Gehalt verdienen, zeigt sich, dass ein gutes Gehalt auch für Nicht-Akademiker_innen möglich ist und sie die Akademiker_innen damit sogar übertreffen können. Ein Beispiel dafür sind die technischen Ausbildungsberufe. Dort verdient man ein Durchschnittsgehalt von 50.955 Euro jährlich. Als studierte_r Architekt_in oder Designer_in verdient man mit 30 Jahren jedoch nur 47.340 Euro. Auch Berufsgruppen wie Vertrieb und Verkauf überraschen. Hier können auch Nicht-Akademiker_innen durchschnittlich 58.627 Euro im Jahr verdienen. Sie überholen damit z. B. Naturwissenschaftler_innen, die nur 56.623 Euro als Durchschnittsgehalt erhalten.

Gehälter nach Berufsgruppen in Euro.

Berufsgruppe Jahresgehalt
Ärzte 84.233 €
Banking 70.889 €
Ingenieure 66.958 €
IT 64.837 €
Recht 63.118 €
Versicherungswesen 62.687 €
Finanzen 61.173 €
Vertrieb und Verkauf 58.627 €
Personal 56.830 €
Marketing und Kommunikation 56.132 €
Naturwissenschaftliche Forschung und Labor 56.623 €
Einkauf, Materialwirtschaft und Logistik 54.867 €
Technische Ausbildungsberufe 50.955 €
Design, Gestaltung und Architektur 47.340 €
Bildung und Soziales 44.012 €
Administration und Sekretariat 41.383 €
Handwerk 38.857 €
Pflege, Therapie und Assistenz 38.510 €

These 3: Ohne Berufserfahrung verdient man schlechter.

Der Knackpunkt beim Gehalt für Akademiker_innen und Nicht-Akademiker_innen liegt aber nicht nur in den bereits genannten Kriterien, sondern auch in der Berufserfahrung.

Das Durchschnittsalter von Studienanfänger_innen in Deutschland betrug 2017 21,3 Jahre (Quelle: Statista GmbH | „Durchschnittsalter der Studienanfänger/-innen im ersten Hochschulsemester in Deutschland von 1995 bis 2017“ | auf: Website der Statista GmbH 5.8.2019 | URL: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/36660/umfrage/durchschnittsalter-der-studienanfaenger-seit-1995/). Die durchschnittliche Studiendauer lag 2017 bei 9,1 Jahren – Wirtschaftswissenschaftler_innen 8,7 Jahre, Ingenieur_innen 9,6, Informatiker_innen 8,9 (Quelle: Trendence Absolventenbarometer 2017). Wenn man also davon ausgeht, dass die meisten Akademiker_innen durchschnittlich mit 21,3 Jahren anfangen zu studieren, sind sie durchschnittlich erst mit 30,4 Jahren bereit für den Einstieg ins Berufsleben.

Bei den Fachkräften wiederum sieht dieser Zeitstrahl anders aus. Für das Jahr 2017 wiesen mit 40,4 Prozent die meisten Auszubildenden einen Realschulabschluss auf. 26,2 Prozent der Auszubildenden hatten einen Hauptschulabschluss.

Schulabschlüsse der Auszubildenden 2017.

Schulabschluss Gesamt
Abitur 13,7 %
Fachabitur 13,8 %
Realabschluss 40,4 %
Hauptschulabschluss 26,2 %
keinen Schulabschluss 1,6 %
keine Angaben 4,3 %

Nur 2,9 Prozent aller Studienanfänger_innen beginnen 2017 ein Studium, ohne vorher das (Fach-)Abitur abgelegt zu haben, also z. B. durch einen Meister. Das bedeutet, dass der Weg Abi und dann an die Uni noch viel häufiger vorkommt, als der Quereinstieg über eine Ausbildung (Quelle: Sigrun Nickel und Nicole Schulz | „Studieren ohne Abitur in Deutschland“ | auf: Website des Centrums für Hochschulentwicklung GmbH 5.8.2019 | URL: http://www.che.de/downloads/CHE_AP_195_Studieren_ohne_Abitur_2017.pdf).

Dementsprechend ist ein großer Teil der Auszubildenden zwischen 16 und 19 Jahren alt (61,8 Prozent). Ein weiterer Teil ist bei Ausbildungsbeginn schon 18–24 Jahre alt. Das heißt, es gibt eine sehr breit gefächerte Altersspanne, die sich zwar auf das Alter zwischen 16 und 19 Jahre konzentriert, aber auch noch bis in die Mittzwanziger hinein zieht. Im selben Alter beginnen jedoch Schüler_innen mit einer Hochschulzugangsberechtigung bereits ein Studium, das heißt die Nicht-Akademiker_innen müssen die Akademiker_innen später wieder einholen. Wenn Auszubildende ihre Ausbildung erst mit Zwanzig beginnen, ist ein wichtiger Vorteil, den Nicht-Akademiker_innen vor Akademiker_innen haben, verspielt.

Alter bei Ausbildungsbeginn 2017.

Alter Gesamt
jünger als 15 Jahre 2,8 %
16–17 Jahre 32,9 %
18–19 Jahre 28,9 %
20–24 Jahre 28,3 %
älter als 25 Jahre 7,0 %

Das große Aufholen gelingt den Fachkräften dann in der Ausbildungszeit. Diese liegt weit unter den Akademiker_innen: Die Anzahl der von der Bundesagentur für Arbeit anerkannten Ausbildungsberufe, die 36 Monate lang dauern (248), liegt weit vor der Anzahl der Ausbildungsberufe, die nur 24 Monate (26) oder mit 42 Monaten (52) sehr viel länger brauchen. (Quelle: Michael Friedrich, Dagmar Borchardt und Petra Spilles | „Datenreport zum Berufsbildungbericht 2018“ | auf.: Website des Bundesinstitut für Berufsbildung 5.8.2019 | URL: https://www.bibb.de/dokumente/pdf/bibb_datenreport_2018.pdf).

Rechnet man also, dass ein Großteil der Auszubildenden zwischen 16 und 24 Jahren alt sind, wenn sie eine Ausbildung beginnen und diese Ausbildung sehr wahrscheinlich drei Jahre dauert, sind die meisten Nicht-Akademiker_innen zwischen 19 und 27 Jahren alt, wenn sie ihre Ausbildung beenden und in den Beruf einsteigen.

Durch diese Zeitleiste wird deutlich, welche Chancen Nicht-Akademiker_innen haben: Im besten Fall ist eine Fachkraft 19 Jahre alt, wenn sie in den Beruf einsteigt und hat schon mehr als elf Jahre Berufserfahrung gesammelt, wenn ein Young Professional von der Universität in den ersten Job einsteigt. In der Beispieltabelle würde diese Fachkraft bereits durchschnittlich 53.858 Euro Jahresgehalt verdienen, wenn ein_e Akademiker_in mit 45.842 Euro Einstiegsgehalt beginnt. Erst nach drei Jahren Berufserfahrung überholt ein_e durchschnittliche_r Akademiker_in die Fachkraft ohne Studienabschluss.

Berufserfahrung und Jahresgehalt in Tausend Euro

Akademics Non-Academics
bis 2 Jahre 45.842 € 32.250 €
3–5 Jahre 54.242 € 38.360 €
6–10 Jahre 64.697 € 44.495 €
11–20 Jahre 76.727 € 53.868 €
mehr als 20 Jahre 79.262 € 56.025 €

These 4: Tolles Gehalt bedeutet toller Job.

Über 50 Prozent der Young Professionals stimmen der Aussage zu, dass es ihnen wichtiger ist, inhaltlich spannende Projekte zu bearbeiten, als viel Geld zu verdienen. Über 23 Prozent geben an, keine Meinung dazu zu haben und nur etwas mehr als 26 Prozent stimmen der Aussage nicht zu und finden es wichtiger, viel Geld zu verdienen.

Bitte nimm kurz Stellung zu den folgenden Aussagen: „Mir ist es wichtiger, inhaltlich spannende Projekte zu bearbeiten, als viel Geld zu verdienen.”

Mir ist es wichtiger inhaltlich spannende Projekte zu bearbeiten, als viel Geld zu verdienen. stimme zu keine Meinung stimme nicht zu
Gesamt 50,7% 23,2 % 26,1 %
Männer 46,9 % 25,1 % 28,0 %
Frauen 56,3 % 20,3 % 23,4 %

Spannende Aufgaben werden dabei vor allem von den Young Professionals bevorzugt, die im Öffentlichen Sektor arbeiten. Mit fast 63 Prozent ist der Wert hier am höchsten. Am wenigsten Zustimmung findet die Aussage hingegen bei den Young Professionals, die in der Medien- und Werbebranche arbeiten. Dort hat jede_r Dritte keine Meinung zu diesem Thema. In der Banken- und Versicherungsbranche findet die Aussage die meisten Gegenstimmen. Über 35 Prozent finden es hier wichtiger, viel Geld zu verdienen, als an spannenden Projekten zu arbeiten.

Der Zustimmungswert zur Aussage liegt bei den Frauen mit über 56 Prozent außerdem um über neun Prozentpunkte höher als bei den Männern mit fast 47 Prozent.

Bitte nimm kurz Stellung zu den folgenden Aussagen: „Mir ist es wichtiger, inhaltlich spannende Projekte zu bearbeiten, als viel Geld zu verdienen.”

Branche stimme zu keine Meinung stimme nicht zu
Öffentlicher Sektor 62,6 % 20,8 % 16,5 %
Versorgung und Umwelt 57,5 % 20,9 % 21,5 %
Forschung, Pharma und Gesundheit 56,5 % 20,3 % 23,2 %
Konsumgüter 53,8 % 17,0% 29,3 %
Telekommunikation und IT 52,4 % 24,0 % 23,5 %
Consulting und Wirtschaftsprüfung 52,0 % 24,4 % 23,6 %
Automobilindustrie 52,0 % 24,0 % 24,0 %
Elektrotechnik und Elektronik 50,9 % 19,8 % 29,2 %
Logistik und Tourismus 49,3 % 23,4 % 27,2 %
Maschinenbau 49,3 % 22,8 % 27,9 %
Handel/E-Commerce 47,8 % 23,1 % 29,2 %
Ingenieurdienstleistungen und Bau 47,3 % 20,8 % 31,9 %
Banken und Versicherungen 40,3 % 24,6 % 35,1 %
Medien und Werbung 39,7 % 32,7 % 27,6 %

Fragt man die Young Professionals aber, was sie am meisten im Job motiviert, geben immerhin 41 Prozent der Männer und fast 31 Prozent der Frauen ein hohes Gehalt an. Auch wenn ihnen attraktive Arbeitsaufgaben und gute Karriereperspektiven noch wichtiger sind, wird doch deutlich, dass die sie etwas unentschieden in der Frage sind, wie wichtig ihnen das Gehalt im Gegensatz zu anderen Faktoren ist.

Wie wichtig sind Ihnen bestimmte Faktoren bei der Arbeitgeberwahl?

Faktoren der Arbeitgeberwahl YP 18 Männer Frauen
Attraktive Arbeitsaufgaben 64,0 % 72,7 %
Gute Karriereperspektiven 50,0 % 51,8 %
Hohes Gehalt 41,0 % 30,9 %
Unternehmenserfolg 29,1 % 23,5 %
Attraktive Produkte/Dienstleistungen 25,3 % 24,0 %
Status und Prestige 12,5 % 10,0 %

Bei den Fachkräften sind die Aussagen dazu, wie wichtig das Gehalt ist, ebenfalls widersprüchlich. Fragt man die Fachkräfte, was ihnen bei der Wahl eines Arbeitgebers sehr wichtig ist, nennen zwar 40,5 Prozent der Befragten ein hohes Gehalt. Im Gegensatz zu anderen Kriterien wie etwa die Sicherheit der Anstellung – auf Platz eins mit fast 73 Prozent –, einer fairen Behandlung durch die Mitarbeitenden (72 Prozent) oder einem kollegialen Umfeld (fast 59 Prozent), fällt das Gehalt als Kriterium weit ab.

Wenn Sie einen Arbeitgeber auswählen, was ist Ihnen besonders wichtig?

Prozent („sehr wichtig“) Gesamt
Der Arbeitgeber bietet eine sichere Anstellung 72,9 %
Die Mitarbeitenden werden fair behandelt 72,0 %
Das Umfeld ist kollegial 58,9 %
Ich habe neben der Arbeit genügend Zeit für mein Privatleben 55,8 %
Ich kann mich persönlich weiterentwickeln 54,0 %
Der Arbeitgeber bietet Überstundenvergütung oder -ausgleich an 51,3 %
Die Mitarbeitenden können eigenverantwortlich arbeiten 48,9 %
Die Führungskräfte kümmern sich um die Mitarbeitenden 47,6 %
Es herrscht Chancengleichheit 45,1 %
Die Arbeitsaufgaben sind attraktiv 44,2 %
Der Arbeitgeber bietet Weiterbildungsmögichkeiten an 42,8 %
Entfernung zum Wohnort/gute Erreichbarkeit 42,6 %
Der Arbeitgeber zahlt ein hohes Gehalt 40,5 %
Der Arbeitgeber bietet gute Aufstiegsmöglichkeiten 38,5 %
Der Arbeitgeber ist erfolgreich 28,7 %
Die Produkte oder Dienstleistungen des Arbeitgebers sind interessant 24,7 %
Der Arbeitgeber ist innovativ 20,3 %
Der Arbeitgeber bietet Vorteile neben dem Gehalt 20,2 %
Der Arbeitgeber handelt sozial und ökologisch verantwortungsvoll 19,4 %
Das Umfeld ist international 5,8 %

Fragt man bei den mit ihrer Jobsituation unzufriedenen Fachkräften nach, womit genau sie unzufrieden sind, antworten 47,3 Prozent der Befragten, dass ihnen ihr Gehalt zu niedrig ist. Wichtige Punkte wie eine faire Behandlung oder die Fürsorge der Führungskräfte für die Mitarbeitenden sind nicht einmal halb so wichtig, wie das Gehalt. Das Gehalt steht also klar im Mittelpunkt. Rechnet man noch weitere Faktoren hinzu, die mit der Vergütung der Arbeit zu tun haben, wird das Ergebnis noch eindeutiger. 6,4 Prozent etwa finden eine Überstundenvergütung oder einen Überstundenausgleich wichtig, 3,1 Prozent würden Vorteile neben dem Gehalt vermissen. Insgesamt sind für die Befragten mit 56,8 Prozent das Fehlen von geldwerten Faktoren der Hauptgrund für Unzufriedenheit.

Womit genau sind sie unzufrieden?

Gesamt
Mein Gehalt ist zu niedrig 47,3 %
Ich fühle mich nicht fair behandelt 23,3 %
Die Führungskräfte kümmern sich nicht um die Mitarbeitenden 21,9 %
Ich habe neben der Arbeit nicht genügend Zeit für mein Privatleben 17,9 %
Mein Arbeitgeber bietet keine/kaum Aufstiegsmöglichkeiten 14,7 %
Ich kann mich persönlich nicht weiterentwickeln 12,9 %
Das Umfeld ist nicht kollegial 9,6 %
Die Arbeitsaufgaben sind nicht attraktiv 7,0 %
Mein Arbeitgeber bietet keine Überstundenvergütung oder -ausgleich an 6,4 %
Mein Arbeitgeber bietet keine Weiterbildungsmöglichkeiten an 6,2 %
Es herrscht keine Chancengleichheit 5,9 %
Entfernung zum Wohnort/schlechte Erreichbarkeit 4,7 %
Mein Arbeitgeber handelt sozial und ökologisch nicht verantwortungsvoll 3,6 %
Der Arbeitgeber ist nicht innovativ 3,2 %
Mein Arbeitgeber bietet keine sichere Anstellung 3,2 %
Mein Arbeitgeber bietet keine Vorteile neben dem Gehalt 3,1 %
Ich kann nicht eigenverantwortlich arbeiten 2,8 %
Mein Arbeitgeber ist nicht erfolgreich 1,7 %
Die Produkte oder Dienstleistungen meines Arbeitgebers sind nicht interessant 1,5 %
Das Umfeld ist nicht international 0,1 %

Wenn die Fachkräfte wiederum angeben müssen, wie die Arbeitsbedingungen aussehen müssten, damit sie mit ihrem Arbeitgeber zufrieden sind, sind Gehaltsthemen wieder von größter Relevanz. 72,1 Prozent geben an, dass eine pünktliche Gehaltszahlung für sie sehr wichtig ist, ein marktgerechtes Gehalt ist 64,5 Prozent sehr wichtig und als dritten Punkt wählten die Befragten sinnvolle Aufgaben als Kriterium dafür, dass sie mit den Arbeitsbedingungen zufrieden sind. Vergütete Überstunden sind immerhin 36,6 Prozent sehr wichtig.

Was ist Ihrer Meinung nach wichtig, damit Sie mit den Arbeitsbedingungen bei Ihrem Arbeitgeber zufrieden sind?

Prozente („sehr wichtig“) Gesamt Männer Frauen
Pünktliche Gehaltszahlung 72,1 % 71,3 % 73,9 %
Marktgerechtes Gehalt 64,5 % 63,7 % 66,1 %
Sinnvolle Aufgaben 47,1 % 46,3 % 48,7 %
Arbeitszeiten, die sich mit meinem Privatleben gut vereinbaren lassen 47,0 % 44,0 % 53,5 %
Aufgaben, die meinen Fähigkeiten entsprechen 41,5 % 38,8 % 47,5 %
Vergütete Überstunden 36,6 % 36,2 % 37,4 %
Abwechslungsreiche Aufgaben 31,6 % 31,9 % 31,0 %
Frühzeitige Ankündigung der Arbeitszeiten 30,3 % 27,8 % 35,7 %
Keine Überstunden 4,3 % 4,4 % 4,1 %

Am ehesten bringt man die Angaben der Fachkräfte zum Gehalt womöglich so unter einen Hut: Bei der Wahl des Arbeitgebers schauen sie zwar aufs Gehalt, andere Faktoren sind für sie jedoch etwas wichtiger. Geht es aber darum, was sie zufrieden mit ihrem Job und den Arbeitsbedingungen macht, erhält das Gehalt eine größere Relevanz und das Gehalt wirkt sich als Hygiene-Faktor aus.

Die These, dass ein hohes Gehalt einen tollen Job ausmacht, stimmt für die befragten Young Professionals also nicht ganz. Bei der Suche nach einem Job und bei der Abwägung gegenüber spannenden Aufgaben sind Young Professionals andere Faktoren wichtiger. Für die Fachkräfte ist das Gehalt bei der Jobsuche ebenfalls nicht am wichtigsten, beeinflusst ihre Zufriedenheit im Job aber sehr stark.

Profil der Befragten.

Die beiden untersuchten Gruppen unterscheiden sich in vielen Punkten, allerdings nicht im Alter. Das Alter der Fachkräfte und Young Professionals liegt zwischen ca. 30 und 33 Jahren.

Young Professionals.

Der Begriff Young Professional umfasst alle Arbeitnehmer_innen, die über nicht mehr als zehn Jahre Berufserfahrung verfügen. Die überwiegende Mehrheit der Befragten sind Männer. Ihre Gruppe umfasst ca. 66 Prozent, die der Frauen ca. 34 Prozent. Da im Young Professional Barometer Arbeitnehmer_innen aus Branchen befragt werden, in denen großer Fächkräftemangel und ein Mangel an Mitarbeiterinnen herrscht, verwundert dies nicht. Nichtsdestotrotz ist der Frauen- und Männeranteil von Branche zu Branche sehr unterschiedlich und kann sich auch genau umdrehen, etwa wenn es um Branchen aus dem naturwissenschaftlichen Bereich geht.

Geschlecht.

Young Professionals Geschlecht
Männer 66,2 %
Frauen 33,8 %

Beim höchsten Bildungsabschluss, den die Young Professionals in der Tasche haben, gibt es nur eine geringe Mehrheit von 34 Prozent, die einen Bachelorabschluss, aber keinen Masterabschluss hat (33,5 Prozent). Frauen bevorzugen einen Masterabschluss, wobei hier der prozentuale Anteil sinkt.

Bitte geben Sie Ihren höchsten Bildungsabschluss an.

Bachelor Master Diplom Magister MBA Promotion/Habilitation Juristische Prüfung
Gesamt 34,0 % 33,5 % 21,4 % 1,2 % 1,6 % 6,2 % 2,1 %

Die derzeitige Jobsituation der Young Professionals ist zu einem überwältigenden Anteil ein unbefristetes Angestellt_innenverhältnis. Dies trifft auf 76 Prozent zu, wobei der Anteil im Gegensatz zum Vorjahr etwas gesunken ist. Auffällig ist dabei, dass Frauen seltener unbefristet beschäftigt sind als Männer. Der Unterschied für das Jahr 2018 beträgt zwölf Prozentpunkte. Während sich Männer zu 80 Prozent über eine unbefristete Anstellung freuen können, sind es bei den Frauen nur 68 Prozent. Umgekehrt ist es bei den befristeten Anstellungen. Hier liegen Frauen vorn. Ihr Anteil an selbstständiger oder freiberuflicher Tätigkeit ist gestiegen, liegt aber niedriger als bei Männern (etwas mehr als drei Prozent). Bei der Gruppe der Arbeitssuchenden ist der Frauenanteil hingegen gesunken. Waren Frauen 2016 noch die Mehrheit der Arbeitssuchenden, sind sie nun mit knapp drei Prozent weniger stark von Arbeitslosigkeit betroffen als Männer. Mit vier Prozent ist aber auch bei ihnen dieser Wert sehr niedrig.

Was ist Ihr derzeitiger beruflicher Status?

Gesamt Männer Frauen
Anstellung (unbefristet) 76,1 % 80,2 % 68,1 %
Anstellung (befristet) 8,2 % 6,8 % 10,8 %
Selbstständig, freiberuflich tätig 2,6 % 3,3 % 1,3 %
Zeitarbeit 0,5 % 0,4 % 0,5 %
Weiterbildung, Aufbaustudium, Promotion 6,8 % 4,9 % 10,5 %
Elternzeit 0,6 % 0,1 % 1,5 %
Arbeitsuchend 2,9 % 2,3 % 3,9 %
Sonstiges 1,2 % 1,0 % 1,6 %

Der größte Teil der Befragten arbeitet in der Automobilindustrie. Consulting und Wirtschaftsprüfung sowie Maschinenbau zählen ebenfalls zu den TOP-3 Arbeitgeberbranchen für Young Professionals.

Welcher Branche gehört Ihr derzeitiger Arbeitgeber an?

Branche des derzeitigen Arbeitgebers Gesamt Männer Frauen
Automobilindustrie 16,3 % 18,7 % 11,8 %
Consulting und Wirtschaftsprüfung 14,2 % 13,2 % 16,1 %
Maschinenbau 12,0 % 14,7 % 6,8 %
Telekommunikation und IT 10,2 % 10,8 % 9,2 %
Forschung, Pharma und Gesundheit 9,9 % 8,8 % 12,1 %
Banken und Versicherungen 8,1 % 7,9 % 8,5 %
Elektrotechnik und Elektronik 7,7 % 8,9 % 5,3 %
Öffentlicher Sektor 6,4 % 5,9 % 7,2 %
Ingenieurdienstleistungen und Bau 6,2 % 6,7 % 5,3 %
Handel/ E-Commerce 5,1 % 4,3 % 6,7 %
Versorgung und Umwelt 4,2 % 4,6 % 3,6 %
Logistik und Tourismus 3,4 % 3,1 % 3,9 %
Konsumgüter 2,8 % 2,2 % 4,0 %
Medien und Werbung 2,0 % 1,3 % 3,2 %
Ich kann meinen derzeitigen Arbeitgeber keiner der genannten Branchen zuordnen. 8,6 % 7,3 % 11,2 %

Fachkräfte.

Die befragten Fachkräfte waren zu einem Dreiviertel Männer, nur ein Viertel waren Frauen (nach einem dritten Geschlecht wurde nicht gefragt). Über 60 Prozent der Befragten gab außerdem an, keine Kinder zu haben. Dementsprechend sind über 90 Prozent der männlichen Fachkräfte, die befragt wurden, in Vollzeit tätig. Bei den Frauen sind es nur 78,3 Prozent. Sie arbeiten mehr als acht Mal so oft in Teilzeit als die Männer.

Arbeiten Sie Vollzeit oder Teilzeit?

Gesamt Männer Frauen
Vollzeit 92,5 % 97,5 % 78,3 %
Teilzeit 7,5 % 2,5 % 21,7 %

Auffällig ist außerdem, dass die befragten Fachkräfte zu einem sehr großen Teil sicher angestellt sind. 86,4 Prozent geben an, einen unbefristeten Vertrag zu haben. Nicht einmal 1 Prozent der Fachkräfte sind jeweils ohne Job oder in einer Weiterbildung.

Was trifft auf Sie zu?

Berufsstatus Gesamt Männer Frauen
Ich bin unbefristet angestellt 86,4 % 86,5 % 86,2 %
Ich bin befristet angestellt 7,8 % 7,5 % 8,8 %
Ich bin selbständig/freiberuflich tätig 3,2 % 3,8 % 1,3 %
Ich arbeite bei einer Zeitarbeitsfirma 0,4 % 0,5 % 0,3 %
Ich bin in Elternzeit 0,3 % 0,0 % 1,0 %
Ich mache eine Weiterbildung 0.8 % 0,8 % 0,9 %
Ich bin arbeitssuchend 0,9 % 0,9 % 1,0 %
Sonstiger Status 0,2 % 0,1 % 0,3 %

Die beiden häufigsten Berufe unter den befragten männlichen Fachkräften sind Elektriker/Elektroniker/Elektroinstallateure und Verkäufer, je knapp sieben Prozent arbeiten in diesen Berufen. Weitere häufige Berufsfelder sind kaufmännische Berufe (6,6 Prozent), Informatiker, Fachinformatiker (5,8 Prozent) und Techniker (fünf Prozent).

In welchem Beruf arbeiten Sie zurzeit?

Männer

Beruf Gesamt
Elektriker, Elektroinstallateur, Elektroniker 6,9 %
Verkäufer, Vertrieb 6,9 %
Kaufmann, sonstige kaufmännische Berufe 6,6 %
Informatiker, /Fachinformatiker 5,8 %
Techniker (inkl. Anwendungstechnik, Aufzugstechnik, Auto 5,0 %
Programmierer, Softwareentwickler, Web Entwickler 3,4 %
Lagerist 3,0 %
Industriemechaniker 2,9 %
IT Systemadministrator, Netzwerkadministrator 2,8 %
Bankkaufmann 2,6 %
Maschinen- und Anlagenführer, Maschinenbautechniker 2,6 %
Mechaniker (Feinwerkmechanik, Flachglasmechanik, Flugg) 2,5 %
Fahrer (inkl. Anlagenfahrer, Kraftfahrer, Busfahrer) 2,3 %
Alten-/Krankenpfleger, Entbindungspfleger 2,3 %
Berater, Consultant, IT-Consultant 2,1 %
Einzelhandelskaufmann, Kassierer 2,1 %
Projektleiter, Projektkoordinator 2,0 %
Groß- und Außenhandelskaufmann 1,9 %
KfZ-Mechaniker, KfZ Mechatroniker 1,9 %
Zerspanner, Zerspannungsmechaniker 1,9 %

Bei den Frauen stehen die Care-Berufe an erster Stelle. Der Beruf der Alten- oder Krankenpflegerin und der Hebamme waren bei mehr als zehn Prozent am beliebtesten. Darauf folgen Kauffrau (8,8 Prozent) und Verkäuferin (7,8 Prozent). Ebenfalls beliebt sind Bürokauffrau (5.8 Prozent), Erzieherin (5,5 Prozent) und Sachbearbeiterin (5,3 Prozent), sowie Rechtsanwalts- bzw. Notariatsfachangestellte (5,1 Prozent), Industriekauffrau (5 Prozent) und Buchhalterin bzw. Controllerin (ebenfalls bei 5 Prozent).

Frauen

Beruf Gesamt
Alten-/Krankenpflegerin, Hebamme 10,5 %
Kauffrau, sonstige kaufmännische Berufe 8,8 %
Verkäuferin, Vertrieb 7,8 %
Bürokauffrau, Kauffrau für Bürokommunimation 5,8 %
Erzieherin 5,5 %
Sachbearbeiterin 5,3 %
Rechtsanwaltsfachangestellte, Notariatsfachangestellte, 5,1 %
Industriekauffrau 5,0 %
Buchhalterin, Controllerin (inkl. Anlagenbuchhaltung, Bilanzbuchhaltung) 5,0 %
Verwaltungsangestellte, Verwaltungsfachangestellte 4,8 %
Einzelhandelskauffrau, Kassiererin 4,0 %
Bankkauffrau 3,7 %
Arzthelferin, Zahnarzthelferin, Medizinische Fachangestellte 3,6 %
Zahnmedizinische Fachangestellte, Zahntechnikerin 3,3 %
Steuerfachangestellte, Steuerfachwirtin 2,7 %
Gastro/Hotel (Hotelfachangestellte, Bedienung, Barkeeperin) 2,3 %
Groß- und Außenhandelskauffrau 1,5 %
Laborantin, Chemielaborantin, Chemikantin, Chemisch-technische Assistentin 1,5 %
Versicherungskauffrau, Versicherungsfachwirtin 1,5 %

Durchführung der Studie.

Für das Fachkräftebarometer 2018 – Deutschlands erste und größte Fachkräftestudie – wurden 9.300 nicht-akademische Arbeitnehmer_innen befragt. Untersuchungszeitraum war der Zeitraum von Juni bis August 2018.

Beim Young Professional Barometer haben 18.000 junge Berufseinsteiger_innen aus Deutschland von Mai bis Juli 2018 teilgenommen. Als Young Professional ist hier definiert, wer nicht mehr als zehn Jahre Berufserfahrung hat. Die Stichprobe repräsentiert damit die Gesamtheit aller Young Professionals aus den Berufsgruppen Wirtschaft, Technik, Informatik und Naturwissenschaften in Deutschland und somit ca. 1,1 Millionen Menschen.

Zum Gehalt der Fachkräfte wurden Daten von Stepstone aus dem Herbst 2017 aus einer Online-Befragung genutzt. Dabei wurden 50.000 Fachkräfte befragt. Circa 70 Prozent der Befragten waren Fachkräfte ohne Personalverantwortung, 30 Prozent waren Führungskräfte. Alle Angaben beziehen sich auf das Arbeiten auf einer Vollzeitstelle und zeigen ein Bruttodurchschnittsgehalt inkl. variabler Bezüge als Mittelwert.

Methode.

Die Einladung der Young Professionals und Fachkräfte erfolgte in Zusammenarbeit mit verschiedenen Kooperationspartnern. Die Teilnehmenden erhielten eine Einladung per E-Mail oder per Brief und ein Passwort. Anschließend konnten sie einen Online-Fragebogen ausfüllen. Durch das Mitwirken an der Studie konnten die Teilnehmenden an einer Verlosung teilnehmen. Zusätzlich erhielt jede_r Teilnehmer_in einen individuellen Teilnahmereport mit einer Auswertung der eigenen Karrierechancen.

Die Analyse der Daten erfolgte in unterschiedlichen Stufen. Zunächst wurden die Ergebnisse innerhalb der gesamten Stichprobe analysiert. Danach wurde untersucht, wie sich die Ergebnisse innerhalb verschiedener Untergruppen von den Gesamtresultaten unterscheiden. Um ein bundesweit repräsentatives Bild von den Meinungen der befragten Young Professionals und Fachkräften zu gewinnen, wurden die Antworten so gewichtet, dass das Verhältnis der Anzahl der Antworten pro Berufsgruppe bzw. Fächergruppe, Geschlecht und Region identisch mit dem Verhältnis in der Bevölkerung ist. So wird sichergestellt, dass unterschiedlich hohe Rücklaufquoten ausgeglichen werden.

Über die Trendence Institut GmbH.

Die Trendence Institut GmbH ist ein unabhängiges Beratungs- und Marktforschungsunternehmen und steht seit 20 Jahren für data-driven Employer Branding. Trendence kennt die Karrierepläne und Wunscharbeitgeber von jungen Bewerber_innen und hilft Arbeitgebern dabei, die Bedürfnisse der Zielgruppe zu verstehen. So unterstützt das Trendence Institut Arbeitgeber mit seinen Daten und Insights bei anstehenden strategischen und operativen Entscheidungen im Bereich Employer Branding, Personalmarketing und Recruiting.

Große Aufmerksamkeit erfahren die Barometerstudien und Arbeitgeber-Rankings: Jedes Jahr ermittelt Trendence in den Barometerstudien mit mehr als 90.000 Schüler_innen, Studierenden und Young Professionals die Rankings der 100 attraktivsten Arbeitgeber Deutschlands. Die daraus resultierenden Siegel helfen Arbeitgebern dabei, mit ihrer Ranking-Position ins Blickfeld der Bewerbenden zu rücken und geben Berufseinsteigenden Orientierung bei der Jobwahl. Daneben führt das Institut auch Auftragsstudien durch. Abhängig von der Zieldefinition wählt Trendence dann die entsprechende Studienmethode: von quantitativen Online-Befragungen über Fokusgruppen bis hin zu Tiefeninterviews.

Komplettiert wird das Angebot durch die Auszeichnungen für faire Arbeitgeber für Fachkräfte sowie karrierefördernde Trainee- und Ausbildungsprogramme. Die Zertifizierung beruht auf einem Audit, das die Programme hinsichtlich definierter Qualitätskriterien prüft. Diese werden zusammen mit Vertreter_innen aus der Wissenschaft entwickelt – zum Beispiel mit Prof. Dr. Ingo Weller vom Institut für Personalwirtschaft der Ludwig-Maximilians-Universität München oder Prof. Dr. Anja Seng, Professorin für BWL mit Schwerpunkt Personalmanagement, an der Hochschule für Ökonomie & Management (FOM).

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