07. November 2017

Facharbeiter sind zufrieden mit ihrem Job – aber beim Gehalt geht mehr

Erste Blue Collar Studie von trendence und mobileJobs erschienen

  

trendence befragt erstmals Facharbeiter

Die Studie wurde vom Beratungs- und Marktforschungsunternehmen trendence in Kooperation mit mobileJobs durchgeführt, die Recruitinglösungen für den gewerblichen Arbeitsmarkt anbieten.

  

Vertrieb top, Logistik und Call Center flop

58 Prozent der Facharbeiter sind mit ihrem Job zufrieden und geben ihm die Schulnote 1 oder 2. Aber jeder Achte bewertet seinen Job mit der Note 4 oder schlechter. Besonders schlecht schneiden Call Center und Jobs in der Logistik mit einem Notendurchschnitt von 2,8 ab. Den besten Durchschnitt erhalten Jobs in Vertrieb, Werbung und Marketing ab mit 2,2.

  

Facharbeiter fordern mehr Geld und mehr Mitspracherecht

Doch woher kommt die Unzufriedenheit? Wenn Facharbeiter mit ihrem Job unzufrieden sind, liegt das in erster Linie am Gehalt: Zwei Drittel derer, die ihrem Job eine schlechte Note geben, verdienen nach eigener Aussage nicht genug. Zwei von fünf unzufriedenen Facharbeitern bemängeln, dass ihre Meinung im Unternehmen nicht zählt. Rund jeder Dritte kritisiert die schlechten Arbeitszeiten und Überstunden und dass sie ihr Job langweilt.

Das kommt nicht von ungefähr, denn 82 Prozent der Facharbeiter ist ein hohes Gehalt wichtig. Ein hohes Gehalt ist das eine, Zusatzleistungen das andere. Am wichtigsten ist Facharbeitern die Kostenübernahme bei Weiterbildungen, Weihnachts- und Urlaubsgeld.

  

Gute Noten für den Chef

Die Hälfte der Facharbeiter gibt seinem Chef die Note 1 oder 2. Ein Viertel vergibt die Note 4 oder schlechter. 11 Prozent der Chefs fallen komplett durch. Die schlechtesten Noten bekommen Chefs im Bereich Security und Sicherheit (3,1) und Logistik (3,0). Die besten Chefs gibt es im Finanzwesen (2,4), in IT, Vertrieb und Chemie (2,5).

Ein guter Chef muss nach Meinung von vier von fünf Facharbeitern fachliche Kompetenz und Fairness mitbringen. Er muss aber auch verlässlich sein, klar in seinen Anweisungen, die Mitarbeiter einbinden und kritikfähig sein.

  

Jobsuche: Print ist sowas von nicht tot

Die Studie untersucht nicht nur die Arbeitsbedingungen, sondern auch den Weg zum perfekten Job. Die große Mehrheit der Facharbeiter sucht neue Jobs online auf Online-Jobbörsen oder auf den Karriere-Websites der Unternehmen. 42 Prozent nutzen nach wie vor die Zeitung für die Jobsuche. Erst danach folgen Business-Netzwerke wie XING oder LinkedIn oder Arbeitgeberseiten in sozialen Netzwerken wie Facebook. Gesucht wird meist wochentags nach Feierabend. Mehr als jeder Zehnte sucht aber auch während der Arbeitszeit nach einem neuen Job.

Die Hälfte der Facharbeiter bewirbt sich über E-Mail. Aber Arbeitgeber können noch mehr daran tun, die für die Bewerber optimalen Bewerbungsweg anzubieten. 28 Prozent der Facharbeiter bewerben sich aktuell per Post, obwohl nur 21 Prozent das wollen. 12 Prozent bewerben sich aktuell über Bewerbungsformulare. 17 Prozent hätten die Möglichkeit lieber. Auch mobil über das Smartphone würden sich gern mehr Facharbeiter bewerben, wenn auch die Quote noch recht niedrig ist mit 4 Prozent.

  

Über die Studie

Von Juni bis Juli 2017 haben 3.000 Facharbeiter aus allen Berufsgruppen an der Studie teilgenommen. Besonderes Augenmerk liegt auf folgenden Berufsfeldern: Call Center, Chemie, Gastronomie, Gebäudemanagement, Handel, IT, Logistik, Maschinenbau, Öffentlicher Dienst, Pflege/ Gesundheitswesen, Produktion, Security/ Sicherheit, Transport, Verarbeitende Industrie; Versicherungs-/Finanz-/Bankwesen, Vertrieb/Werbung/Marketing.

Untersucht wurde vor allem die Attribute für einen attraktiven Job, die Zufriedenheit mit dem Job, dem Gehalt und den Vorgesetzten, Arbeitszeiten und Arbeitsorganisation sowie bevorzugte Kanäle für die Jobsuche und Bewerbung.

  

Mehr Informationen über die Studie erhalten Sie hier.